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MV aktuell Verkauf vertagt: Mitarbeiter berichten von Chaos bei Lila Bäcker
Nachrichten MV aktuell Verkauf vertagt: Mitarbeiter berichten von Chaos bei Lila Bäcker
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19:22 06.05.2019
Wie geht es weiter bei Lila Bäcker? Eine für diesen Dienstag erwartete Entscheidung zum Verkauf soll nun doch erst später fallen. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Rostock

Die Entscheidung zur Zukunft von Lila Bäcker ist erst einmal verschoben. Eine für Dienstag angesetzte Versammlung des Gläubigerausschusses wurde vertagt. Die Gewerkschaft NGG drängt: „Es muss jetzt schnell etwas passieren“, sagt Landesgeschäftsführer Jörg Dahms. Die Unternehmensleitung sei heillos überfordert. Dahms spricht sich für einen Verkauf an Firmengründer Volker Schülke aus. Für ihn spreche, das er das insolvente Unternehmen als Ganzes erhalten wolle und aus der Branche komme.

13 Tage am Stück durcharbeiten

Dabei sehnen sich die rund 2600 Beschäftigten nach guten Nachrichten. „Die Lage ist katastrophal. Keiner scheint sich um uns zu scheren“, beklagt die Verkäuferin einer Lila-Bäcker-Filiale im Großraum Rostock. Es herrsche akuter Personalmangel. „Teilweise müssen wir 13 Tage am Stück durcharbeiten“, berichtet ihre Kollegin. Auch ständige Schichten an Sonn- und Feiertagen seien normal, obwohl sie Mütter kleiner Kinder sind. Als Ende Januar die Schieflage bekannt wurde, kam das Gehalt zeitweise nur noch unregelmäßig. Wenigstens das hat sich inzwischen gebessert.

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Die Chefetage schweigt

Wie schlecht es um die Firma steht, hätten sie und ihre Kolleginnen erst aus den Medien erfahren. „Das alles kam für uns sehr überraschend.“ Der Informationsfluss sei immer noch spärlich, so die langjährige Mitarbeiterin: „Einen Anruf bei der Chefetage kann man sich sparen. Dort wurden wir bisher nur abgewimmelt oder sogar angelogen.“ Abgesehen von einer Versammlung in Warnemünde, die im März für alle Lila-Bäcker-Angestellten im Rostocker Umkreis stattfand, habe noch nie jemand von der Chefetage mit der Belegschaft gesprochen. „Und auch dabei haben wir uns veräppelt gefühlt, denn im Endeffekt wurde nur Belangloses dahergesagt“, berichten die Verkäuferinnen.

Mit der Insolvenz begannen die Probleme

Bis zur Insolvenz sei in den Läden alles in Ordnung gewesen. „Die Qualität hat gestimmt, ebenso der Preis. Die Kunden waren zufrieden. Jetzt wurden die Preise stark angezogen und wir müssen größtenteils Tiefkühlware verkaufen“, erzählt eine der Angestellten, die bereits in mehreren Filialen arbeitete. Am 15. Mai soll es eine Versammlung gebe, bei der die Belegschaft informiert werden soll, wie es mit der Firma weitergeht. Das habe man ihnen so mitgeteilt. In der Unternehmensleitung in Pasewalk weiß man nichts von einem solchen Termin, sagt eine Sprecherin auf Anfrage.

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