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MV aktuell Welle der Hilfsbereitschaft für die Helden von Lübtheen
Nachrichten MV aktuell Welle der Hilfsbereitschaft für die Helden von Lübtheen
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12:22 03.07.2019
Dirk Diedrichsen (42, Polizeihauptmeister), Olaf Müller (51, Polizeihauptmeister) und Polizeihauptkommissar Karsten Wagner (48) fliegen Einsätze über dem brennenden Wald bei Lübtheen. Die Männer wurden aus Fuhlendorf und Fuldatal zum Einsatz kommandiert.  Quelle: Juliane Schultz
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Lübtheen

Im Vereinsheim des SV Concordia Lübtheen herrscht Ruhe vor dem Sturm: Hubschrauberpiloten der Bundespolizei warten darauf, dass ihre Schicht beginnt. Mit ihren Helikoptern sollen sie Wasser aufnehmen und dann über dem verheerenden Waldbrand auf dem brennenden ehemaligen Truppenübungsplatz ablassen.

Die Wartezeit verkürzen sich die Besatzungen mit frisch gebackenem Kuchen und Schaumküssen, die ihnen die Vereinsmitglieder hingestellt haben. „Die herzliche Aufnahme durch die Menschen hier ist beeindruckend“, sagt Pilot Frank Höpfner. „Wir müssen sehen, dass wir das mit unserer Leistung zurückgeben können.“

Ein erneutes Feuer auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hält die Region in Atem.

Hubschrauber der Kanzlerin im Einsatz?

Der Sportplatz ist inzwischen zum Landeplatz umfunktioniert worden. Am Dienstagnachmittag stehen dort fünf Polizeihubschrauber gleichzeitig, darunter dem Vernehmen nach auch eine Maschine der Flugbereitschaft, mit dem sonst die Bundeskanzlerin fliegt. Pilot Höpfner ist eben erst eingetroffen. „Schon kurz nach Hamburg haben wir den Rauch gesehen. Ich kannte die Bilder bisher nur aus dem Fernsehen, es ist schon beeindruckend, das live zu sehen.“

Jörg Pressel ist Hubschrauberpilot bei der Bundeswehr. Nur seine Maschine vom Typ CH 53 kann die großen 5000-Liter-Tanks tragen, die beim Löschen des Waldbrandes nahe Lübtheen eingesetzt werden. Quelle: Juliane Schultz
Andreas Lüth vom Service-Team im Lübthener Sportvereinsheim hat am Montag für die Einsatzkäfte Würstchen gegrillt Quelle: Juliane Schultz
Optikermeisterin Katrin Brüch koordiniert in ihrem Geschäft "Mien Brill" die Hilfsaktion für Lübtheen in Hagenow. Quelle: Juliane Schultz

Einer der Unterstützer ist Dirk Gielow. Er arbeitet beim Lebensmittelkonzern Kühne am Standort Hagenow. „Ich wollte angesichts dieser Katastrophe nicht einfach nur zu Hause sitzen.“ Also ging Gielow zu seinem Chef, der ihm spontan erlaubte, sein Auto mit Senf, Ketchup, Gewürzgurken und Snacks vollzuladen. Ihm taten die betroffenen Bewohner leid, die wegen des herannahenden Waldbrandes ihre Dörfer verlassen mussten. „Wenn das Feuer auf die Häuser übergreift und keine Versicherung zahlt, stehen diese Menschen mit leeren Händen da“, so Gielow.

Hilfe für Mensch und Tier bietet Jennifer Dietel in Bresegard. Ihr Hof, auf dem sie mit ihrem Mann unter anderem 17 Alpakas hält, könnte zu einer Arche Noah werden: „Wir haben unsere Alpakas ausquartiert, so dass wir jetzt Platz für Tiere aus den evakuierten Dörfern haben“, erklärt die 30-Jährige. Dort hätten die Besitzer vor allem viele größere Tiere zurückgelassen.

Jennifer Dietel bietet auf ihrem Hof Birkenkamp in Bresegard Tieren Asyl, die wegen des Waldbrands bei Lübtheen umziehen müssen. Quelle: Juliane Schultz

Wie schlimm das Feuer wütet, mussten die Dietels am Montag selbst erleben: „Der Rauch zog bis zu uns auf den Hof“, sagt Jennifer Dietel und zeigt auf eine etwa 500 Meter entfernte Baumreihe: „Die Bäume konnten wir nicht mehr sehen.“ Ihre Sorge gilt auch den Wildtieren: „Es werden sicher viele in den Flammen sterben. Das ist kaum vorstellbar“, sagt sie, den Tränen nahe.

Axel Büssem und Juliane Schultz

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