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MV aktuell Welterbe-Ärger: Stralsund kritisiert Land
Nachrichten MV aktuell Welterbe-Ärger: Stralsund kritisiert Land
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00:08 21.07.2015
Das Schweriner Schloss bei Vollmond. Um den Welterbeantrag ist ein Streit entbrannt. Quelle: dpa
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Stralsund

Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) hat der LandesregierungSelbstherrlichkeit“ im Zusammenhang mit der millionenschweren Unterstützung der Schweriner Welterbe-Bewerbung vorgeworfen und so Kritik provoziert. Schwerin habe völlig die Bodenhaftung verloren, meinte Badrow. „Ich kann das nicht hinnehmen, dass die Landesregierung lediglich 1,9 Millionen Euro für die Finanzierung einer ganzen Theaterreform zur Verfügung stellt, aber offenbar über unbegrenzte Ressourcen verfügt, wenn sie eigene Ziele verfolgt“, sagte der Stralsunder Stadtchef.

Seine Kritik richte sich nicht gegen die Welterbe-Bewerbung, sondern gegen das generelle Finanzgebaren des Landes, betonte Badrow. Gegenüber den Kommunen werde immer deutlich gemacht, dass das Land unter chronischem Geldmangel leide. Würden aber eigene Ideen verfolgt, stünden Ressourcen in unbegrenzten Mengen zur Verfügung, so der Stadtchef.

Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) wies gestern Badrows Kritik als unangemessen zurück. Offenbar habe Badrow vergessen, in welchem Umfang das Land im Jahr 2008 den Bau des Ozeaneums gefördert habe. Für den geplanten Umbau des Katharinenstiftes mit dem Meeresmuseum, das im Gegensatz zum Schweriner Schloss keine Landesimmobilie sei, stelle das Land weitere 15 Millionen Euro bereit. „Das Schweriner Schloss ist Landeseigentum und steht unter Denkmalschutz. Wenn wir das Schloss verrotten lassen würden, würden wir uns eines Rechtsverstoßes schuldig machen“, sagte Brodkorb.

Das Land will die Welterbe-Bewerbung Schwerins mit wissenschaftlicher Expertise vorantreiben und großzügig unterstützen. Zusammen mit dem Landtag und der Stadt Schwerin wurde ein wissenschaftlicher Beirat einberufen. Größter Kostenfaktor ist die Ausstellung des Schlossmuseums, die laut Brodkorb komplett überarbeitet werden muss. Das Land kalkuliert 20 Millionen Euro ein und hofft, dass sich der Bund zur Hälfte beteiligt. Sollte das nicht der Fall sein, übernimmt das Land die Kosten. Fest steht inzwischen, dass die zudem vom Land geplante Welterbe-Professur an der Hochschule Wismar im Fachbereich Architektur angesiedelt werden soll. Das Land will dafür über fünf Jahre eine halbe Million Euro bereit stellen. Der Stelleninhaber soll sich vorrangig auf die Welterbestätten des Landes konzentrieren. Die Altstädte von Stralsund und Wismar wurden 2002 in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen.

Unterstützung für Badrow kam aus dem Museumsverband. In keiner anderen Region gebe es so wenig Unterstützung für Museen vom Land, sagte Vorstand Bernd Lukasch. So mussten 2014 die Mönchguter Museen auf Rügen schließen, drei der vier Einrichtungen haben nun wieder geöffnet — mit eingeschränkten Öffnungszeiten.

Benjamin Fischer/Martina Rathke



OZ

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