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19:59 23.10.2018
Kommentar von Axel Büssem zu Nord Stream 2 Quelle: Montage: Cassandra Voigt/dpa
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Rostock

Donald Trump hat nie ein Geheimnis um seine Abneigung gegen die russisch-deutsche Gas-Pipeline Nord Stream 2 gemacht. „Total abhängig“ seien wir von den Russen. Und damit hat er sogar teilweise recht. Mit der neuen Pipeline steigt der Anteil Russlands an unseren Gas-Importen von 40 auf 60 Prozent. Das grenzt an ein Monopol. Andererseits war Russland für Deutschland immer ein zuverlässiger Lieferant. Und das ist für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland überlebenswichtig.

Die USA haben sich dagegen unter Trump zu einem wirtschaftlichen Wackelkandidaten entwickelt. Niemand kann vorhersehen, wen sein Bannstrahl als nächstes trifft. Schließlich hat er auch der EU schon mit Strafzöllen gedroht. Wer kann also garantieren, dass Trump nicht im nächsten Handelsstreit auf die Idee kommt, die Lieferung von Gas in Frage zu stellen?

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Es ist sicher richtig, die Beziehungen zu Russland kritisch zu überprüfen und auch die europäischen Partner, die Nord Stream 2 teils vehement ablehnen, ernst zu nehmen. Und wer will, kann ja gerne das teurere US-Gas zu kaufen. Doch das sollte eine wirtschaftliche Entscheidung sein, keine politische.

Mehr zum Thema: Interview mit US-Expertin – Nord Stream 2 ist schlecht für Deutschland und Europa

Axel Büssem