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MV aktuell Weniger Antibiotika-Verschreibungen auch im Nordosten
Nachrichten MV aktuell Weniger Antibiotika-Verschreibungen auch im Nordosten
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13:59 28.10.2019
Eine Labormitarbeiterin am Institut für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene des Universitätsklinikums in Erlangen (Bayern), hält im Diagnostiklabor eine Indikatorkulturplatte zum Nachweis von resistenten Bakterien in der Hand. Quelle: Daniel Karmann/dpa
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Schwerin

Die weltweite Zunahme von Antibiotikaresistenzen lässt auch Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern bei der Verordnung von Antibiotika offenkundig zurückhaltender werden. Wie die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) am Montag in Schwerin unter Berufung auf eigene Versichertendaten mitteilte, ging die Zahl der Antibiotika-Rezepte von 2008 bis 2018 im Nordosten um acht Prozent zurück.

Bundesweit sei der Rückgang mit elf Prozent allerdings noch stärker ausgefallen. In Sachsen und Sachsen-Anhalt sanken die Rezeptzahlen sogar um mehr als 20 Prozent. Ein Teil des Rückgangs in Mecklenburg-Vorpommern dürfte allerdings auch auf die sinkende Einwohnerzahl zurückzuführen sein, die innerhalb dieser zehn Jahre um gut drei Prozent schrumpfte.

Antibiotika hilft nicht gegen Viren

Antibiotika seien entscheidende Arzneimittel im Kampf gegen Bakterien, die lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen können. Würden sie jedoch zu häufig und zu lange eingenommen, könnten sich Resistenzen entwickeln, so dass die Medikamente im Ernstfall wirkungslos blieben, erklärte ein KKH-Experte. Als Beispiele gelten sogenannte Krankenhauskeime, die Lungenentzündungen oder auch schwere Wundinfektionen verursachen können.

Antibiotika wirkten zudem nur bei bakteriellen Infektionen und kämen deshalb auch bei hartnäckigen Erkältung im Regelfall nicht zum Einsatz. Erkältungskrankheiten würden ebenso wie Grippe in neun von zehn Fällen von Viren ausgelöst. Dagegen könnte Antibiotika nicht helfen, hieß es.

Von dpa