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MV aktuell Unfallopfer: 92 Tote auf den Straßen des Nordostens
Nachrichten MV aktuell Unfallopfer: 92 Tote auf den Straßen des Nordostens
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00:00 29.12.2014
Retter an der Unfallstelle auf der Autobahn 19 am Rostocker Kreuz in Fahrtrichtung Kavelstorf. Quelle: Stefan Tretropp
Schwerin

Auf Mecklenburg-Vorpommerns Straßen hat es wieder mehr Verkehrstote gegeben. Bis Mitte Dezember registrierte die Polizei 91 getötete Verkehrsteilnehmer. Das waren elf mehr als im gesamten Vorjahr. Mit 80 Todesopfern war 2013 allerdings auch der bislang niedrigste Stand im Nordosten erreicht worden. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bedauerte, dass sich die positive Entwicklung aus den vorhergehenden Jahren mit rückläufigen Opferzahlen nicht fortgesetzt hat. Eine Trendwende sehe er jedoch nicht. Auch bundesweit zeichne sich für 2014 eine Zunahme der Verkehrstoten ab.

Am vergangenen Wochenende erhöhte sich die Zahl der Verkehrstoten auf 92. In Langenhanshagen (Vorpommern-Rügen) kam ein 44 Jahre alter Autofahrer bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Lastwagen ums Leben. Der Fahrer des Lkw konnte den Unfall trotz Vollbremsung nicht verhindern. Auf der Autobahn 19 bei Rostock kam es zudem am Samstagabend zu einer Karambolage, bei der zwei Menschen schwer und vier leicht verletzt wurden. Laut Polizei stieß ein Auto gegen ein Wohnmobil, das daraufhin in den Straßengraben kippte. Ein Lastwagen und ein Pkw wurden in den Unfall verwickelt. Bei einem Zusammenstoß zweier Autos in der Innenstadt von Güstrow wurden beide Fahrer verletzt. Als er einem Reh ausweichen wollte, prallte ein 18-Jähriger mit seinem Auto in Lübs (Vorpommern-Greifswald) gegen einen Baum und wurde leicht verletzt.

„Wir haben noch keine endgültige Erklärung für die Zunahme der besonders schweren Unfälle. Aber es scheint so, dass schwierige Straßenverhältnisse wie Schnee und Eisglätte die Aufmerksamkeit der Autofahrer besonders erhöhen, sie vorsichtiger fahren“, sagte Caffier. Solche Witterungslagen habe es weder zu Beginn, noch jetzt zum Ende des Jahres gegeben. Caffier: „Das macht möglicherweise leichtsinniger, mit dann zum Teil schwerwiegenden Folgen.“

Den Angaben zufolge hat sich die Gesamtzahl der Unfälle im Vorjahresvergleich bis Ende November sogar leicht auf knapp 49000 verringert. Auch die Zahl der Verletzten sei zurückgegangen. Hauptunfallursachen seien weiterhin unangepasste Geschwindigkeit, Missachtung von Vorfahrtsregelungen und Fahren unter Alkohol. Allerdings sei die Zahl der von betrunkenen Autofahrern verursachten Verkehrsunfälle gegenüber 2013 zurückgegangen.

Caffier sagte, dass die Polizei der Verkehrsüberwachung große Aufmerksamkeit schenke und Tempo- sowie Alkoholsündern auf der Spur bleibe. „Trotz aller Personalprobleme werden wir weiterhin eine hohe Kontrolldichte sicherstellen“, betonte der Minister. Zudem soll die Präventionsarbeit fortgeführt werden. Gute Erfahrungen mache man mit dem Programm „Crash- Kurs“ an Schulen. „Dabei erzählen Rettungssanitäter und Feuerwehrleute von ihren Einsätzen bei schweren Unfällen, und Eltern berichten über ihre Empfindungen nach Unfällen ihrer Kinder. Solche Schilderungen machen nachdenklich, und ich bin sicher, dass sie bei vielen Jugendlichen auch das spätere Verhalten am Steuer beeinflussen“, sagte Caffier.

Hunderte Unfalltote nach der Wende
624 Menschen starben 1991 auf den Straßen Mecklenburg-Vorpommerns. 1995 waren es noch 500. Seither ist die Zahl der Verkehrstoten stetig zurückgegangen. In den 1990er-Jahren war MV damit trauriger Spitzenreiter in Deutschland. Mittlerweile rangiert der Nordosten im Mittelfeld der Bundesländer.

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Frank Pfaff

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