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MV aktuell Wenn aus Nachbarn Freunde werden
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05:00 24.05.2019
Jung und Alt in Harmonie: Stefanie Schrader (39) und Gerhard Thürk (88) sind Nachbarn in einer Hausgemeinschaft in der Nördlichen Altstadt in Rostock. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Kinder wuseln über den Rasen, die Eltern unterhalten sich angeregt bei einer Tasse Kaffee in der Sonne, im Schatten sitzt ein älteres Ehepaar auf der Bank: So sahen bereits viele Nachmittage auf dem Hinterhof der Großen Mönchenstraße 8 in Rostock aus, wie Helga (89) und Gerhard Thürk (88) sich gerne erinnern. Ein gutes Beispiel gelebter Nachbarschaft. Die OZ hat die Hausgemeinschaft aus Anlass des Tages des Nachbarn, der am Freitag begangen wird, besucht.

„Wir gehörten 1953 zu den Ersten, die hier einzogen“, erzählt Gerhard Thürk. Das Ehepaar hat bereits viel erlebt im Haus – gute Nachbarschaft gehörte immer dazu. „Schon zu DDR-Zeiten wurden wir als Vorzeigebeispiel ausgezeichnet. Nach der Wende nahm der Zusammenhalt etwas ab“, meint seine Frau. Das änderte sich allerdings drastisch, als Stefanie Schrader (39) und ihr Lebensgefährte Sebastian Kosak (39) vor sechs Jahren in das Haus der Wohnungsgesellschaft Wiro einzogen. „Seitdem ist wieder richtig Leben in die Hausgemeinschaft gekommen. Steffi ist einfach die gute Seele des Hauses“, schwärmt der Rentner.

Zu Festen kommen alle aus der Umgebung

Es werden Grillfeste gefeiert, gemeinsame Projekte angepackt und sich gegenseitig geholfen. „Ich bin aus Lübeck hierhergezogen. Dort war eine solche Gemeinschaft selbstverständlich“, erklärt Stefanie. Sie und ihr Lebensgefährte haben schnell Anschluss gefunden – alles weitere entwickelte sich automatisch, wie die Mutter eines fünfjährigen Sohnes sagt. Die gute Nachbarschaft geht weit über die Hausnummer 8 hinaus: Vor allem zu den Häusern 6 und 7, die sich alle einen großen Garten teilen, sei der Kontakt prima. „Zu Festen oder einfach nur einem gemütlichen Nachmittag kommen Nachbarn aus der gesamten Umgebung“, freut sich Stefanie. Dann spielen etliche Kinder aus der ganzen Gegend miteinander.

Nette Nachbarn gesucht

Liebe Leser, haben auch Sie nette Nachbarn oder gar eine tolle Hausgemeinschaft? Helfen Sie sich gegenseitig, feiern rauschende Feste oder verbringen schlichtweg Ihre Freizeit gemeinsam? Dann schreiben Sie uns Ihre schönsten Nachbarschaftsgeschichten und senden Sie diese – gerne auch mit Foto – an leserreporter@ostsee-zeitung.de.

In der Großen Mönchenstraße hält man zusammen: „Heike kocht für alle, Marina passt auf die Kinder auf, Micha hat immer sein Werkzeug parat. Jeder ist für den anderen da“, erzählt Stefanie begeistert. So haben alle angepackt, um die Wohnung eines gesundheitlich schwer angeschlagenen Nachbarn zu renovieren. Im Sommer wird auch der Garten gemeinschaftlich gepflegt. Selbst das Auspumpen des regelmäßig volllaufenden Kellers wird hier zum Event: „Die Hausgemeinschaft kommt dafür zusammen, die Kinder wollen abwechselnd den Schlauch halten und anschließend gibt es für die Erwachsenen ein kühles Bier“, schildert Stefanie.

Selbstgezogenes Obst und Gemüse für alle

Selbst das Ehepaar Thürk leistet trotz des hohen Alters seinen Beitrag: Gerhard erfreut die Bewohner mit seinen selbst gebauten Vogelhäuschen, Helga die Kinder mit gestrickten Sparstrümpfen zu Weihnachten. In der Adventszeit schmücken sie außerdem das Treppenhaus festlich. „Ganz toll finde ich, dass die beiden das Gemüse und Obst aus ihrem Schrebergarten immer in den Hof stellten – und jeder konnte sich so viel nehmen, wie er wollte“, erzählt die 39-Jährige. Angst, dass etwas gestohlen wird, brauche man in dieser Wohngegend auch nicht zu haben: „Jeder hat ein Auge auf das Hab und Gut der anderen.“

2500 Euro Preis für Hausgemeinschaft

Für das außergewöhnlich gute Nachbarschaftsverhältnis wurden die Bewohner der Hausnummer 8 auch schon belohnt: Bei einer Ausschreibung der Wiro gewann die Hausgemeinschaft 2500 Euro, die im Sinne des Gemeinwohls investiert wurden: in neue Gartenmöbel, einen Grill, eine Rutsche für die Kinder und einen Geräteschuppen. „Die Hütte haben wir selbst aufgebaut – sogar Gerhard rutschte auf den Knien herum und hämmerte Bretter zusammen“, berichtet Stefanie stolz. Zusammen mit dem Planschbecken, das jährlich neu gekauft werden muss, da es von den Kindern hoch frequentiert ist, ist der Garten eine perfekte Oase nachbarschaftlichen Zusammenseins. „Wenn ein Grillabend vorbereitet wird, kaufen wir sicherheitshalber immer mehr ein, damit auch spontane Gäste versorgt werden können“, lacht die 39-Jährige.

Um sich schnell gegenseitig verständigen zu können und sich auf dem Laufenden zu halten, haben die Nachbarn eine WhatsApp-Gruppe ins Leben gerufen. „Hat jemand ein Problem oder ein Anliegen, muss er nur durchfunken“, so Stefanie. Es gibt nichts, was man nicht ansprechen könne. Auf die Frage, ob es auch mal Beschwerden gab, antwortet die gute Seele des Hauses ohne zu Zögern mit „nein“. Die jüngste gute Tat von ihr und ihrem Lebensgefährten Sebastian war der Kauf einer neuen Gartenbank für das Ehepaar Thürk: „Nun können auch Helga und Gerhard bequem sitzen und sooft es geht bei unseren Aktivitäten dabei sein.“

Gesellige Treffen zum Tag des Nachbarn in MV

In Rostock findet von 9.30 Uhr bis 11 Uhr ein Nachbarschaftsfrühstück im Stadtteil- und Begegnungszentrum Lütten Klein statt. Für 3,50 Euro kann man dort in gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee und Brötchen Pläuschchen halten und sich besser kennenlernen.

In Greifswald organisiert der Bürgerhafen von 12 Uhr bis 17 Uhr ein Fest auf dem Domvorplatz. Die Gemeinschaft steht natürlich im Mittelpunkt: Um 14 Uhr lädt der Chor St. Spiritus zum Nachbarschaftssingen ein. Ab 15 Uhr wird die Mitbring-Kuchentafel eröffnet, zu der jeder seinen selbst gebackenen Kuchen sowie das Rezept zum Teilen mit den Nachbarn mitbringen kann. Musik, Spiele, Infostände und eine Kleidertauschbörse sorgen für viel Abwechslung.

In Wismar wird es den ganzen Tag in den verschiedensten Stadtvierteln gesellig: Von 11 Uhr bis 15 Uhr lädt im Friedenshof des Mehrgenerationenhauses ein kleiner Flohmarkt zum Stöbern ein. Der Kirchenladen öffnet von 14 Uhr bis 18 Uhr seine Türen und lockt mit Kaffee, Kuchen sowie Spielen für Groß und Klein. Köstlichkeiten gibt es auch in Wendorf in der Erwin-Fischer-Straße 32. Hier werden von 14 bis 18 Uhr Tische und Bänke vor die Tür gestellt. Mitgebrachte Speisen und Getränke sind willkommen. Weitere Treffpunkte sind der Kagenmarkt in der Zeit von 15 Uhr bis 17 Uhr, der Platz des Friedens von 16 Uhr bis 19 Uhr, der St.-Marien-Kirchturm sowie die Neue Kirche von 16.30 Uhr bis 19 Uhr. An allen Orten wird ein Programm für Kinder geboten.

Maria Baumgärtel

Am Freitag wird deutschlandweit mit großen und kleinen Festen die Nachbarschaft gefeiert. Auch in MV kann man mit seinen Nachbarn, Freunden und Bekannten bei verschiedenen Veranstaltungen Zeit verbringen.

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