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MV aktuell Umfrage: Frauen in MV setzen auf finanzielle Unabhängigkeit
Nachrichten MV aktuell Umfrage: Frauen in MV setzen auf finanzielle Unabhängigkeit
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14:13 23.11.2019
Diamanten funkeln wunderschön. Als Geldanlage sind sie aber nicht geeignet. Privatanlegern fehlt dafür meist das nötige Wissen. Quelle: Andy Rain/dpa (Symbolfoto)
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Rostock/Berlin

Allen Negativzinsen zum Trotz bleiben die Deutschen Sparfüchse. Gut jeder zweite Deutsche (52 Prozent) legt Monat für Monat Geld zurück. Das zeigt eine repräsentative Umfrage unter 8000 über 16 Jahre alten Deutschen des Hamburger Marktforschungsinstituts Elbe 19 im Auftrag von Union Investment.

Auffällig sind die großen Unterschiede im Sparverhalten zwischen den einzelnen Bundesländern. So leben die größten Sparmuffel in Berlin, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern legen nur 44,7 Prozent der Bevölkerung monatlich etwas auf die hohe Kante. In Niedersachsen und Bremen dagegen finden sich die meisten monatlichen Sparer.

Frauen wollen finanzielle Unabhängigkeit

Aktuell fand das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der Commerzbank heraus, dass dem vermeintlich schwachen Geschlecht die finanzielle Unabhängigkeit immer wichtiger wird. Befragt wurden im Bundesgebiet 1600 Frauen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren.

Ein Trend, der in MV besonders stark ausgeprägt ist. Während die finanzielle Freiheit bundesweit für 78 Prozent der Damen „das wichtigste Ziel im Leben“ darstellt, sind es im Nordosten 83 Prozent. Erst danach kommen Vorhaben wie „Lebenspartner finden“ oder eine „Familie gründen“ (jeweils 61 Prozent).

Interesse am Thema Geldanlage trotzdem gering

Trotz des Wunsches, unabhängig zu sein, bekunden nur 26 Prozent der Befragten großes Interesse an den Themen Finanzen und Geldanlage. Lediglich ein Viertel investiert hier regelmäßig Zeit. „Damit befinden sich die Frauen in MV im Bundesdurchschnitt“, verdeutlicht Mathias Paulokat, Pressesprecher der Commerzbank AG, Region Ost.

Der Erwerb finanzieller Allgemeinbildung und gezielte Informationen zur Geldanlage seien für kluge Entscheidungen aber der erste wichtige Schritt, so Paulokat. Die Folge: Die Damen nähmen auch im Nordosten zu selten das Heft des Handelns in die Hand und münzten ihr Vorhaben in konkrete Spar- und Anlageentscheidungen um.

Niedrigere Einkommen Grund für geringeres Sparvolumen

Obwohl Frauen knapp mehr als die Hälfte der Bevölkerung stellen, spiegelt sich dies weiterhin nicht in gleichem Maße bei der Geldanlage wider. „Ihr Anteil beim Spar- und Depotvolumen liegt bei uns in der Niederlassung beispielsweise nur bei 44,6 beziehungsweise 42,2 Prozent“, sagt Daniela Rubbert-Göhner.

Die Niederlassungsleiterin Privat- und Unternehmerkunden der Commerzbank MV sieht den Grund dafür in den weiterhin niedrigeren Einkommen von Frauen. Laut Umfrage haben nur 17 Prozent der Befragten hierzulande ein eigenes Nettoeinkommen von über 2000 Euro. Das entspreche allerdings dem Bundesdurchschnitt, so Paulokat.

Die Folge: „Frauen haben im Alter deutlich weniger als Männer zur Verfügung. Und das, obwohl sie statistisch länger leben“, erläutert Daniela Rubbert-Göhner. Den Betroffenen ist dieser Umstand zu einem Großteil bewusst. 64 Prozent der Frauen hierzulande fühlen sich laut der Erhebung für das Alter nicht ausreichend abgesichert. Darunter sind auch neun Prozent, die angeben, überhaupt nicht versorgt zu sein.

Experten beantworten Leserfragen beim OZ-Telefonforum

Kinder kosten Geld – im Schnitt fast 150 000 Euro bis zu ihrer Volljährigkeit. Sind es bis zum sechsten Lebensjahr monatlich an die 600 Euro, steigen die Ausgaben zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr auf fast 800 Euro monatlich, wie das Statistische Bundesamt ermittelte. Dauert die Ausbildung an, sind Eltern weiterhin in der finanziellen Pflicht. Es kann also nicht schaden, frühzeitig für den Sprössling ein Sparschwein zu füttern. Allein ist das für viele Eltern aber oft nicht zu schaffen – mithilfe von Großeltern, Verwandten oder Paten vielleicht schon. Fragt sich nur, wie macht man das am besten? Festgeld, Sparplan, Fonds? Braucht das Kind dafür ein eigenes Konto? Wer hat darauf Zugriff? Kann man verfügen, wofür das Ersparte verwendet werden soll? Alle Fragen zum Thema „Richtig sparen für die Kinder“, zu lohnenden Anlagestrategien und Alternativen zum Negativzins beantworten drei Experten beim OZ-Telefon-Forum am Mittwoch, dem 27. November. Von 11 bis 13 Uhr stehen Ihnen, liebe Leser, Petra Hauschulz von der Stiftung Warentest/Finanztest, Wolfgang Raab vom deutschen Fondsverband BVI und Ivo Steigmann von der Ostseesparkasse Rostock Rede und Antwort. Sie sind unter 0381 / 365 100 erreichbar.

Vorsichtiger bei den Risikoklassen

Auffällig ist die noch geringere Risikoneigung der holden Weiblichkeit im Vergleich zu den Männern. Gegenüber dem Bundesdurchschnitt liegt sie laut Paulokat zwar knapp drei Prozentpunkte höher. Der Anteil der Frauen an den Depots mit der höchsten Risikoklasse bei der Commerzbank in der Region belaufe sich aber nur auf 33,6 Prozent. Allerdings seien Frauen häufig auch geduldiger, führten weniger Transaktionen aus und seien damit oft erfolgreicher, verdeutlicht die Niederlassungschefin.

Sichere Mischung aus Wertpapieren gefragt

Ein Trend, den auch Ivo Steigmann von der OstseeSparkasse Rostock bestätigt. „Frauen beschäftigen sich häufig länger mit der Anlage, bleiben dann aber bei ihrer Entscheidung“, sagt der Wertpapier-Experte der mit 300 000 Kundenhaushalten größten Sparkasse des Landes. „Während die Herren häufiger auf eine schnelle Rendite aus sind, bevorzugen die Damen eine sichere Mischung von Wertpapieren“, so Steigmann.

Dazu gehören Aktien, offene Immobilienfonds und Rentenfonds. Der Anlagehorizont betrage mehr als fünf Jahre. „Die Frauen haben zumeist begriffen, dass in Sachen Geldanlage ein langer Atem nötig ist“, verdeutlicht der Sparkassen-Vertreter.

Grafik zur Absicherung im Alter. Quelle: OZ

Immobilienfonds besonders beliebt

Die Bereitschaft, stärker in Fonds zu investieren, bestätigt der deutschen Fondsverband BVI. „Besonders beliebt sind Immobilienfonds. Sie erzielten 8,3 Milliarden Euro neue Gelder und damit doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Damals flossen ihnen 4,4 Milliarden Euro zu“, verdeutlicht Sprecher Armin Schmitz. Mischfonds stünden mit 3,3 Milliarden Euro auf dem zweiten Platz der Absatzliste.

Laut Schmitz zeigten sich die Anleger insgesamt etwas risikofreudiger: „Sie haben aktienbetonte Mischfonds mit einem Fokus auf globale Aktien gewählt und hier 5,7 Milliarden Euro investiert.“

Nordlichter setzen auf Bekanntes

Trotz der bundesweit zu beobachtenden leicht gestiegenen Risikobereitschaft der Anleger bei Fonds, sieht der Rostocker Sparkassen-Fachmann Steigmann bei den Nordlichtern keine Mentalitätsveränderung: „Ob Mann oder Frau – die Risikobereitschaft ist nach wie vor nur schwach ausgeprägt.

Noch immer dominieren Sparbuch, Girokonto und Tagesgeld.“ Wenn der Einstieg ins Wertpapiergeschäft erfolge, werde breit gestreut. Auf beispielsweise ausschließlich Aktien und damit ein hohes Risiko setzten die wenigsten Sparer.

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Von Volker Penne

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