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MV aktuell Volkswerft: Nur noch ein Interessent im Rennen
Nachrichten MV aktuell Volkswerft: Nur noch ein Interessent im Rennen
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02:25 03.02.2014
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Das Drama um die ungewisse Zukunft der insolventen Volkswerft Stralsund nähert sich dem finalen Akt. Auch 17 Monate nach der Pleite des traditionsreichen Schiffbaubetriebs sind Käufer nicht in Sicht. Wie die OSTSEE-ZEITUNG aus Kreisen des Gläubigerausschusses erfuhr, haben Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann und die rot-schwarze Landesregierung inzwischen sogar einen der beiden verbliebenen Interessenten vollends abgeschrieben.

Brinkmann wird mit Blick auf den Windkraftanlagenbauer New Global Wind (NGW) mit den Worten zitiert: „Bis auf reichlich heiße Luft haben wir von den jungen Herren nichts Seriöses vernommen.“ So hätten sich Vertreter des Hamburger Unternehmens in der vergangenen Woche bereits zum fünften Mal mit Brinkmann getroffen und lediglich lose Konzepte präsentiert.

Finanzierungssicherheiten, Beschäftigungszusagen oder Auftragsgarantien? Fehlanzeige. Angeblich will die Firma 80 Millionen Euro in die Werft investieren. Sie kokettiert mit Aufträgen von bis zu 750 Millionen Euro, angeblich finanziert aus Schweizer Fonds.

New Global Wind hatte in der Vergangenheit bereits mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, in Stralsund einen 42 Hektar großen „Innovationspark“ mit mehreren Windenergiewerken bauen und insgesamt eine Milliarde Euro in den Standort investieren zu wollen. Auch hier blieb es bislang bei Ankündigungen. Unter der Firmenanschrift ist seit Tagen niemand zu erreichen. Branchenkenner halten NGW schon lange für eine „Luftnummer“ — nun wohl auch Brinkmann und mit ihm die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern.

Der für sein angeblich mangelndes Engagement von Gewerkschaften und Arbeitnehmern unter Feuer genommene Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) versprach unterdessen, der Volkswerft zu helfen. Dem NDR sagte der Regierungschef, die Landesregierung werde in Abstimmung mit Brinkmann weiter nach Interessenten suchen. Dabei könne es auch um Industrieunternehmen gehen, die nicht unbedingt etwas mit Schiffbau zu tun hätten. Sellering bekräftigte damit also die bisherigen Aussagen von Vertretern der Landesregierung, Stralsund müsse nicht zwingend Werftstandort bleiben. Das Angebot müsse lediglich „nachhaltig und zukunftsfähig“ sein, sagte der SPD-Landeschef.

Genau diese Voraussetzungen fehlen dem Regierungschef offenbar auch beim zweiten Anbieter, den Nordic-Werften in Wismar und Warnemünde unter ihrem russischen Eigner Witali Jussufow. Diese hätten bislang keine Arbeitsplatzgarantie abgegeben. Bis zum Mai will sich die Insolvenzverwaltung jetzt noch Zeit nehmen, um nach seriösen Käufern Ausschau zu halten. In Richtung Volkswerft-Mitarbeiter sagte Sellering: „Sie können darauf vertrauen, dass die Landesregierung weiter an Ihrer Seite steht.“

Mitarbeiter-Protest
Die Gewerkschaften und Schiffbauer in Stralsund setzen Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) immer stärker unter Druck. Die IG Metall hatte Sellering vergangenen Freitag dazu aufgefordert, die Rettung der Werft „zur Chefsache zu machen“. Vor dem Werfttor waren rund 250 wütende Demonstranten aufgezogen. Sie kündigten radikale Proteste an, sollte die Landesregierung ihren Kurs nicht ändern.



Jörg Köpke

Rostock — Die Rubrik „Frankfurter Wertpapierbörse“ ist seit Jahren ein fester Bestandteil unseres Wirtschaftsteils.

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