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MV aktuell Uni Kiel verhängt Burka-Verbot – „Vollverschleierung hat bei uns keinen Platz“
Nachrichten MV aktuell Uni Kiel verhängt Burka-Verbot – „Vollverschleierung hat bei uns keinen Platz“
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18:51 13.02.2019
Vollverschleierung ist an der Uni Kiel ab jetzt verboten. Quelle: dpa
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Rostock/Kiel

Ein Schleier-Verbot an der norddeutschen Universität Kiel sorgt bundesweit für Aufsehen: Nach einem Konflikt mit einer muslimischen Studentin hat die Christian-Albrechts-Universität Burkas (Vollverschleierung) und Niqabs (nur die Augen bleiben frei) untersagt. Die Uni erläuterte dazu, dass die Kommunikation in Forschung und Lehre auch auf Mimik und Gestik beruhe. Ein Gesichtsschleier darf künftig deshalb in Vorlesungen und Prüfungen nicht mehr getragen werden, berichten die Kieler Nachrichten.

Hintergrund: Eine angehende Ernährungswissenschaftlerin war zu einer Botanik-Vorlesung im Niqab erschienen. Die angeblich zum Islam konvertierte Deutsche wurde von ihrem Dozenten ermahnt. Er ließ den Fall von der Uni-Spitze klären, was zu dem Verbot führte. Die Schleswig-Holsteiner Bildungsministerin Karin Prien (CDU) geht jetzt noch einen Schritt weiter und kündigt eine Gesetzesinitiative gegen das Tragen von Gesichtsschleiern in den Schulen an.

Durchaus frauenfeindlich aufgefasst

Im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern verfolgt man die Debatte mit Interesse. Der Rektor der Universität Rostock, Professor Wolfgang Schareck, sieht eine Vollverschleierung ebenfalls kritisch. „Entsprechend verschleierte, mit Burka oder Niqab gekleidete Studentinnen habe ich in Rostock noch nicht gesehen. Ich finde es aber auch nicht gut, weil es durchaus frauenfeindlich aufgefasst sein kann“, sagt Schareck. Gegen das Kopftücher tragen habe er wiederum überhaupt keine Einwände. „Dafür kann es die unterschiedlichsten Gründe geben.“

Vollverschleierung hat hier keinen Platz“

Sascha Ott, Sprecher des Konservativen Kreises der CDU in MV, zeigt ebenfalls Verständnis für die Reaktion der Uni Kiel. Für Vollverschleierung sei in Deutschland kein Platz. „Wenn jemand in ein anderes Land kommt, sollte er sich in angemessener Art und Weise auch an die Gepflogenheiten halten. Man will doch im Gespräch keinem Gespenst, das man nicht sehen kann, gegenüber sitzen“, sagt Ott. Das gelte wohlgemerkt für die Burka, nicht für Kopftücher.

Im Schweriner Bildungsministerium sieht man für den Nordosten derzeit keinen Handlungsbedarf. „Das war bisher kein Thema bei uns“, sagt Henning Lipski, Sprecher des Bildungsministeriums. Nach seinem Kenntnisstand habe es an den beiden Universitäten im Land so einen Fall einer vollverschleierten Studentin noch nicht gegeben. Auch an den mehr als 500 Schulen in MV seien solche Fälle bisher nicht bekannt geworden. Mecklenburg-Vorpommern habe im Gegensatz zu anderen Bundesländern einen vergleichsweise niedrigen Migrantenanteil.

Virginie Wolfram

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