Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Tote Leonie (6): Geflüchteter Stiefvater ist polizeibekannt
Nachrichten MV aktuell Tote Leonie (6): Geflüchteter Stiefvater ist polizeibekannt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:24 15.01.2019
In Torgelow ist ein sechsjähriges Mädchen eines nicht natürlichen Todes gestorben. Das Wohnhaus wurde von Kriminaltechnikern untersucht. Quelle: Christopher Niemann
Anzeige
Torgelow

Dramatische Wende im Fall der toten Leonie (6) aus Torgelow: Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg hat einen Haftbefehl gegen den Lebensgefährten der Mutter beantragt. Gegen den 27-jährigen Mann wird wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Die Polizei hat indes eine Großfahndung nach dem Mann gestartet, denn seit Montagabend ist der gebürtige Anklamer auf der Flucht.

Pikant: Der Mann floh direkt aus dem Polizeirevier in Pasewalk, in dem er am Montag mit der ganzen Familie zu einer Anhörung erschienen war. Das bestätigte das Polizeipräsidium Neubrandenburg am Dienstag auf Anfrage. In einem Vernehmungsraum hätten Beamte ihm mitgeteilt, dass er vorläufig festgenommen werden soll. Zu dem Zeitpunkt trug er keine Handschellen oder andere Fesseln. „Er floh sofort, bevor weitere Maßnahmen getroffen werden konnten“, schreibt die Polizei Neubrandenburg auf Twitter. „Wir fahnden mit Hochdruck.“

Der tragische Tod hat sich am Samstagnachmittag in einem Wohnhaus im Zentrum Torgelows ereignet und gab zunächst Rätsel auf. Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg hatte von einer „nicht natürlichen Todesursache“ gesprochen. Der Leichnam des Mädchens wurde am Institut für Rechtsmedizin in Greifswald untersucht. Eine Obduktion sollte Klarheit bringen.

Inzwischen gibt es erste Erkenntnisse aus der rechtsmedizinischen Untersuchung des Kindes und aus den umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Anklam. Sie deuten darauf hin, dass es „Gewalteinwirkungen auf das Kind“ gab. Der Stiefvater hatte zunächst angegeben, dass das Mädchen die Treppe heruntergefallen sei. Die Untersuchungen ergaben jetzt aber ein anderes Bild: Sie sind „nicht mit einem von dem Beschuldigten behaupteten Sturzgeschehen in Einklang zu bringen sind“, heißt es in der Stellungnahme von Staatsanwaltschaft und Polizei.

Bisher sucht die Polizei nach dem Tatverdächtigen ohne Fahndungsfoto. „Solche Maßnahmen werden erst ergriffen, wenn alle anderen Fahndungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind“, sagt Claudia Tupeit, Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg. Zudem müsse über die Veröffentlichung eines Fahndungsfotos ein Richter entscheiden.

Zu der fünfköpfigen Torgelower Familie gehören drei Kinder. Der Tatverdächtige ist der Stiefvater von der toten Sechsjährigen und einem weiteren Zweijährigen sowie der Vater eines Babys. Der Mann ist bereits polizeibekannt, unter anderem sei er mehrfach wegen Körperverletzungsdelikten aufgefallen, teilt die Polizei mit.

Das Jugendamt hat den zweijährigen Jungen inzwischen zum leiblichen Vater nach Wolgast gebracht, teilte ein Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald mit. Die Mutter mit dem knapp sechs Monate alten Jungen kam in eine Mutter-und-Kind-Einrichtung.

Weiterlesen:
Tod eines Mädchens in Torgelow: Ursache weiter unklar

Virginie Wolfram

Ein 59-Jähriger hat am Montag auf dem Gelände des Schweriner Hauptbahnhofs Reisende belästigt und verfassungsfeindliche Parolen gebrüllt. Die Bundespolizei hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann eingeleitet. Außerdem erhielt er von der Bahn Hausverbot.

15.01.2019

Der Windkraftanlagenbauer Nordex ist wieder im Aufwind. Das Rostocker Unternehmen freut sich nach einer Flaute 2017 wieder über volle Auftragsbücher. Im Vorjahr konnten deutlich mehr Aufträge eingeworben werden.

15.01.2019
MV aktuell Diebesbande verhaftet - Hausmeister stellt Einbrecher

Der Einbruch in eine Wohnungsfirma in Boizenburg endet für zwei mutmaßliche Täter im Gefängnis. Ein aufmerksamer Hausmeister hatte die Diebe entdeckt und die Polizei gerufen. Ein 19-Jähriger und ein 23-Jähriger wurden verhaftet, ein 16-jähriger Komplize wurde wieder freigelassen.

15.01.2019