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MV aktuell „Über Leben in Demmin“ – Film über Massensuizid 1945
Nachrichten MV aktuell „Über Leben in Demmin“ – Film über Massensuizid 1945
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00:00 15.03.2018
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Demmin

Eine neue Dokumentation über den Massenselbstmord 1945 im vorpommerschen Demmin und die Folgen – „Über Leben in Demmin“ – hat in MV großes Interesse ausgelöst. Die Premiere mit dem Filmteam um Regisseur Martin Farkas und eine Zusatzveranstaltung am 22. März in Demmin sind ausverkauft, wie die Veranstalter gestern in Berlin erklärten. In beiden Sälen stehen 212 Plätze zur Verfügung. Große Nachfrage gebe es auch für die Aufführungen in anderen Orten im Nordosten.

Im April 1945 nahmen sich Hunderte Demminer und Flüchtlinge das Leben, als Truppen der Roten Armee den Ort besetzten. SS-Leute und Wehrmachtsangehörige hatten mehrere Brücken über die Flüsse gesprengt, so dass die sowjetischen Panzertruppen festsaßen. Dabei kam es zu vielen Vergewaltigungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen. Historiker sprechen inzwischen von einem „beispiellosen Massensuizid“ mit etwa 1000 Toten. Überlebende mussten in der DDR darüber schweigen.

Farkas hat mit Zeitzeugen gesprochen und geht auch der Frage nach, wie sich die „Trauermärsche“ der rechtsextremen NPD am 8. Mai auf die Bewältigung des Traumas auswirken. Seit Jahren ziehen an dem Abend mehrere hundert Rechtsextreme mit Fackeln durch Demmin und legen Kränze in die Peene, um an die Toten zu erinnern. Gegen solche Art des „Gedenkens“ protestieren demokratische Parteien und vor allem linke Gruppierungen. So muss die Polizei jährlich mit einem größeren Aufgebot für Ordnung sorgen. „Die Stadt erscheint tief gespalten“, schildert Farkas.

Der Film mit Förderung aus MV und Brandenburg hatte im Herbst 2017 Uraufführung beim Dokumentarfilmfestival in Leipzig. In Berlin soll es am 20. März eine kleinere Voraufführung geben. Der Streifen wird im Nordosten gezeigt. So gebe es eine große Nachfrage nach Karten in Greifswald (23.3.), Malchin (24.3.), Neubrandenburg und Neustrelitz (25.3.) sowie Anklam (26.3.) und Stralsund (27.3.). Zuletzt hatte der Autor Florian Huber das Geschehen  in dem Buch „Kind, versprich mir, dass du dich erschießt“ in Demmin erläutert und in die Nachkriegszeit eingeordnet.  Winfried Wagner

OZ

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