Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Vibrionen in der Ostsee: Erster Todesfall in MV – vier weitere Infektionen
Nachrichten MV aktuell Vibrionen in der Ostsee: Erster Todesfall in MV – vier weitere Infektionen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:37 09.08.2019
Bei Wassertemperaturen über 20 Grad vermehren sich die Vibrionen in der Ostsee. Quelle: Stefan Sauer / dpa
Anzeige
Rostock

Die gesundheitsgefährdenden Vibrionen in der Ostsee haben in diesem Sommer ein erstes Todesopfer in Mecklenburg-Vorpommern gefordert. Wie die OSTSEE-ZEITUNG vom Landesamt für Gesundheit und Soziales erfuhr, handelt es sich bei der Toten um eine ältere Frau, die zur Risikogruppe der immungeschwächten Personen gehörte.

Neben dem Todesfall registrierte die Behörde seit Juni vier weitere Erkrankungen durch Vibrionen-Infektionen. „Alle Betroffenen gehörten zu den bekannten Risikogruppen“, sagte Dr. Martina Littmann, Leiterin der Abteilung Gesundheit im LAGuS der OZ. Wo sich die ältere Dame infizierte und woher diese stammte, teilte das Amt mit Verweis auf den Datenschutz nicht mit.

Kommentar –Todesfall durch Vibrionen: Offensiver vor Gefahren warnen

Drei Vibrionen-Tote im Super-Sommer 2018

Mit dem Klimawandel und steigenden Temperaturen in der Ostsee wächst auch die Gefahr von Vibrionen-Infektionen. „Vibrio-Bakterien vermehren sich vor allem bei einem Salzgehalt ab 0,5 Prozent und ab einer Temperatur von etwa 20 Grad Celsius stark“, sagte Littmann. Diese Bedingungen seien besonders in warmen Sommern auch an der deutschen Nord- und Ostseeküste gegeben. Im Super-Sommer 2018 zählte das Amt 18 Erkrankungen, davon drei Sterbefälle. Zum Vergleich: 2003 infizierten sich zwei Badende an den Erregern, einer starb.

Die Untersuchungen auf Vibrionen begannen Ende Juni entlang der Ostseeküste und in den küstennahen Boddengewässern. Bis Anfang September werden 14-tägig oder monatlich Proben genommen – in diesem Jahr waren es bislang 16 Proben, wie Littmann sagte.

Trotz der tendenziell steigenden Erkrankungszahlen in den vergangenen Jahren, gehört die Untersuchung auf Vibrionen nicht zum standardmäßigen Untersuchungsprogramm der Kreis-Gesundheitsämter. Die Untersuchungen auf Vibrionen erfolgen zusätzlich. „Standardmäßige Untersuchungen sind nicht sinnvoll. Das derzeitige durchgeführte Monitoring wird erfahrungsgemäß als ausreichend angesehen“, sagte Littmann.

Wussten Sie, dass man in der Ostsee einem der giftigsten Tiere Europas begegnen kann? Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um Gefahren der Ostsee kennenzulernen.

Aufklärung auch in anderen Bundesländern gefordert

Wichtig sei umso mehr die Information und Kommunikation mit den niedergelassenen Ärzten sowie allen medizinischen Einrichtungen, sagte Littmann. „Da auch häufig Urlauber aus anderen Bundesländern betroffen sind, ist die Weitergabe von Informationen auch über die Landesgrenzen hinaus sehr wichtig“, so die Expertin. Nur so könne eine zielgerichtete und zeitnahe Behandlung gewährleistet werden. Das LAGuS arbeitet deshalb mit dem Robert-Koch-Institut zusammen.

Interview –Experte über Vibrionen: Infektion kann innerhalb von 24 Stunden tödlich sein

Vibrionen sind stäbchenförmige Bakterien, die vorwiegend im Meerwasser leben und schwere und tödliche Infektionen auslösen können. Die Keime können beim Baden oder Wasserwaten in Hautverletzungen eindringen und rufen in seltenen Fällen schwere Wundinfektionen hervor.

Baden in der Ostsee

+++ Thema: Blaualgen +++

Service: Das müssen Sie über Blaualgen wissen

Wissen: So wirken sich Blaualgen auf Mensch und Umwelt aus

+++ Thema: Baden in der Ostsee +++

Video: Gefährlicher Badespaß in der Ostsee – DLRG-Retter sind genervt

Bildergalerie: Diese Gefahren lauern beim Bad in der Ostsee

Wahrheit oder Mythos: Was ist dran an den bekannten Baderegeln?

DLRG warnt: Diese einfachen Regeln beim Baden unbedingt einhalten

Familie: Zu wenige Kinder können schwimmen

Neunauge beißt Schwimmer in der Ostsee: „Es hat gezappelt und war schleimig“

Wundinfektion sofort einem Arzt melden

Als besonders anfällig gelten laut Gesundheitsamt Menschen mit chronischen Grundleiden wie Lebererkrankungen oder Diabetes sowie Menschen mit einer bestehenden Immunschwäche. Bei geringsten Anzeichen einer Wundinfektion sollte sofort ein Arzt konsultiert werden und dieser auf Kontakt mit Meerwasser hingewiesen werden. Eine rechtzeitig eingeleitete Therapie sei gegebenenfalls lebensrettend, hieß es vom LAGuS.

Mehr zum Thema:

Gefährliche Bakterien in warmer Ostsee: Vier Infektionen durch Vibrionen

Satellitenbilder zeigen riesige Blaualgen-Teppiche auf der Ostsee

Nach Badeausflug: Mann (66) von fleischfressenden Bakterien getötet

Von Martina Rathke

Gute Verstecke, Plätze zum Sonnenbaden und Überwinterungsmöglichkeiten: Der seltenen Zauneidechse soll es an der A 20 an nichts fehlen. Die Umsiedlung war Voraussetzung für den Beginn des Brückenbaus bei Tribsees. Kosten für den Tierschutz: eine halbe Million Euro.

07.08.2019

Nach der schrecklichen Tat im Rostocker Stadtteil Dierkow hat sich erstmals die Mutter gegenüber der Staatsanwaltschaft geäußert. Sie bezweifelt, dass der Täter die Polizisten überhaupt erkannt habe. Ende Juli hatte der Mann sein Baby vor den Augen der Mutter schwer verletzt.

07.08.2019

Die USA wollen Firmen mit einem Bann belegen, die für Nord Stream 2, ein russisches Erdgas-Pipeline-Projekt, tätig sind. Klare Botschaft der Wirtschaft hier: Äußere Einmischung in die Energiepolitik Europas sollte nicht geduldet werden.

07.08.2019