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MV aktuell Urlaub mit Caravan und Wohnmobil in MV immer beliebter
Nachrichten MV aktuell Urlaub mit Caravan und Wohnmobil in MV immer beliebter
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07:00 02.02.2019
Rechtzeitig buchen: Geschäftsführer Ivo Diedrich (30) von der Firma Caravaning Nord in Bargeshagen bei Rostock zeigt einige Reisemobile seines Unternehmens.
Rechtzeitig buchen: Geschäftsführer Ivo Diedrich (30) von der Firma Caravaning Nord in Bargeshagen bei Rostock zeigt einige Reisemobile seines Unternehmens. Quelle: Frank Söllner
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Rostock/Stralsund

Der Kurztrip an die Mecklenburgische Seeplatte oder eine längere Reise nach Italien – Urlaub mit Wohnmobil und Wohnwagen (Caravan) wird immer beliebter. In Mecklenburg-Vorpommern wurden allein im Jahr 2017 rund 4100 neue und gebrauchte Reisemobile und Wohnwagen zugelassen, teilt der Caravaning Industrie Verband (CIVD) mit. „Caravaning liegt weiter im Trend“, sagt CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso. Insgesamt gibt es in MV einen Bestand von knapp 20 000 Wohnmobilen und Wohnwagen – ein Plus von fast acht Prozent im Vergleich zu 2016.

„Immer mehr Menschen wollen ihren Urlaub auf individuelle Art und Weise genießen“, bestätigt Jan-Uwe Dahnke (31), der beim der Caravan-Center Dahnke in Stralsund fürs Marketing zuständig ist. Mit Wohnwagen und Wohnmobil sei man bei der Reisezeit und den Urlaubszielen flexibler. „Je nachdem wie das Wetter ist, kann ich vor der Therme campen oder an den Strand fahren“, so Dahnke.

Trend zum Urlaub in der Natur

Der wachsende Zuspruch bei Wohnwagen und -mobilen hänge auch mit dem Trend zum Urlaub in der Natur zusammen, ergänzt der Geschäftsführer von Caravaning Nord in Bargeshagen bei Rostock, Ivo Diedrich (30): „Man schnallt das Kanu aufs Dach, fährt überall damit hin und ist draußen in der Natur.“ Ideal sei Caravaning auch für Radfahrer, Wassersportler, Kletterer oder Wanderer, ergänzt Onggowinarso: Caravaning und Naturerlebnis würden gut zusammenpassen.

Italien, Frankreich oder Kroatien locken als Reiseziele. Doch Reiseland Nummer eins für die deutschen Caravaning-Freunde ist dem Verband zufolge das eigene Land. Als Top-Adressen nennt Onggowinarso: „Entweder die Berge oder Ostsee und Nordsee.“ Ivo Diedrich: „Ich sage meine Kunden immer, es muss nicht nur Italien sein.“ Auch die Seenplatte oder die Ostseeküste in MV könne man wunderbar mit Wohnmobil und -wagen bereisen. Das bekräftigt auch Dahnke: „Wir haben viele schöne Campingplätze in Mecklenburg-Vorpommern.“

Mehr als 70 000 neue Wohnwagen und Reisemobile

Die Caravan-Branche in Deutschland wächst weiter. Vergangenes Jahr wurden 71 186 Wohnwagen und Reisemobile in der Bundesrepublik neu zugelassen, was einem Plus von 12,5 Prozent im Vergleich zu 2017 entspricht. Das teilt der Caravaning Industrie Verband (CIVD) mit.

Die Branche hält für Camper in MV sogar schwimmende Stellplätze bereit. Am Camping- und Wohnmobilpark Kamerun können „Seecamper“ ihr Wohnmobil auf ein motorisiertes Floß stellen und „damit führerscheinfrei durch Europas größtes Wassergebiet, die Mecklenburgische Seenplatte, fahren“, heißt es beim Landestourismusverband TMV. Ein weiterer Anbieter, der „Freecamper“, startet den Angaben zufolge mit drei Flößen von der Havel aus über die Kanäle in Richtung Mecklenburgische Seenplatte.

Im Nordosten gibt es derzeit 208 Campingplätze. Mit 4,99 Millionen Übernachtungen (vorläufige Erhebung) erzielte die Camping-Branche im Nordosten nach Angaben des Landestourismusverbands TMV im vergangenen Jahr einen Gäste-Rekord und ein deutliches Plus im Vergleich zu 2017 (4,56 Millionen Übernachtungen). Laut einer Befragung vor drei Jahren reisten 64 Prozent der Campinggäste mit Wohnwagen oder Wohnmobil an, teilt der TMV mit.

Wintercamping im Caravan

Und viele davon campen auch im Winter. Etwa ein Viertel der Campingplätze in MV habe im Winter geöffnet, erklärt Katrin Hackbarth, Sprecherin beim TMV: „Die Plätze bieten Gästen inzwischen alle Annehmlichkeiten, um sich auch bei kühleren Temperaturen aufzuwärmen.“ Viele Einrichtungen verfügten über Saunen und aufwendig gestaltete Wellness-Bereiche.

Einen „Trend zum Wintercamping“ hat der Caravaning-Verband ausgemacht. „Die modernen Fahrzeuge sind besser isoliert, haben mehr Komfort und stärkere Heizungen, die zugleich weniger Gas verbrauchen“, erklärt Onggowinarso. Die Anschaffung eines Reisemobils oder Caravans müsse sich schließlich rentieren, weswegen die Besitzer die Gefährte auch im Winter nutzen wollen.

Rechtzeitig buchen

Wer ein Wohnmobil oder einen Caravan mieten will, sollte sich rechtzeitig entscheiden. „Vor allem für die Hochsaison im Sommer sollte man schon ein halbes bis Dreivierteljahr im Voraus buchen“, sagt Diedrich. Die Caravan-Saison dauere von April bis Oktober, teilweise November. Neben dem Verkauf der Gefährte halten Caravaning Nord und Caravan-Center Dahnke auch Miet-Flotten bereit: Wohnwagen können demnach ab 50 Euro pro Nacht, Reisemobile ab etwa 80 Euro gemietet werden, je nach Ausstattung, Saison und Fahrzeugtyp.

Für den Kauf von Neufahrzeugen hat der CIVD aktuelle Durchschnittspreise von 20 000 Euro für Wohnwagen und 73 000 Euro für Wohnmobile ermittelt. Ein großer Trend sei, dass sich Caravaning-Freunde kleinere Reisemobile, sogenannte Kastenwagen, kaufen, um den Wagen – z. B. einen T6 California oder Mercedes Marco Polo – sowohl für den Alltag als auch für den Urlaub zu nutzen. „Heute geht es damit zur Arbeit, morgen zum Surfen“, sagt Dahnke.

Axel Meyer