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MV aktuell Weil Regen fehlt: Wird bald das Trinkwasser in MV knapp?
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10:46 24.07.2019
Seit Februar 2018 leidet MV unter einer Dürre, sagen Experten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig. Die Folgen könnten bald alle Menschen im Land zu spüren bekommen. Quelle: Benjamin Barz
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Rostock

Der Regen in den vergangenen Tagen – er hat nichts gebracht: In Mecklenburg-Vorpommern wird das Wasser knapp. Und nach den Landwirten könnte das bald alle Menschen in MV treffen. Denn landesweit sinken die Grundwasserspiegel. Das bestätigt jetzt das Schweriner Umweltministerium auf OZ-Anfrage. Seit Mai 2018 seien die unterirdischen Wasserreservoirs um bis zu einen Meter zurückgegangen, sagt Ministeriumssprecherin Eva Klaußner-Ziebarth. Langfristig rechnen die Fachleute in Schwerin damit, dass die Werte weiter sinken werden. Trinkwasser könnte dann zum knappen Gut an der Küste werden.

Helmholtz-Forscher: „Außergewöhnliche Dürre

Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig sprechen bereits von einer „außergewöhnlichen Dürre“ – vor allem im Osten und Norden Deutschlands. Auf den Dürre-Karten der renommierten Forschungseinrichtung ist fast ganz MV in alarmierendem Dunkelrot eingefärbt. Seit Februar 2018 sei es an der Küste zu trocken. Im März beispielsweise fiel im Raum Neubrandenburg 22 Prozent weniger Regen als normal. Die Folgen dessen werden immer dramatischer: „Die Grundwasserstände liegen unter den Normalwerten der Jahre 2006 bis 2015“, sagt die Sprecherin von Umweltminister Till Backhaus (SPD). Und sie sinken immer weiter.

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In Kühlungsborn fehlen 69 Zentimeter

In Berichten des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) heißt es, dass beispielsweise in Kühlungsborn, Sanitz und Groß Breesen die langjährigen Mittel bei Grundwasser zum Teil deutlich unterschritten werden. Im größten Ostseebad Mecklenburg um 69 Zentimeter. Und: Allein zwischen April und Mai sank der Wasserstand bei Sanitz um weitere fünf Zentimeter. Im Osten des Landes sind die Auswirkungen noch deutlicher: Laut Daten des Stalu liegt der Grundwasserspiegel etwa in Neustrelitz und Vipperow an der Müritz 1,23 Meter unter dem Soll. Auch die Gewässer im Land haben Wassernot: In Waren etwa liegt der Wasserstand der Müritz 35 Zentimeter unter dem Mittelwert, am Schweriner See melden die Messstationen 20 Zentimeter Niedrigwasser – Tendenz jeweils weiter fallend.

Wasserstand MV Quelle: Benjamin Barz

Wasserversorgung in Gefahr?

Aktuell gebe es noch keine Probleme mit der Trinkwasserversorgung im Land, betont das Umweltministerium. „Wir gehen davon aus, dass selbst bei ähnlichen geringen Niederschlagsmengen wie 2018 die öffentliche Versorgung überall im Land gewährleistet sein wird“, sagt Eva Klaußner-Ziebarth. In MV werde vorrangig Grundwasser aus Tiefen zwischen 20 bis 100 Metern gefördert. Dort würden die Auswirkungen der Dürre erst mit Verspätung spürbar. Aber: Perspektivisch drohen Probleme: Das Ministerium erwartet, dass der Klimawandel dazu führen wird, dass immer weniger Grundwasser in MV zur Verfügung steht. Gleichzeitig rechnen die Fachleute damit, dass immer mehr Wasser benötigt wird – als Trinkwasser, aber auch für die Bewässerung in der Landwirtschaft. „Die Auswirkungen werden im Osten des Landes stärker als im Westen.“ Konkrete Szenarien gebe es noch nicht. In Schwerin hoffen die Verantwortlichen nun auf ausreichend Regen in den kommenden Monaten.

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