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MV aktuell Waldbrand in Lübtheen außer Kontrolle – General ruft zum Angriff auf
Nachrichten MV aktuell Waldbrand in Lübtheen außer Kontrolle – General ruft zum Angriff auf
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22:52 02.07.2019
Rauchwolken ziehen über die kleine Ortschaft Hohen Woos am Rande des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei einem großflächigen Waldbrand in der Nähe von Lübtheen. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Lübtheen

Nach der Lagebesprechung am Dienstagabend geht Landrat Stefan Sternberg die aktuelle Lage zum Waldbrand in Lübtheen bekannt: „Der Brand ist nicht unter Kontrolle und breitet sich weiterhin aus. Wir haben es jetzt mit einer Gesamtfläche von rund 1200 Hektar zu tun. Etwa 850 Hektar Fläche brennen aktuell. die Gesamtausdehnung beträgt vier mal drei Kilometer.

Die gute Nachricht: Das Feuer breitet sich nur noch in Richtung des Truppenübungsplatzes und nicht mehr in Richtung der bereits evakuiert Dörfer aus. Am Montagabend war das Feuer bis auf 50 Meter an die Ortschaft Alt Jabel herangerückt. Noch immer ist es Feuer zu nah an den evakuierten Ortschaften. Die Evakuierung wird deshalb aufrechterhalten.“

Munitionszerlegungsbetrieb in Gefahr

Sternberg betont, dass sie Sperriegel gehalten haben und dass es nunmehr etwa 300 Meter entfernt von der Ortschaft brennt.

Ein erneutes Feuer auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hält die Region in Atem.

Aktuell brennt es noch immer im Abstand von 50 Metern zu einem Munitionszerlegungsbetrieb. Auch das Dankwart-Werk wird gesondert geschützt. Hier wurde am Dienstagnachmittag ein weiterer Sperriegel eingerichtet. Insgesamt arbeiten je 750 Einsatzkräfte in vier Schichen.

Von der Verteidigung zum Angriff

Am Montagabend gab der Landrat die Devise aus, man werde nun von der Verteidigung zum Angriff übergehen. General Gerd Kropf führt aus, dass dies nun umgesetzt werde und die Bundeswehr heute Schneisen in den Wald geschlagen habe und von diesen aus das Feuer zu bekämpfen.

Am Mittwoch sollen weitere Räumpanzer in die Region verlegt werden. Auch in der Nacht wird die Bundeswehr weiter arbeiten. Sie schafft die Bewegungsfreiheit für die Löschfahrzeuge der Feuerwehr. Bislang kommt die Feuerwehr noch immer nicht an den Brand heran.

Schwesig unterbricht Urlaub

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat ihr in Urlaub in Südfrankreich unterbrochen um sich am Dienstag ein Bild von der Lage vor Ort zu machen: „Die Lage ist immer noch ernst, weil sie auch nicht so einfach zu bewältigen ist. Die Sache wird auch noch die nächsten Tage und Kräfte viel Kraft kosten.“

Sichere Wege durch den Wald bekannt

Landrat Stefan Sternberg berichtet, dass die Einsatzkräfte nun alte Karten ausgewertet haben und anhand dieser sichere Wege recherchieren konnten, die man befahren kan. Auch habe man ehemalige Bundeswehrangehörige befragt, die zuletzt auf dem Platz gedient haben, welche Wege sicher seien.

Nun muss der Munitionsbergungsdienst die Gefahrenkategorien auf bestimmte Strecken herabsetzen, damit Löschfahrzeuge diese befahren dürfen.

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