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MV aktuell Uni-Bier, Rhabarber-Cider und Maibock: Brauereien in MV setzen auf neue Ideen
Nachrichten MV aktuell Uni-Bier, Rhabarber-Cider und Maibock: Brauereien in MV setzen auf neue Ideen
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18:00 28.03.2019
Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (l.) und Uni-Rektor Wolfgang Schareck probieren das neue Rostocker Uni-Bier. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Der Bierkonsum in Deutschland geht zurück. Viele Brauerein versuchen daher, mit neuen Ideen gegenzusteuern. Statt nur auf Pils und Export setzen auch die Brauer in MV auf innovative Produkte mit und ohne Alkohol sowie auf Sonderaktionen – mit Erfolg.

Malziges Uni-Bier in Rostock

Neuestes Beispiel ist die Hanseatische Brauerei Rostock: Nachdem sie bereits 2018 ein helles Festbier zum 800. Stadtjubiläum kreiert hatte, wurde am Donnerstag das dunkle Festbier aus Anlass des 600. Uni-Geburtstags vorgestellt. 20 000 Kästen werden produziert, je ein Euro des Verkaufspreises geht an soziale Zwecke. Geschäftsführer Wilfried Ott wirbt: „Das Bier ist angenehm malzig, zunächst etwas bitter, aber mild im Abgang.“ Das Aussehen der Spezialität beschreibt Ott als dunklen Bernsteinton mit elfenbeinfarbenem Schaum. Dafür wird das Malz stärker geröstet und der Malzanteil ist auch höher als bei anderen Sorten.

Anders als das Bier zum Stadtjubiläum ist das Uni-Bier allerdings keine neue Sorte, sondern das sonst nur im Fass angebotene Rostocker Dunkel. „Wir hatten viele Anfragen von unseren Kunden, die unser Dunkel gerne auch in Flaschen kaufen wollten“, erklärt Ott. Auch eigene Krüge wurden für das Festbier entworfen, sie sind als Zugabe zu jedem Kasten Rostocker Bier zu haben. Und schließlich gibt es für Nostalgiker auch Papp-Bierdeckel, die so gestaltet sind wie die zum 550. Uni-Jubiläum 1969.

Mit vielen neuen Ideen wollen die Brauereien in MV am kleiner werdenden deutschen Biermarkt bestehen.

Uni-Rektor Wolfgang Schareck verwies auf die lange Tradition des Bierbrauens in Rostock. „Bier war früher die wichtigste Handelsware in der Hansestadt.“ Für die Einwohner sei es das sicherste Getränk gewesen, da Bier meist reiner war als Wasser. Zu kaufen gibt es das Uni-Bier ab 1. April zunächst nur in den Filialen der Handelskette Getränkeland, danach auch bei anderen Anbietern.

Stralsund: Bier mit Koriander und Bitterorange

Das Sortiment der Stralsunder Brauerei Störtebeker wächst in diesem Jahr auf 20 Sorten, sagt Inhaber Jürgen Nordmann. Neu seien ein hopfig-herbes Überseebier und ein belgisches Sommerbier mit Koriandersamen und Bitterorangeschalen, ein Witt-Bier. Das Rezept stamme vom Deutschen Meister der Hobbybrauer, Markus Krenkler, aus Niedersachsen. Störtebeker als Ausrichter der Meisterschaft will künftig stets die Gewinnerbiere ein Jahr lang brauen.

Für das Stralsunder Unternehmen war 2018 ein Rekordjahr. 248 000 Hektoliter wurden verkauft, das war nach eigenen Angaben ein zweistelliges Wachstum. Einzelne Sorten hätten um bis zu 50 Prozent zugelegt. Weitere Projekte der Braumanufaktur sind neben einem neuen Single Malt Whisky vor allem Baumaßnahmen. In einem Jahr soll eine 100 mal 90 Meter große Abfüll-, Verpackungs- und Logistikhalle einschließlich eines Hochregallagers fertig sein.

Lübz: Roter Rhabarber und Hopfenperle

Die Lübzer Brauerei hat aktuell keine eigene Bierneuheit, produziert aber das neue Craftbier „Hopfenperle“ der Marke Duckstein. Auch ein neuer Cider in der Geschmacksrichtung roter Rhabarber der Marke Somersby wird in Lübz hergestellt. Beim Marketing für die Kernmarke Lübzer will sich die Brauerei in diesem Jahr auf den Süden der neuen Länder konzentrieren. „Dort kennen viele Biertrinker Lübzer aus ihrem Urlaub an der Ostsee. Daher sehen wir dort ein großes Potenzial“, sagt Geschäftsführer Bastian Pochstein.

Naturbelassenes Bier aus Marlow

250 000 Liter Bier braut die Marlower Brauerei pro Jahr, nach eigener Definition ausschließlich Craftbier: Dunkel, Weizen, Spezial, Bock, India Pale Ale, Karator, ein untergäriger Doppelbock, sowie Porter. „Aber am besten läuft das Pils“, so Scanhaus- und Brauerei-Inhaber Friedemann Kunz. „Marlower Bier ist naturbelassen, weder pasteurisiert noch filtriert. Diesen Unterschied zu den sogenannten Fernsehbieren werden Sie schmecken“, verspricht Kunz. Außerdem im Angebot: sechs Sorten Obstler und ein Bierbrand.

Vielanker mit fruchtiger Fassbrause

Die Vielanker Brauerei (Kreis Ludwigslust-Parchim) bietet derzeit Maibock als Saisonbier an. Als Alternative zum Bier gibt es jetzt auch Cider, also Apfelschaumwein nach englischem Vorbild. Zudem hat das Brauhaus Fassbrausen in den Geschmacksrichtungen Johannisbeere und Erdbeere neu im Sortiment. Als Ziel für den Vertrieb hat sich Vielanker vorgenommen, den Absatzmarkt nach Norden bis zur dänischen Grenze auszuweiten.

Aus Dargun in die ganze Welt

Die größte Brauerei im Land ist die in Dargun. Sie gehört zum dänischen Harboes-Konzern und produziert vor allem günstige Biere für Discounter. 2016 wurden 1,6 Millionen Hektoliter abgesetzt, mehr als die Hälfte der gesamten Bierproduktion in MV. Die Besonderheit: Darguner produziert zahlreiche verschiedene Marken Bier und alkoholfreie Getränke, die in der ganzen Welt verkauft werden. Allerdings hieß es zuletzt, man wolle sich stärker auf die Eigenmarke Darguner konzentrieren.

Salz und Holz im Rügener Inselbier

Die Insel-Brauerei auf Rügen zählt mit ihren kostbaren und preisgekrönten Spezialbieren zu den großen Aufsteigern unter den Anbietern in MV. 15 teils sehr ungewöhnliche Sorten mit Zutaten wie Meersalz, Holz oder Gewürzen hat die Brauerei im Angebot – und es sollen noch mehr werden. Wie die Pläne genau aussehen, verrät Geschäftsführer Markus Berberich noch nicht, nur so viel: „Es braut sich was zusammen.“

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