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MV aktuell Königsbesuch: Roter Teppich und Jubel für die niederländischen Royals in MV
Nachrichten MV aktuell Königsbesuch: Roter Teppich und Jubel für die niederländischen Royals in MV
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13:01 21.05.2019
Rund 150 Schaulustige kamen zum Eingang des Instituts für Ostseeforschung (IOW) in Rostock-Warnemünde, um das Königspaar zu begrüßen. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Der Arbeitsbesuch der Majestäten aus Den Haag in Mecklenburg-Vorpommern – er beginnt mit Kaiserwetter auf dem Flughafen Rostock-Laage. Pünktlich um kurz nach 11 Uhr schwebt die schwarz-weiße Boeing 737-7 mit dem Wappen des Königshauses am Rumpf in MV ein. Es heißt, König Willem-Alexander habe das Flugzeug höchstselbst geflogen. Eine Bestätigung dafür gab es von offizieller Seite nicht.

Aber: Seit 20 Jahren fliegt Willem-Alexander – quasi „nebenbei“ – für die niederländische Airline KLM als Co-Pilot, absolviert rund 150 Flugstunden pro Jahr. Erst vor zwei Jahren ließ er sich für die 737 ausbilden, für die „Airforce One“ des Nachbarlandes.

Entspannter als der US-Präsident

Von Laage geht es mit dem Auto nach Schwerin: 15 Fahrzeuge in Kolonne, sieben Polizei-Motorräder vorweg. „Die Niederländer sind vergleichsweise entspannt, was das Thema Sicherheit angeht“, sagt ein ranghoher Polizist. Die Wagen stellt das Land, die Fahrer sind ebenfalls Polizisten aus MV. „Der US-Präsident beispielsweise hat seine eigenen Fahrzeuge und Fahrer mitgebracht.“

Fähnchen, roter Teppich und Selfies mit Schwesig: Das niederländische Königspaar verzückt seit Montag die Menschen in MV. Wir zeigen die ersten Bilder vom Flughafen Rostock-Laage, aus Schwerin und Warnemünde.

In Schwerin wird unterdessen schon der rote Teppich ausgerollt. Vor dem Eingang der Staatskanzlei spielt sich das Landespolizeiorchester warm. „Wir präsentieren einen Auszug aus unserem Repertoire: Filmmusiken, Lateinamerikanisches“, sagt Orchesterleiter Christof Koert.

Blumen für Máxima

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sammeln sich immer mehr Schaulustige. Auch Christin Blödorn und ihre Mutter Kathrin Bungert bleiben neugierig stehen. „Wir haben gerade erst erfahren, dass Máxima und Willem-Alexander kommen“, sagt Blödorn. „Jetzt sind wir gespannt, wie das hier gleich ablaufen wird.“

Keine zwei Meter weiter winkt Elisabeth Sky Engel aufgeregt mit einem Blumenbouquet. „Für Máxima“, sagt das Mädchen und ihre Augen leuchten. „Wir sind beide große Liebhaber der Königshäuser“, sagt Elisabeths Oma, Heike Schulz. Besonders Hollands Royals haben es der Schwerinerin angetan. „Die sind so offen, so herzlich.“

Jubel bricht los

Wie recht sie damit hat, zeigt sich wenige Minuten später: Gegen 12.30 Uhr rast die Fahrzeugkolonne der Monarchen die Schlossstraße hoch, wendet und macht vor der Staatskanzlei halt. Die Tür der Limousine öffnet sich, die Menge applaudiert.

Lustige Geschenkideen für Hollands Königspaar

Dann verschlägt es vielen buchstäblich die Sprache: Als Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und ihr Mann Stefan das Königspaar begrüßen und mit ihm für die Fotografen posieren, ist es bis auf das Klick-Klick der Kameras mucksmäuschenstill. Dann winken Willem-Alexander und Máxima den Schaulustigen zu – und der Jubel bricht los.

Ostsee-Lachs zum Mittag

Der König strahlt, die Gute-Laune-Queen an seiner Seite sogar noch etwas mehr: Máxima glänzt mit ihrer sympathischen Ausstrahlung und ihrem stilsicherem Auftritt. Sie trägt einen Wildseidenrock, ein pinkfarbenes Oberteil und einen breiten Haarreif.

In der Staatskanzlei tragen sich die Monarchen ins Gästebuch der Landesregierung ein. Dann geht es im Auto zum Schloss, zum Mittagessen in der Orangerie. Zusammen mit 62 geladenen Gästen lassen sich die Royals ein Drei-Gänge-Menü mit regionalen Spezialitäten schmecken: Serviert werden unter anderem Tatar vom Ostsee-Lachs, Lammrücken vom Schaalsee und Erdbeeren aus der Lewitz.

„Auf die Freundschaft“

Bevor die Majestäten zu Messer und Gabel greifen, hält Willem-Alexander in nahezu akzentfreiem Deutsch eine Rede, lobt die Leistungen, die Mecklenburg-Vorpommern seit der Wende vollbracht hat und erhebt sein Glas zum Toast: „Auf die Freundschaft zwischen Mecklenburg-Vorpommern und den Niederlanden.“

Nach dem Essen genießen die Royals am Südportal des Schweriner Schlosses einen kurzen Augenblick lang die Sonne, bevor sie sich auf den Weg zum Museum machen. Davor warten bereits Hunderte Fans der Royals.

Volksnahe Majestäten

Willem-Alexander und Máxima werden ihrem Ruf als volksnahe Majestäten gerecht: Sie schütteln unzählige Hände, lächeln in Handykameras und werden dafür mit kleinen Präsenten belohnt. Wie es ihr hier gefalle, will eine Frau von Máxima wissen. Sie strahlt. „Sehr schön.“

Britisch, schwedisch, norwegisch – in MV waren sie alle. Das sind die europäischen Blaublüter, die bereits Gast in unserem Land waren.

Nach einem kurzen Besuch der Ahnengalerie führen Manuela und Stefan Schwesig das Königspaar in den Plenarsaal, wo sich Willem-Alexander und Máxima ins Gästebuch des Landtages eintragen. Um 15.30 Uhr ist die königliche Stippvisite in Schwerin wieder vorbei: Die Royals machen sich auf gen Rostock-Warnemünde.

Rot-weiß-blaue Fahnen zur Begrüßung

Dass Ostseebad zeigt sich wenig königlich. Es ist eine halbe Stunde vor der erwarteten Ankunftszeit, und der Leuchtturm und das Hotel Neptun verschwinden auf halber Höhe in einer dicken Schicht Seenebel.

Die Fans sind trotzdem da: Gut 150 Schaulustige stehen vor dem Institut für Ostseeforschung (IOW) hinter der roten Absperrungskordel. Angelika, Julia und Oliver Lehnert fallen besonders auf, weil sie kleine rot-weiß-blauen Fahnen schwenken. Die Familie aus dem Rostocker Ortsteil Groß Klein freut sich schon lange auf diesen Tag.

„Sie ist eine tolle Frau“

„Wir sind riesige Hollandfans“, sagt Familienvater Oliver Lehnert. Tochter Julia ist die Adelsexpertin der Lehnerts, sie weiß alles über das Königspaar aus Zeitschriften. „Es wäre toll, wenn wir sie aus der Nähe sehen könnten“, sagt Mutter Angelika.

Ein paar Meter weiter steht Karin Folda. Sie hat einen Strauß orange Rosen mitgebracht, die sie Máxima gerne geben würde. „Sie ist eine tolle Frau, so unglaublich sympathisch“, sagt die Rentnerin aus Potsdam, die seit einem halben Jahr in Rostock lebt.

Anfahrt mit quietschenden Reifen

Dann geht auf einmal alles ganz schnell: Schwarze Limousinen fahren mit quietschenden Reifen vor, gefolgt von einer Motorradstaffel der Berliner Polizei. Und dann sind sie da: Máxima und Willem-Alexander steigen aus, winken und schütteln Hände. Die Königin nimmt die Rosen von Frau Folda und sagt Hallo zu den glücklich lächelnden Mitgliedern der Familie Lehnert.

Mecklenburg-Vorpommern ist beliebtes Ziel für Staatsgäste aus aller Welt.

Am Strand bereiten sich unterdessen drei Hamburger und drei Rostocker Schüler auf ihren großen Auftritt vor. „Ich bin sehr aufgeregt“, sagt Julia-Lea Bartwicki. Die 17-jährige Schülerin aus Hamburg ist seit Sonntag in Warnemünde auf Klassenfahrt. Gleich am ersten Tag steht ein Treffen mit der niederländischen Herrscherfamilie auf dem Programm.

Selbstsicher – trotz unpassender Schuhe

Die elfte Klasse aus Hamburg hat am IOW einen Kurs besucht, bei dem es um den Plastikmüll am Strand geht. Nun stehen Willem-Alexander, Máxima und gut ein Dutzend wichtiger Politiker vor einer kleinen Gruppe von Schülern, beobachtet von -zig Fernsehkameras und unzähligen Pressefotografen.

Geduldig folgt das Königspaar den Erklärungen von IOW-Mitarbeitern über die Gefährlichkeit von Plastikmüll. Hier direkt am Strand ist es windig und kühl. „Ihr ist bestimmt ganz kalt“, sagt eine Frau in der Zuschauermenge mitfühlend über Máxima.

So viel „Royales“ steckt in Rostock

Die lässt sich aber nichts anmerken. Mit freundlicher Miene hört sie zu, die ausgezogenen Lederhandschuhe hält sie in der Hand. Selbstsicher steht sie da, trotz der eher unpassenden Schuhe, Pumps mit hohen Pfennigabsätzen. Familie Lehnert ist natürlich auch hier dabei. Fröhlich schwenken die Drei hinter der roten Kordel ihre Fähnchen.

Keine Zeit für junge Forscher

Für Franka Freytag, Ailina Guljam und Lara Stoklasek hätte es noch ein bisschen besser laufen können. Die drei Rostocker Schülerinnen sollten dem Königspaar eigentlich ihr Umweltprojekt zeigen, für das sie einen Landespreis bei „Jugend forscht“ bekommen haben. Aber die Zeit reicht nicht, die drei Rostockerinnen stehen fast die ganze Zeit hinter den gekrönten Staatsoberhäuptern, die dann auch schon wieder wegmüssen, bevor Ailina, Franka und Lara ihnen erklären können, was für ein Problem abgeblätterte Bootslacke für die Ostsee sind und wie seine Methode entwickelt haben, die Ausbreitung dieses Schadstoffs zu messen. „Aber es war trotzdem eine sehr große Ehre für uns“, sagt Franka Freytag nachher aufrichtig.

Am Abend gibt es auf Einladung der Holländer im Warnemünder Kurhaus ein Wirtschafts-Dinner mit 250 geladenen Gästen – inklusive Familienfoto auf der Freitreppe.

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Antje Bernstein, Andreas Meyer und Gerald Kleine Wördemann

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