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MV aktuell Trotz Videokameras – Millionenschäden durch Ladendiebe in MV
Nachrichten MV aktuell Trotz Videokameras – Millionenschäden durch Ladendiebe in MV
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06:00 14.01.2019
Schnell ist die Kamera unter der Jacke verschwunden. Ladendiebe kennen viele Tricks, um Verkäufer zu überlisten. Quelle: Jan-Philipp Strobel/dpa
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Rostock

Kameras, Detektive, elektronische Sicherheitssysteme: Der Einzelhandel rüstet auf gegen Diebe und Einbrecher. Dennoch verursachen die Täter in Mecklenburg-Vorpommern noch immer Schäden in Millionenhöhe. Diebstähle in Ladengeschäften haben in den letzten Jahren „dramatisch zugenommen und belasten den die Einzelhändler erheblich“, sagt der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Nord in Rostock, Kay-Uwe Teetz.

Knapp 6000 Ladendiebstähle und Einbrüche in Geschäfte registrierte die Polizei in MV nach den aktuellsten Zahlen für 2017. Aber nur ein Bruchteil der Taten wird bekannt. Die geschätzte Dunkelziffer betrage laut Handelsverband Nord „mindestens 98 Prozent“. Nicht einmal „jeder zehnte Ladendiebstahl“ werde der Polizei bekannt, teilt der Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung MV mit. Rund 3,4 Milliarden Euro verliert der deutsche Einzelhandel pro Jahr durch Diebstähle; in MV sind es zweistelligen Millionenbeträge.

Handtaschen mit doppelten Böden

Zur begehrten Diebesbeute gehören hochwertige Männerbekleidung, Accessoires oder Taschen, Tonträger, Smartphones. Auch Spielzeug, Parfüm, Kosmetika, Spirituosen, sowie Tabakwaren und Süßigkeiten stehen oben auf der Liste. „Gestohlen wird alles, was teuer und leicht verstaubar ist und sich gut für den Weiterverkauf eignet“, heißt es beim Landesrat, dem u.a. Ministerien, Polizei, Zoll und Universitäten aus MV angehören.

In der Broschüre „Vorsicht Langfinger“ listet der Rat zwei Dutzend Tricks von Ladendieben auf. Da verschwinden Waren in großen Manteltaschen, oder alte Schuhe oder Jacken werden in Läden durch neue „ausgetauscht“. Handtaschen werden mit doppelten Böden präpariert, Verkäufer durch die Täter abgelenkt, Kartons mit Diebesgut gefüllt. Oder die gestohlene Ware wird im Kinderwagen verstaut – so wie es offenbar eine 28-jährige Frau getan hat, die vor einigen Tagen von der Polizei in der Rostocker Innenstadt gefasst wurde. Im Kinderwagen ihres einjährigen Sohnes soll sie Kinderspielzeug und Elektronik versteckt haben.

Jeder Diebstahl wird angezeigt

„Wir bringen jeden Ladendiebstahl zur Anzeige – unabhängig davon, welchen Wert das Diebesgut hat“, betont der Leiter der Rostocker Filiale des Modekaufhauses C&A, Stefan Scherff. Gegen Diebstähle setze das Unternehmen Ladendetektive ein. Auch würden die Räume mir gut sichtbaren Videokameras überwacht; zudem seien alle Waren elektronisch gesichert. Dennoch habe die Zahl der Diebstähle in den vergangenen Jahren nicht wesentlich abgenommen. „Das ist ein Posten, den wir leider in der Bilanz einplanen müssen“, sagt Stefan Scherff.

Zäune und Alarmanlagen schützen vor Einbrechern

Gegen Einbrüche werden beispielsweise mechanische Sicherungen wie widerstandsfähige Türschlösser, stabile Tore, Mauern und Zäune mit Übersteigschutz eingesetzt, teilt das Landeskriminalamt MV (LKA) mit. Daneben können Alarmanlagen vor Warendiebstahl aus Verkaufsräumen und Lagern, aber auch vor der Entwendung von Computern oder Datenträgern und somit vor dem Verlust von sensiblen Daten schützen. Auch eine ausreichende Beleuchtung des Objektes kann Einbrecher abschrecken.

Für wichtige Dokumente und Bargelder empfiehlt sich laut LKA ein VdS-zertifizierter Wertschutzschrank. „Im besten Fall ist dieser eingemauert und nicht mobil. Oder - je nach Unternehmensgröße - so groß und schwer, dass er nicht einfach weggetragen werden kann“, heißt es. Zusätzlich zu diesen klassischen Einbruchschutz-Maßnahmen können auch Bewegungsmelder, Überwachungskameras oder Fingerabdruckscanner an den Türen zu einem besseren Schutz des Objektes beitragen.

Da Einbrecher oftmals ausgespähte Schwachpunkte der Objekte ausnutzen, empfiehlt das LKA, verdächtig wirkende Personen im Firmengebäude oder im unmittelbaren Außenbereich mit Personenbeschreibung und gegebenenfalls Kfz-Kennzeichen zu notieren. Bei einem Verdacht der Ausspähung sollte man sich mit Firmen im Nachbarbereich austauschen und bei Bedarf die Polizei verständigen.

Erste Anlaufstelle, wenn es um baulichen oder technischen Einbruchschutz geht, sollte die kriminalpolizeiliche Beratung der Polizei sein. Hier kann man sich in Fragen der Sicherheit der Wohnung, des Eigenheimes, aber auch des Gewerbebetriebes informieren und beraten lassen.

Nicht nur Ladendiebstähle sind ein Problem. „Gewerbebetriebe sind nach polizeilichen Erfahrungen immer wieder Ziel von Einbrechern“, sagt die Sprecherin des Landeskriminalamts MV, Anna Lewerenz. Die Täter würden „schlecht gesicherte Türen, Tore oder Fenster oft in Sekundenschnelle“ überwinden. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik sinken allerdings die Zahlen der schweren Diebstähle – also Einbrüche in Kioske, Warenhäuser oder Verkaufsräume – von 493 Fällen in 2015 auf 406 Fälle in 2017. Dieser Trend setze sich auch 2018 fort.

Axel Meyer

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