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Werden Lebensmittel teurer? „Was momentan passiert, ist das Verramschen von Fleisch“

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13:56 29.12.2021
Hahn aus ökologischer Tierzucht auf einem Biolandhof: Die Ampel-Koalition will ab dem neuen Jahr eine Tierhaltungskennzeichnung für Fleisch und Wurst an den Start bringen.
Hahn aus ökologischer Tierzucht auf einem Biolandhof: Die Ampel-Koalition will ab dem neuen Jahr eine Tierhaltungskennzeichnung für Fleisch und Wurst an den Start bringen. Quelle: Marijan Murat
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Rostock

Die Landwirtschaft ist in MV neben dem Tourismus einer der wichtigen Wirtschaftsbereiche im Land. Entsprechend aufmerksam verfolgten hiesige Betriebe die Ankündigungen des neuen Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) vom zurückliegenden Weihnachtswochenende.

Der Minister fordert neben besseren Tierhaltungsstandards höhere Preise für bestimmte landwirtschaftliche Produkte wie Fleisch. Die Debatte kreist nun um die Frage, wie Klimaschutz und Landwirtschaft zusammengehen können.

„Einfach weniger Vieh halten und schwupp steigt der Preis“

Höhere Preise für Lebensmittel? Für Manfred Gresens kann das nicht der richtige Ansatz sein. Er schreibt: „Als gäbe es in der Bundesrepublik nur Beamte, Politiker mit fetten Gehälter und Pensionen und keine armen Bürger.“

Klaus Thoma setzt hinzu: „Es hieß mal, das Angebot macht den Preis.“ Er zeigt sich überzeugt: „Einfach weniger Vieh halten und schwupp steigt der Preis. In meiner Jugend war der Gang zum Metzger etwas nicht Alltägliches. Heute sterben Menschen, wenn sie nicht zweimal am Tag zu Edeka, Rewe, Netto, Aldi, Penny gehen können.“

Matthias Baur meint: „Am Ende wird es für alle teurer und regionale Lebensmittel kannst du noch schlechter bezahlen.“

„Jeder sollte wissen, dass man ohne Tierisches gut leben kann“

Birger Dominik Krause aber sagt: „Richtig so. Der eingeschlagene Weg der konventionellen Massentierhaltung ist einfach komplett der falsche und auf allen Ebenen ein Desaster.“

Ulrich Kukielka hält von etwaigen Ankündigungen nicht viel, wie er erklärt: „Ähnliche Meldungen gab es in den letzten Jahrzehnten immer wieder regelmäßig, passiert ist meistens nichts oder fast nichts. Fleisch ist so billig wie nie zuvor. Und selbst wenn die Preise steigen, wäre das nur eine Normalisierung der Fleischpreise. Was momentan passiert, ist ja das Verramschen von Fleisch, als wäre es nichts wert, und man hätte dafür kein Lebewesen getötet und nicht massenhaft CO in die Atmosphäre geblasen, sondern es würde von selbst vom Himmel fallen.“

Gerlinde Kiefer ist gleicher Auffassung, fordert: „Lebewesen töten sollte sogar unter Strafe stehen. Mittlerweile sollte jeder wissen, dass man ohne Tierisches sehr gut leben kann. Auch sollte jeder wissen, was es an Ressourcen verschwendet und dass es der Umwelt schadet. Also was außer Gier, Genuss, Egoismus ist der Grund dafür, dass so viele weitermachen wie gewohnt?“

„Das Fleisch ist doch schon teuer genug für Rentner“

Gerd Mll aber stellt folgende Fragen: „Fleisch verteuern, um den Konsum einzuschränken zugunsten der Volksgesundheit oder des Tierwohls? Wie wäre es denn, wenn man das Tierwohl durch Verschärfung der Vorgaben für den Tierschutz fördert?“

Und Helfried Horn ist der Ansicht: „Das Fleisch ist doch schon teuer genug für Rentner.“ Horn plädiert dafür, „dass von der Supermarktkasse bis zum Bauern nicht so viel abgezweigt wird.“ Wenn es so kommen sollte, dass die Preise für Lebensmittel tatsächlich weiter steigen, fordert Hartmut Wehner: „Dann braucht es einen sozialen Ausgleich für Geringverdiener.“

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Anne Doebert stellt Gegenfragen: „Warum schafft man nicht erst einmal diese unsägliche Massentierhaltung ab? So viel von den so produzierten Fleisch- und Wurstwaren landet täglich im Müll. Um das zu sehen, muss man nur mal mit offenen Augen durch einen Supermarkt gehen. Die Überschüsse werden zudem noch unter erbärmlichen Zuständen durch die Welt gekarrt und im Gegenzug werden noch Massen an Fleisch hierher transportiert – so ein Schwachsinn. Die Preise für Fleisch würden sich ganz von allein auf ein gescheites Maß regulieren.“

Und Johannes Brandner schließlich glaubt: „Mit Freiwilligkeit kommen wir hier leider nicht weiter. Das zeigt der weiterhin hohe (Billig-)Fleischkonsum.“

Von Juliane Lange