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MV aktuell Wetter sorgt für Migräne-Alarm: Rostocker Forscher an Studie beteiligt
Nachrichten MV aktuell Wetter sorgt für Migräne-Alarm: Rostocker Forscher an Studie beteiligt
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06:40 05.07.2019
Prof. Peter Kropp, Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Unimedizin Rostock, misst mit einem transportablen EEG-Gerät (Elektroenzephalografie) die elektrische Aktivität des Gehirns der Rostockerin Hanna Seifert. So werden Migräneabläufe erkannt. Quelle: Volker Penne
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Rostock

Ein nervendes Pochen, Klopfen und Stechen im Kopf: Aufgrund der Achterbahnfahrt der Außentemperaturen in den vergangenen Tagen leiden derzeit Hunderttausende Bundesbürger unter Kopfschmerzen und häufig auch Migräneanfällen. Die gute Nachricht: Aktuell stehen drei hochwirksame Präparate auf dem Markt zur Verfügung.

„Deren Wirksamkeit wurde an umfangreichen Studien mit weltweit 12 500 Patienten nachgewiesen. Das ist einmalig in der Geschichte der Migräneforschung“, erklärte Dr. Tim Jürgens. Der Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Neurologie an der Unimedizin Rostock leitet gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Kropp das seit 2016 bestehende Kopfschmerzzentrum Nord-Ost in der Hansestadt. Die Rostocker Forscher wirkten an den Studien in den vergangenen Jahren mit.

Temperaturunterschied befördert Migräne

„Bereits ein Temperaturunterschied von fünf Grad Celsius kann zur Erhöhung der Migränewahrscheinlichkeit um 60 bis 70 Prozent führen“, verdeutlicht Prof. Kropp. Der Direktor des Institutes für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Unimedizin Rostock betont aber, dass die anfallsartigen Kopfschmerzen und Sehstörungen keineswegs zwangsläufig entstünden. Und wer gerade einen Migräneanfall erlitten habe, den könnten auch die größten Wetterkapriolen nicht sofort aus der Bahn werfen, so der Experte.

Flüssigkeitsmangel vermeiden

Entscheidend ist, das kein Flüssigkeitsmangel auftritt, der häufig eine Migräne auslösen kann. „Sie sollten gerade an heißen Tagen mindestens zwei bis 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Es sind vor allem Wasser und isotonische Getränke zu empfehlen“, so Dr. Jürgens. Der Fachmann rät von größeren Mengen koffeinhaltiger Getränke ab, da diese nicht selten Migräneschübe auslösen.

Mehr als 150 000 Patienten in MV

Während etwa zehn Prozent der Deutschen an Migräne leiden, beeinträchtigt diese neurologische Erkrankung die Lebensqualität von mehr als 150 000 Frauen und Männern in MV in starkem Maße. Das belegen Daten der SHIP-Trend-0-Studie („Study of Health in Pomerania“) in der Region Vorpommern. „50,6 Prozent der Männer und 71,5 Prozent der Frauen im Alter von 20 bis 79 Jahren erklärten, in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal Kopfschmerzen gehabt zu haben“, sagt Prof. Dr. Henry Völzke vom Institut für Community Medicine der Unimedizin Greifswald.

Frauen viermal häufiger als Männer betroffen

Allein die AOK Nordost registrierte 2018 hierzulande fast 9000 Migränepatienten. Dabei seien Frauen viermal häufiger betroffen als Männer, betonte AOK-Sprecher Markus Juhls. Die besondere Häufung von Krankheitsfällen bei den Frauen bestätigt Dr. Jürgens. Kündigen sich starke Temperatur- und Luftdruckunterschiede an, sollten Patienten, die häufig an starken Kopf- und Gesichtsschmerzen litten, ihren Stresspegel möglichst reduzieren, verdeutlicht der Fachmann.

In der „Pillenfalle

Große Sorge bereitet den Experten die sprunghafte Zunahme von Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen. Laut Barmer Arztreport 2017 nehmen deshalb bereits 40 Prozent der neun bis 19 Jahre alten Kinder und Jugendlichen Medikamente ein. Vor der „Pillenfalle“ warnt Prof. Kropp: „Das kann leicht zu einem Medikamentenübergebrauch mit der Gefahr eines häufigeren Auftretens der Kopfschmerzen führen!“

Generell gilt: Betroffene sollten nicht mehr als an zehn Tagen im Monat Medikamente einnehmen, damit die Schmerzmittel nicht ihrerseits Kopfschmerzen verursachen.

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Volker Penne

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