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MV aktuell Werftarbeiter streiken für höhere Löhne
Nachrichten MV aktuell Werftarbeiter streiken für höhere Löhne
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00:00 12.01.2018
Etwa 150 Werftarbeiter demonstrierten gestern vor MV Werften in Stralsund für höhere Löhne und Reduzierung der Arbeitszeit. Quelle: Foto: St. Sauer/dpa
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Stralsund/Rostock

. Mehr als 600 Beschäftigte haben sich gestern an Warnstreiks und Kundgebungen der IG Metall Küste in Mecklenburg-Vorpommern beteiligt. Den Angaben zufolge waren bei den MV Werften Stralsund 150 Metaller vor das Werkstor gekommen, in Rostock waren die Betriebe Ingenieurtechnik und Maschinenbau (IMG), Siemens und SEAR sowie Caterpillar, Neptun und MV Werften Rostock betroffen.

Für heute planen die Gewerkschafter einen Warnstreik bei Liebherr im Rostocker Seehafen. In ganz Norddeutschland waren rund 30 Betriebe von den Ausständen betroffen.

Bereits am frühen Morgen hatten sich die Arbeiter vor den MV Werften in Stralsund zu einer Kundgebung versammelt, um ihrer Forderung nach höheren Löhnen und einer zeitweisen Reduzierung der Arbeitszeit Ausdruck zu geben. Dabei trugen sie Transparente wie „Miteinander für Morgen“ und „Miteinander für mehr Zeit für uns“. Wie der IG Metall-Bevollmächtigte Guido Fröschke sagte, wurde in Stralsund bewusst auf einen Warnstreik verzichtet. An dem Stralsunder Werftstandort seien nach der Übernahme durch den Werftenverbund wieder rund 250 Mitarbeiter beschäftigt.

„Wir sind froh, dass es an diesem Werftenstandort weitergeht und wieder Jobs entstehen“, sagte Fröschke. Dennoch wolle man mit der Aktion Solidarität zeigen. „Wir sind im Norden nicht allein.“

In der kommenden Woche beginnt im vorpommerschen Stralsund der Bau einer 164 Meter langen Expeditionsyacht. Sie soll komplett in der Hansestadt gefertigt werden.

Die IG Metall Küste fordert für die 140 000 Beschäftigten sechs Prozent mehr Geld sowie einen Anspruch auf zeitweise Reduzierung der Arbeitszeit bis auf 28 Stunden, zum Teil mit Lohnausgleich. Die Arbeitgeber haben bislang zwei Prozent mehr Entgelt angeboten und eine Einmalzahlung von 200 Euro. Sie wollen sich auf die Arbeitszeit-Forderungen der IG Metall nicht einlassen. Aus ihrer Sicht sind die Forderungen und damit auch die Warnstreiks rechtswidrig. Die nächste Verhandlungsrunde für den Norden ist für Donnerstag nächster Woche in Bremen angesetzt.

Etliche Firmen, die ihre Mitarbeiter nicht nach Tarif bezahlen können, geraten jetzt unter Druck. Die MV Werften würden den Fachkräfte-Markt leer saugen, meint der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens in Vorpommern. Die Werftengruppe (Wismar, Warnemünde, Stralsund) stellt ein – und lockt mit Tariflöhnen. „Die meisten können da nicht mithalten“, sagt der Chef.

Martina Rathke/joachim Mangler

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