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MV aktuell Schiffsschrauben aus MV: Warener Gießerei dreht wieder auf
Nachrichten MV aktuell Schiffsschrauben aus MV: Warener Gießerei dreht wieder auf
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19:44 20.05.2019
In der Mecklenburger Metallguss GmbH MMG wird die Nabe eines großen Schiffspropellers von Carsten Westphal auf einer Spezialmaschine bearbeitet. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Waren

Knapp ein Jahr nach dem Weg in die Eigenständigkeit sieht sich der Schiffspropeller-Hersteller Mecklenburger Metallguss GmbH (Waren) wieder im Aufwind. „Für 2019 wird ein Umsatz von 50 Millionen Euro erwartet, etwa zehn Millionen Euro mehr als 2018“, sagte Geschäftsführer Manfred Urban in Waren an der Müritz. So werden wieder mehr große Schiffsschrauben sowie mit Rudern kombinierte Propeller für Elektroantriebe produziert.

MMG gilt als Weltmarktführer beim Guss riesiger Schiffsantriebe. So liefern die Mecklenburger auch Antriebe für die mit 22 000 Stellplätzen größten Containerschiffe sowie für eine Serie von Großtankern, die in Südkorea vom Stapel laufen.

Nicht mehr nur Propeller

„Doch Propeller sind nicht mehr allein die Messlatte“, erklärte der zweite Geschäftsführer Lars Greitsch. Ihr Anteil am Gesamtumsatz wird von 95 Prozent 2018 auf 70 Prozent im Jahr 2019 sinken. Dazu kommen andere Bauteile. Zur Sanierung der Firma und Sicherung der 175 Arbeitsplätze habe auch der Vertrag mit der IG Metall im Juli 2018 beigetragen. „Die Rampe der Auftragseingänge ist aber noch nicht sehr steil“, beschreibt der 43-jährige Greitsch die Lage.

Die Mecklenburger Metallguss GmbH MMG gilt als Weltmarktführer beim Guss riesiger Schiffsantriebe. Das Warener Unternehmen erwartet für 2019 einen Umsatz in Höhe von 50 Millionen Euro, etwa zehn Millionen Euro mehr als 2018.

MMG gehörte bis Juni 2018 zur DIHAG-Gießereigruppe mit damals elf Unternehmen. Durch Umstrukturierung ist das Traditionsunternehmen seit 1. Juli 2018 wieder eigenständig, wobei der 64-jährige Urban, Greitsch und eine Geschäftspartnerin 25 Prozent der Anteile halten, 75 Prozent gehört einer Beteiligungsgesellschaft aus Wien.

„Wir brauchen jeden Mann“

Die Gießerei hatte im Boom-Jahr 2015 noch einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro, musste aber wegen der Schiffbaukrise 2017 und 2018 bereits Kurzarbeit einführen. „Das ist seit einem Jahr vorbei, wir brauchen jeden Mann“, sagte Urban. Dabei profitiert das Unternehmen von seiner Forschungsarbeit, unter anderem mit Forschern von einem Fraunhofer-Institut und der Universität in Rostock. So hat MMG weltweit bereits 350 große Schiffsantriebe auf kraftstoffsparendere Propeller umgestellt. Das „Retro-Fit“ hat aber zur Folge, dass nun fast nur noch kleinere Propeller an kleineren Schiffen ersetzt werden könnten. Da müsse man sehr genau rechnen.

Dazu kommen neue Stickoxid-Grenzwerte für die Schifffahrt, sagte Greitsch. So stiegen Reeder bereits auf Gasantriebe um, die keine Stickoxide ausstoßen, anstatt Schweröl oder Diesel. Auch die Kreuzfahrtbranche gehe diesen Weg. Dort werde an Bord viel Strom gebraucht. Ein italienischer Hersteller habe bereits das erste gasbetriebene Kreuzfahrtschiff im Betrieb genommen. Deshalb seien auch Antriebe über Elektromotoren entwickelt worden.

Forschung an leiseren Antrieben

Ein weiterer Aspekt, dem sich die Warener widmen, ist der Lärm unter Wasser. Dafür wurde eine kleine Kappe entwickelt, die diesen reduziert und trotzdem die Leistung nicht beeinträchtigt. „Es gibt schon erste Häfen, die Reedern einen Preisnachlass gewähren, wenn ihre Schiffsantriebe leiser sind“, lautet Urbans Erfahrung. Insgesamt sei das Geschäft aber schnelllebiger geworden.

Hatten Gießereien wie MMG, deren Hauptkonkurrenz in Südkorea und China produziert, 2008 noch etwa drei Jahre Auftragsvorlauf, so ist es heute nur noch ein Jahr. „Da muss alles stimmen“, erläuterte Greitsch. Man brauche Fachkräfte - vor allem Zerspaner für moderne Dreh- und Fräsmaschinen, einen optimalen Konstruktionsverlauf und intakte Verkehrswege. Die bis 110 Tonnen schweren Schiffsschrauben werden über die Autobahnen 19 und 24 via Hamburg verschifft. Dort hätten aber viele Brücken ihre Lebensdauer fast erreicht. „Wir müssen auch hier unseren Job machen können“, forderte Greitsch.

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Winfried Wagner / dpa

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