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MV aktuell Verein äußert schlimmen Verdacht: Brandstifter in Lübtheen wollten Wölfe vernichten
Nachrichten MV aktuell Verein äußert schlimmen Verdacht: Brandstifter in Lübtheen wollten Wölfe vernichten
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15:46 09.07.2019
Ein Rudel Wölfe: Ist der Waldbrand in Lübtheen von einem Wolfhasser gelegt worden (Archivfoto)? Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Lübtheen

Das gewaltige Feuer auf dem früheren Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Südwestmecklenburg ist gelöscht, der Katastrophenalarm aufgehoben – doch wie es zu dem größten Waldbrand in der Nachkriegsgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns kam, ist noch immer nicht geklärt. Der Verein „Wolfsschutz Deutschland“ geht von einem erschreckenden Motiv aus: die gezielte Vertreibung der Wölfe in der Lübtheener Heide.

„Brandstiftung zur Wolfsvernichtung – klingt wie eine Verschwörungstheorie“, gibt auch die Vorsitzende des 170 Mitglieder starken Vereins, Brigitte Sommer, zu. Doch Fakt sei: „Die Bevölkerung in der Region macht schon seit langem mobil gegen die Tiere“. Sollte sich ihr Verdacht bestätigen, würde sie Anzeige erstatten. „Solch eine Tat wäre aufs Schärfste zu verurteilen.“

Wolf hat in der Lübtheener Heide mehrfach Nutztiere gerissen

Die Wölfe, die seit Jahren im Bereich des Truppenübungsplatzes in der Lübtheener Heide leben, haben wiederholt Nutztiere gerissen – auch in den kürzlich evakuierten Dörfern. Im September 2017 soll sogar ein vermeintlicher Wolf nah an einem Wohnhaus in Jessenitz gesichtet worden sein. Seitdem ist der Wolf ein heikles Thema in der Region.

Wolfsangriffe in Mecklenburg-Vorpommern:

Tödliche Attacken von Wölfen in Mecklenburg-Vorpommern häufen sich. Bisweilen werden die Raubtiere aber auch selbst getötet.

Die Raubtiere fühlen sich auf aktiven und ehemaligen Truppenübungsplätzen wohl, weil sie besonders abgeschieden sind und auf ihnen keine Jagd erlaubt ist, erklärt Brigitte Sommer. „Für alle Wildtiere herrschen dort paradiesische Zustände“, so die Vereinsvorsitzende weiter. An Panzer und Schüsse würden sich die Wölfe schnell gewöhnen. „In den vergangenen zwei Jahren tobten die größten Waldbrände in Brandenburg und Mecklenburg auf ehemaligen Truppenübungsplätzen mit etablierten Wolfsfamilien. Ob das nun Zufall ist, muss geklärt werden“, resümiert Sommer.

Staatsanwaltschaft beteiligt sich nicht an Spekulationen

Die Behörden vermuten vorsätzliche Brandstiftung, die Ermittlungen dauern aber noch an. Wie die Oberstaatsanwältin der Staatsanwaltschaft Schwerin sagt, ist derzeit ein Sachverständiger zur Brandursache im Einsatz. „Wir wissen noch nicht einmal mit Sicherheit, ob das Feuer wirklich gelegt wurde“, betont Claudia Lange. Erst mit dem Bericht des Sachverständigen könne man sich sicher sein, ob es sich um eine Straftat handele. Bis dahin wolle man sich an keinen Spekulationen beteiligen, heißt es von ihr weiter.

Ein 38 Jahre alter Mann aus der Lübtheener Gegend, der am Wochenende im Sperrgebiet mit Schwarzpulver angetroffen und vorübergehend festgenommen worden war, ist wieder auf freiem Fuß. Nach bisherigen Erkenntnissen habe er nichts mit dem Waldbrand zu tun, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Doch weil in dessen Haus unter anderem Gewehre und Munition gefunden worden seien, werde gegen ihn wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Sprengstoff- und gegen das Kriegswaffengesetz ermittelt.

„Kehrt die Beute zurück, kommt auch der Wolf wieder“

Sollte die Vertreibung der Wölfe wirklich das Motiv für die Tat sein, ist dieses drastische Vorgehen nicht einmal unbedingt erfolgreich. Der Wildbiologe Norman Stier sagt, dass das Wolfsrudel, das aus zwei Altwölfen und mindestens drei Welpen (Stand 2018) besteht, hauptsächlich in anderen Bereichen der Region lebt. Es nutze auch die südlich an der Grenze zu Brandenburg gelegene Kalißer Heide. Stier: „Ich gehe nicht davon aus, dass die Wölfe jetzt die Lübtheener Heide meiden.“

Auch Brigitte Sommer meint, dass abzuwarten sei, wie groß der Schaden des Brandes auf dem 1200 Hektar großen Gebiet nun wirklich ausfällt. „Kehrt die Beute in die Region zurück, kommen auch die Wölfe wieder. Finden die Wildschweine und Hirsche aber nichts mehr zu fressen, wird auch der Wolf sich andere Jagdreviere suchen“, sagt sie.

Ann-Christin Schneider

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