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MV aktuell Weiteres Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in Hansestadt
Nachrichten MV aktuell Weiteres Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in Hansestadt
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15:40 13.09.2015
Syrische Flüchlinge warten im Fährterminal auf die nächste Fähre.
Syrische Flüchlinge warten im Fährterminal auf die nächste Fähre. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Am Kreuzfahrtterminal in Rostock-Warnemünde könnte vorübergehend ein weiteres Erstaufnahmelager für Flüchtlinge eingerichtet werden. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bestätigte die Pläne am Sonnabend in einem Interview mit NDR 1 Radio MV. Durch ein weiteres Erstaufnahmelager könne die Verteilung der Flüchtlinge auf die einzelnen Kommunen beschleunigt werden.

Wegen der steigenden Zahl ankommender Flüchtlinge wird seit Freitagabend die Bundeswehr im Erstaufnahmelager Horst bei Boizenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) eingesetzt, um die zivilen Helfer zu unterstützen.

Alleine am Freitag waren nach Angaben der gemeinsamen Arbeitsgruppe Flüchtlinge der Landesregierung 149 Asylbewerber angekommen, 129 verließen das Lager. Die 30 Bundeswehrsoldaten aus Eutin (Schleswig-Holstein) werden im Schichtdienst eingesetzt und sollen nun bei Registrierung, Unterbringung und Versorgung der Menschen helfen. Zuletzt hatte es Kritik an der Situation in Horst gegeben.

Überall im Land wird derzeit nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten gesucht. Am Freitag hatte Schwerin eine weitere Notunterkunft in einer Schule zur Verfügung gestellt. Die Hansestadt Wismar prüft, ob die Alte Reithalle auf dem Landesgartenschau-Gelände Flüchtlinge aufnehmen kann. Auch in Basepohl bei Stavenhagen sind Plätze in den alten Bundeswehrkasernen geschaffen worden.

Unterdessen hat die ehrenamtliche Rostocker Flüchtlingshilfe den beliebten Mau-Musikclub in der Innenstadt kurzerhand in eine Flüchtlingsunterkunft umgewandelt. Matratzen wurden ausgelegt und Lebensmittel bereitgestellt. Ein für Samstagabend geplantes Konzert im Club wurde abgesagt.

Ob diese Unterkunft gebraucht wird und wie viele Menschen an diesem Wochenende nach MV kommen sollen, ist nach Angaben der Arbeitsgruppe Flüchtlinge offen. Auch Caffier nannte im Radio-Interview keine Zahl. Er sagte: Nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel könnten es theoretisch rund 800 Flüchtlinge sein, da aber viele Asylsuchende individuell unterwegs seien, könnten es auch mehr werden. Die Bundesregierung rechnet an diesem Wochenende mit bis zu weiteren 40 000 Flüchtlingen.

Wie der NDR auf seiner Internetseite mitteilte, soll bei Bad Fallingbostel in der Lüneburger Heide ein neuer Standort zur Weiterreise der Flüchtlinge entstehen, um München zu entlasten. Von dort sollen die Menschen auf die norddeutschen Länder verteilt werden.



OZ