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MV aktuell Wie süß! Babyalarm bei den Kegelrobben in MV
Nachrichten MV aktuell Wie süß! Babyalarm bei den Kegelrobben in MV
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09:52 25.04.2019
Ein Robbenjunges am Strand von Prora auf Rügen Quelle: Falko Bindernagel, Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen
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Stralsund

An der Küste von Mecklenburg-Vorpommern wurden in diesem Frühjahr mindestens fünf Robbenbabys gesichtet. „Die Kegelrobben, die noch Reste des nach der Geburt typischen Lanugofelles trugen, waren bei der Sichtung etwa zwischen drei und sechs Wochen alt“, sagte Michael Dähne vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. Die aktuellste Sichtung stammte von Mittwoch. Ein Mitarbeiter des Biosphärenreservats Südost-Rügen fotografierte das Jungtier am Strand von Prora.

Bitte nicht stören! An der Küste von Mecklenburg-Vorpommern wurden in diesem Frühjahr mindestens fünf Robbenbabys gesichtet. Der aktuellste Fall: Dieser Robben-Nachwuchs am Strand von Prora auf Rügen

„Wir sind uns aber nicht sicher, ob alle Tiere hier geboren wurden“, sagte der Kurator für Meeressäuger weiter. Möglich sei, dass die Robbenjungen nach dem Verlust des flauschigen Lanugofells bei ihrem ersten Tauchgang von Bornholm oder Gedser aus an die Küste von Mecklenburg-Vorpommern schwammen. Dies sei nicht ungewöhnlich. „Robben können bei ihrem ersten Tauchgang bereits Strecken von 200 bis 300 Kilometer zurücklegen“, so der Experte weiter. Auch wenn sie noch Reste des Geburtsfelles tragen, habe sich darunter bereits ein Sekundärfell ausgebildet, das sehr gut im Wasser schütze.

Etliche Sichtungen in MV im März und April

Sichtungen von Jungtieren gab es laut Dähne im März und April auf Usedom bei Karlshagen, Trassenheide, Koserow und Bansin, auf Rügen bei Sellin und Prora sowie in der Nähe von Rostock bei Dierhagen und Börgerende. Ein Robbenbaby wurde tot auf Poel gefunden. „Es trug noch das komplette Lanugofell und war vermutlich von seiner Mutter verlassen worden“, sagte Dähne.

Die Geburtssaison geht nun nach Einschätzung der Wissenschaftler langsam zu Ende. In diesem Winter zog es allein rund 100 erwachsene Kegelrobben in den Greifswalder Bodden. Die Zahl der Robben, die als größte in Deutschland lebende Raubtiere gelten, geht aber im Mai wieder deutlich zurück und pegelt sich dann auf etwa 20 bis 50 Tiere ein.

Gemeinden werden auf Robbengeburten vorbereitet

Dennoch: Seit etwa 15 Jahren steigt die Population der Kegelrobben an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern. Die Tiere galten in der südlichen Ostsee seit den 1920-er Jahren als ausgerottet. Schutzmaßnahmen und verbesserte Umweltbedingungen sorgten für einen Anstieg der Bestandszahlen. Die ersten Kegelrobbengeburten nach rund 100 Jahren hatten im vergangenen Jahr Meeresbiologen und Küstengemeinden gleichermaßen überrascht.

In diesem Jahr wurden die Gemeinden auf mögliche Geburten vorbereitet. So stellte der Umweltverband BUND unter anderem Ersthelferkisten mit Absperrmatreial zur Verfügung. Die Jungen dürfen in den ersten Wochen nach der Geburt nicht gestört werden.

Seltener Besuch – Ringelrobbe vor Greifswalder Oie

Einen ganz seltenen Besucher konnten in dieser Woche die Naturschützer vom Verein Jordsand begrüßen. Eine Ringelrobbe, die eigentlich im Norden der Ostsee beheimatet ist, hatte es sich auf einem Stein gemütlich gemacht. Ringelrobben sind durch den Klimawandel bedroht, da sie ihren Nachwuchs auf Eisflächen zur Welt bringen, wie Dähne sagte. Etwa jedes zweite Jahr werde mal ein Tier vor der südlichen Ostseeküste beobachtet.

Ringelrobbe an der Greifswalder Oie Quelle: Verein Jordsand

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