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MV aktuell Usedom: Kein Plastikmüll mehr
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00:00 19.08.2017
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Heringsdorf/Binz

. Mit dem sommerlichen Sonnenaufgang ziehen täglich Traktoren mit Eggen Spuren durch die Strände der mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste und sammeln den weggeworfenen Müll ein. In einigen Seebädern wie Binz oder in den Usedomer Kaiserbädern hat sich das Müllaufkommen in den vergangenen Jahren erhöht, in anderen Orten wie im nordwestmecklenburgischen Boltenhagen eher nicht. „Insgesamt müssen wir feststellen, dass die Urlauber umweltbewusster geworden sind“, sagte der Kurdirektor der Usedomer Kaiserbäder, Thomas Heilmann.

Die Kaiserbäder sagen nun dem Plastikmüll den Kampf an. Ab kommendem Jahr soll es im To-Go-Verkauf an den Stränden nur noch Verpackungsmaterialien aus biologisch abbaubarem Material geben, sagte Heilmann. Auch der Hundekot soll künftig nur noch in Beuteln aus schnell verrottendem Material entsorgt werden.  Die Gemeinde will dazu die Ortssatzung ändern.

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In Binz, dem größten Seebad auf Rügen, hat das Müllaufkommen laut Kurverwaltung sogar deutlich zugenommen. In Prora entstanden in letzter Zeit Hunderte neue Ferienwohnungen. „Die Gäste bringen mehr Sachen mit an den Strand“, sagte Sprecherin Marikke Behrens. Speziell Verpackungsmaterialien landen im Müll. Am Saisonende sei zu beobachten, dass ausgedientes Strandequipment am Strand zurückgelassen und so „entsorgt“ werde. Gereinigt wird in Binz der Strand  maschinell, aber auch manuell. 250 Mülltonnen müssen auf elf Kilometer Strandlänge täglich geleert werden. „Was uns ein bisschen Sorge bereitet, ist der Müll, der an stürmischen Tagen an die Strände gespült wird“, sagt der Kurdirektor von Heringsdorf, Heilmann. Der Sturm spüle nicht nur Bernstein, sondern auch Plastikabfall oder auch Schiffsmüll an das Ufer. Das Umweltbundesamt (UBA) zeigte sich besorgt über die Vermüllung der deutschen Küsten – viel mehr an der Nord- als an der Ostseeküste. Nach Angaben der Behörde wurden an den Nordsee-Stränden im Durchschnitt 389 Müllteile auf 100 Metern gefunden. An der erstmals untersuchten Ostseeküste fanden die Forscher demnach durchschnittlich rund 70 Teile auf 100 Metern Küstenlinie.

Im Ostseebad Boltenhagen machen offenbar wenig Umweltfrevler Urlaub. Mehr Müll gebe es in diesem Jahr nicht, sagte Marketingchefin Katleen Herr. Wegen des wechselhaften Wetters seien weniger Tagestouristen im Ort. Aber: „Die 10 500 Gästebetten sind ausgebucht“, sagte sie.  „Der Bauhof reinigt jeden Tag den Strand.“ Der Gästemüll aus den Papierkörben an den 24 Strandaufgängen und an der Strandpromenade werde jeden Tag entsorgt. Die Gäste lassen wenig Abfall direkt am Strand liegen. Aber im Umfeld der Müllbehälter blieben oft kaputte Iglu-Zelte oder Federballspiele zurück. Ein großes Problem seien Zigarettenkippen. Manche Strandkorbvermieter würden Strandaschenbecher verteilen, aber die seien auch nicht der Weisheit letzter Schluss, meinte die Marketingchefin. Sie seien zum Beispiel nicht recycelbar.

Birgit Sander

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