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MV aktuell Vize-Landrat klagt gegen eigenen Kreis
Nachrichten MV aktuell Vize-Landrat klagt gegen eigenen Kreis
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11:12 28.03.2018
Ob im Trinkwasserschutzgebiet am idyllischen Pinnower See dauerhaftes Wohnen möglich sein soll, ist umstritten. Quelle: Fotos: Fred Ruchhöft; Verwaltung
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Pinnow

Am idyllischen Pinnower See bei Schwerin ist ein Streit um das Wohnen in Ufernähe entbrannt. Weil die Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim ihrem zweiten stellvertretenden Landrat, Günter Matschoß (CDU), eine Nutzungsänderung für sein Wochenendhaus am See untersagt hat, klagt der Vize-Landrat jetzt gegen die eigene Behörde. Denn: Matschoß will nach Informationen des NDR sein Wochenendhaus als normales Eigenheim nutzen. Das zuständige Schweriner Verwaltungsgericht bestätigte das Verfahren gegenüber der OZ, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Die entsprechende Klage sei im vergangenen Jahr eingereicht worden.

Der Vize-Landrat soll das Haus bereits 2011 gebaut und noch während der Bauphase eine Nutzungsänderung beantragt haben, um in dem Haus dauerhaft wohnen zu dürfen und nicht nur am Wochenende. Der Landkreis lehnte jedoch ab, weil das Haus in einem Trinkwasserschutzgebiet liegt. Das Gebiet sei wichtig für Schwerins Wasserversorgung, eine Dauernutzung könne daher zu Gefährdungen führen. Und:

Sollte Matschoß eine Nutzungsänderung bekommen, könnten auch andere Wochenendhaus-Besitzer darauf pochen.

Gegen die Ablehnung legte Matschoß, der Mitglied im CDU-Kreisvorstand Ludwigslust-Parchim ist, Widerspruch ein. Laut NDR hat er eine Kanzlei in Wismar beauftragt, mit deren Hilfe er vor dem Schweriner Verwaltungsgericht klagt. Der Vize-Landrat ist in der Kreisverwaltung für Bauangelegenheiten zuständig – somit vertreten seine Mitarbeiter eine völlig andere Auffassung zur Rechtslage als ihr Chef. Das Verwaltungsgericht wolle dazu in einem Monat entscheiden.

„Jeder Bürger hat das Recht, gegen Verwaltungsentscheidungen Widerspruch einzulegen“, sagte Kreissprecher Andreas Bonin der OZ. Das sei ein „ganz normaler Vorgang“. Den Antrag zur Nutzungsänderung habe Matschoß als Privatmensch gestellt. Matschoß selbst äußerte sich nicht auf Anfragen. axm

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