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MV aktuell Verzogene Gleise, Waldbrände: Diese Folgen hat die Hitze in MV
Nachrichten MV aktuell Verzogene Gleise, Waldbrände: Diese Folgen hat die Hitze in MV
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18:50 26.06.2019
Gleisarbeiter schneiden Dehnungsfugen in die Gleise der Mecklenburgischen Bäderbahn „Molli“ bei Heiligendamm. Die Stahlstränge hatten sich in der Hitze verzogen. Quelle: Andreas Meyer
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Rostock

Der Sommer ist voll in Fahrt: Bei tropischen Temperaturen jenseits der 30 Grad sind die zahlreichen Badeseen MVs heiß begehrt. „Wir haben aktuell rund 400 Gäste pro Tag“, freut sich Rico Kröplien (42), der die Badeaufsicht im Freibad Ploggensee in Grevesmühlen hat. Zwei Rettungsschwimmer sind derzeit zwingend nötig. „Aus Sicherheitsgründen öffnen wir nur, wenn beide anwesend sind“, erklärt Kröplien. Auch das Freibad Kalkwerder am Schweriner See hat gut zu tun: „Der Andrang ist riesig, größer als vergangenes Jahr“, berichtet Uwe Scherschel (58), Wachleiter der Schweriner Wasserwacht. Mit sieben Rettungsschwimmern seien sie jedoch gut gerüstet. Mario Goß (48), Bademeister des Naturbad Grimmen, gibt zu, er und seine vier Rettungsschwimmer leiden etwas unter der Sonne. Der Betrieb laufe aber gut: „Heute habe ich allein rund 200 Schulkinder, die ihren Schuljahresabschluss feiern. Sicher werden etliche Besucher dazukommen, um sich abzukühlen.“

Molli-Gleise verziehen sich

Unterdessen hat die Hitze erste spürbare Folgen: Die Bäderbahn „Molli“ musste am Dienstag für einige Stunden ihren Betrieb zwischen Bad Doberan und Heiligendamm einstellen. Die Gleise der historischen Dampflok hatten sich verzogen. „Der Stahl war teilweise 70 Grad heiß, hat sich ausgedehnt“, so Molli-Chef Michael Mißlitz. Gleisbauer schnitten mit schwerem Gerät Dehnungsfugen in die Gleise. „Auf 300 Metern dehnen sich die Gleise bei diesen Temperaturen locker um einen Meter aus“, sagt Mißlitz.

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Heiße Tage und laue Nächte: Optimale Voraussetzungen für geniale Monate. Was ihr in dieser Zeit alles erleben könnt, zeigt euch die OZ hier.

Auf den Autobahnen und Bundesstraßen im Land gab es bisher noch keine Schäden: „Wir hoffen darauf, dass es sich am Donnerstag und Freitag etwas abkühlt“, so Ronald Normann vom Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr. „In Thüringen mussten bereits erste Straßen gesperrt werden, weil die Fahrbahn aufgeplatzt ist und sich tiefe Risse gebildet haben.“ Das könne jederzeit auch in MV passieren: „Wir haben daher unsere Kontrollfahrten verschärft, fahren alle Hauptstrecken täglich ab und suchen nach Hitzeschäden.“

37 Waldbrände in MV

Auch in den Wäldern wird die Hitze zum Problem: 37 Waldbrände landesweit wurden dem Landesforstamt in Malchin bisher gemeldet – unter anderem von der Müritz und aus der Lübtheener Heide. „In weiten Teilen des Landes gilt Waldbrand-Gefahrenstufe 4“, so Laura Rieck, die Sprecherin des Landesforstes. Eine Fläche von etwa elf Fußballfeldern sei bisher von Bränden betroffen. Und: „Der Borkenkäfer liebt diese Temperaturen. Er breitet sich derzeit weiter aus.“ Vor allem Kiefernbestände sind betroffen, unter anderem im Forstamt Poggendorf in Vorpommern. Mehr als 31 500 Kubikmeter Holz haben die Käfer bereits vernichtet. „Wir hoffen auf Regen. Denn Regen mag der Käfer nicht“, sagt Rieck.

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Andreas Meyer und Maria Baumgärtel

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