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MV aktuell Wieder keine weiße Weihnacht in MV: Regen und Wolken zum Fest
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Wieder keine weiße Weihnacht in MV: Regen und Wolken zum Fest

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20:19 19.12.2019
März 2018, Bastorf: Schneeballschlacht statt Frühlingsblüher im Vorgarten Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Ein weißes Weihnachtsfest in Mecklenburg-Vorpommern ist auch in diesem Jahr unwahrscheinlich. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes gehen die Chancen „gegen Null“. Die Experten rechnen mit einem sehr unbeständigen Wetter über die Weihnachtsfeiertage. „Wahrscheinlich wird das Wetter von atlantischen Tiefdruckgebieten geprägt sein, die mit westlicher Strömung milde Meeresluft nach Mecklenburg-Vorpommern führen. Die kalte Polarluft ist weit nach Norden abgedrängt“, sagt Meteorologe Robert Noth. „Wir rechnen mit starker Bewölkung und zeitweise Regen.“

Die erwarteten Temperaturen liegen bei etwa sechs Grad Celsius. „Weihnachten ist oft mild, da ist es in diesem Jahr recht normal“, sagt auch Meteorologe Dominik Jung vom Portal „wetter.net“. Im Südwesten Deutschlands rechnet er hingegen mit 15 Grad. „Da ist es durchaus etwas zu warm.“

Soviel Schnee lag in den Städten von MV durchschnittlich an Heiligabend, dem ersten und zweiten Weihnachtstag in Zentimeter. Quelle: Benjamin Barz

Wetterlage müsste sich komplett umstellen

Nach Angaben von DWD-Sprecher Frank Kahl müsste sich die Wetterlage komplett umstellen, damit es im Nordosten über die Festtage doch noch weiß wird. „ Es sollte mit nördlicher Strömung Luft polaren Ursprungs nach Norddeutschland geführt werden, die in etwa 1,5 Kilometer Höhe Temperaturen zwischen -5 und -8 Grad Celsius und einen Feuchtegehalt von etwa 90 Prozent in drei Kilometern Höhe aufweist“, erklärt er. „Generell kann man sagen, dass es im Norden Deutschlands nicht allzu oft weiße Weihnachten gibt. Auch dieses Jahr wird das wieder der Fall sein, denn schon jetzt haben wir es mit einer sehr milden Witterung zu tun.“

20 Prozent Wahrscheinlichkeit in MV

Die Wahrscheinlichkeit von weißer Weihnacht ist regional verschieden. Nach Angaben des DWD gebe es mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen – etwa die Höhenlage oder der Abstand zum Meer. So liegt die Schnee-Wahrscheinlichkeit in München (Bayern) bei 40 Prozent, für das gesamte Land Mecklenburg-Vorpommern bei 20 Prozent. „Direkt an der Küste sind es aber wohl eher um die 10 Prozent“, sagt Frank Kahl.

Graue oder grüne Weihnachten anstatt eines weißes Festes ist also kein ungewöhnliches Bild in MV. Die Experten sprechen von „weißer Weihnacht“, wenn allen drei Festtagen mindestens ein Zentimeter Schnee liegt. In Rostock etwa war das seit 1961 fünf Mal der Fall, in Boltenhagen drei Mal. Die Meteorologen haben in Ückermünde sieben Mal Schneedecken mit mehr als einen Zentimeter zum Fest gemessen. In Greifswald waren es vier, am Kap Arkona fünf Weihnachts-Feste im Schnee.

Temperaturen in Grad Celsius zwischen 1961 und 2018 in Rostock-Warnemünde Quelle: Benjamin Barz

Schnee oft erst nach Weihnachten

Dennoch gehört für viele Schnee zur Vorstellung vom perfekten Weihnachten dazu – einer Umfrage des Portals „Statista“ zufolge, wüschen sich das 70 Prozent aller Deutschen. „Coca Cola erfand den Weihnachtsmann und auch den Schlitten und den Schnee. Da wurde ein Idealbild in Sachen Weihnachten geschaffen, dass es so gar nicht wirklich gab“, erklärt Meteorologe Dominik Jung.

Extreme Wintereinbrüche erlebte MV in der Vergangenheit meist weit nach dem Weihnachtsfest. Nach Angaben des NDR-Wetterexperten Stefan Kreibohm habe es unter anderem im Jahr 1956 einen extrem kalten Februar mit einer Mitteltemperatur von -8,2 Grad Celsius gegeben. Die kälteste gemessene Temperatur in MV gab es am 6. Februar 2012 mit -28,7 Grad Celsius in Ueckermünde. Anfang 2010 gefror die Ostsee so sehr, dass Hiddensee von der Außenwelt abgeschnitten war. Viele erinnern sich an den Jahrhundertwinter 1978/1979. Der Nordosten versank wenige Tage nach Weihnachten im Schnee.

Winterdienst bereit für den Einsatz

Der Winterdienst der Hansestadt Rostock beginnt dennoch bereits zum 1. November und dauert bis zum 31. März an. „Wir warten auf den Winter“, so Steffen Böhme, Pressesprecher der zuständigen Stadtentsorgung. Sollte der erste Schnee kommen, werden die Verantwortlichen rechtzeitig vom Wetterdienst informiert. „Um wirtschaftlich zu bleiben, teilen wir nur Leute ein, die gebraucht werden“, sagt Böhme. In der Zeit vor dem Wintereinbruch gebe es andere Aufgaben. Bei Plusgraden seien die Arbeiter in der Straßenreinigung oder im Containerdienst beschäftigt. Der letzte Winter, wo Schneeschaufler richtig viel zu tun hatten, sei aber schon lange her. Steffen Böhme seien die Saisons 2009/10 und 2012/13 besonders stark in Erinnerung geblieben. „Da gab es sogar die Einberufung eines Katastrophenstabes“, sagt er.

Schnee zum neuen Jahr möglich

Ob es in diesem Winter noch Schnee gibt, lässt sich noch nicht vorhersehen. „Zum Jahreswechsel ist eine Abkühlung durchaus möglich!“, sagt Jung. „Ich denke, sicherlich bringen Januar und Februar nochmal Schnee. Aber unterm Strich wird es wohl ein Mildwinter werden.“

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Von Katharina Ahlers

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