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11:00 22.12.2018
Asylbewerberunterkunft in der Satower Straße in Rostock. Quelle: Ove Arscholl
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Schwerin

Die Zahl der Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern ist weiter rückläufig. Für das zu Ende gehende Jahr werde mit knapp 2900 Neuanträgen gerechnet, teilte das Innenministerium in Schwerin mit. Damit liege die Zahl um etwa ein Viertel niedriger als 2017 mit etwa 4000.

Die meisten Asylbewerber waren im Jahr des größten Zustroms, 2015, registriert worden. Damals hatten knapp 19 000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern einen Asylantrag gestellt. Infolge der rückläufigen Zahlen gibt das Land die ehemalige Kaserne in Basepohl (Mecklenburgische Seenplatte), die als Reserveunterkunft für Flüchtlinge vom Bund angemietet worden war, zum Jahresende zurück.

71 000 Anträge bundesweit abgelehnt

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entschied nach eigenen Angaben in den ersten elf Monaten dieses Jahres über gut 204 000 Asylanträge und lehnte rund 71 000 ab. Laut Bundesinnenministerium nahmen ausreisepflichtige Ausländer deutlich seltener Programme für die freiwillige Rückkehr in ihre Heimatländer in Anspruch als 2017. Die Zahl habe sich in etwa auf 14 000 halbiert.

In den vergangenen Jahren hätten viele Asylsuchende aus den Balkan-Staaten die Starthilfen in Anspruch genommen, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Diese Gruppe sei inzwischen aber nicht mehr so stark vertreten. Nach seinen Angaben verließen bis Ende November 377 ausreisepflichtige Personen Mecklenburg-Vorpommern freiwillig, 210 mit finanzieller Unterstützung.

Rückgang der Abschiebungen in Mecklenburg-Vorpommern

Die Zahl der Abschiebungen blieb zum Vorjahr bundesweit nahezu konstant. Bis Ende Oktober wurden laut Bundesinnenministerium 20 122 Ausländer abgeschoben und damit 103 mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Derzeit scheiterten rund 40 Prozent der möglichen Abschiebungen an Widerständen der Herkunftsländer, hieß es. Ende Oktober seien rund 235 000 Ausländer in Deutschland ausreisepflichtig gewesen, fast 178 000 von ihnen würden allerdings aus humanitären Gründen geduldet.

Für Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich ein Rückgang der Abschiebungen ab. Bis Ende Oktober waren nach Angaben des Bundesinnenministeriums 364 Menschen in ihre Heimatländer zurückgebracht worden, rund 100 weniger als im Vorjahreszeitraum. Die höchste Zahl von Abschiebungen aus dem Nordosten hatte es der Statistik zufolge 2016 mit damals 817 gegeben. Im Jahr 2007 waren es lediglich 87.

Beratung zur Rückkehr schon in Erstaufnahmeeinrichtung

Nach Angaben Caffiers werden ankommende Asylbewerber seit September schon in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes von Mitarbeitern der Diakonie und der Caritas beraten. „Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung der Bereitschaft zur freiwilligen Ausreise“, erklärte Caffier. Für Personen, die sich der Abschiebung entziehen wollten, entstehe eine gemeinsame Abschiebungshaftanstalt für die norddeutschen Länder Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in Glückstadt.

RND/dpa

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