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MV aktuell Nordex: Darum gibt es trotz roter Zahlen mehr Arbeit in Rostock
Nachrichten MV aktuell Nordex: Darum gibt es trotz roter Zahlen mehr Arbeit in Rostock
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21:06 14.05.2019
Nordex-Techniker Denny Petzold (re.) prüft in Rostock neue Rotorblätter. Am Stammsitz gibt es viel zu tun, trotz roter Konzernzahlen. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Die schlechten Nachrichten aus der Windkraft-Branche reißen nicht ab. Nachdem am Montag die Fachagentur Windenergie einen dramatischen Einbruch beim Aufbau neuer Anlagen in Deutschland gemeldet hat, legte das Rostocker Unternehmen Nordex am Dienstag mit schlechten Zahlen nach. Der Windanlagenhersteller rutschte tiefer ins Minus. 35 Millionen Euro Verlust weist die erste Quartalsbilanz für 2019 aus, nach 19,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Auch der Umsatz brach ein, von 488 Millionen auf 400 Millionen Euro.

Aufträge für mehr als sechs Milliarden Euro

Trotz der schlechten Zahlen sprach Nordex von einem Geschäftsverlauf „wie erwartet“. Noch immer leide das Geschäft unter den Spätfolgen von 2017, als massenweise Bestellungen ausblieben. Die Aussichten seien nach wie vor gut, so Nordex-Sprecher Felix Losada. Der Auftragsbestand, einschließlich Serviceleistungen, beläuft sich laut Bilanz auf satte 6,6 Milliarden Euro. Vor allem in Argentinien, Mexiko und Australien gingen viele Bestellungen ein.

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Deutscher Markt spielt kaum eine Rolle

Am Stammsitz in Rostock nahm die Arbeit trotz Flaute in Deutschland sogar deutlich zu. Die Zahl der gefertigten Rotorblätter legte in den ersten drei Monaten zu, von 51 auf 84 Stück im Vergleich zum ersten Quartal 2018. Auch bei den Turbinengehäusen stieg die produzierte Menge, wenn auch nicht so stark. „Der deutsche Markt spielt zurzeit eher eine marginale Rolle für Nordex“, sagt Sprecher Losada. Das Wachstum in Rostock sei eine Folge der guten Nachfrage aus den Nachbarländern, insbesondere aus Skandinavien.

300 neue Stellen in Rostock

Die Zahl der Beschäftigten in Rostock stieg seit Ende vergangenen Jahres um gut 300 auf 1500. Weltweit beschäftigt der Konzern rund 5500 Mitarbeiter. Nordex ist im Tec-Dax gelistet. Anleger teilten offenbar den Optimismus der Chefetage, der Kurs der Aktie stieg am Dienstag um knapp drei Prozent auf 13,17 Euro. Unterdessen fordert der Landesverband Windenergie MV schnellere Genehmigungsverfahren für Windparks. Anlass ist ein massiver Rückgang bei der Zahl der Anlagen, die neu ans Netz gehen. MV hänge mit einem Anteil für Windenergie von 0,6 Prozent der Landesfläche weit hinterher, so Landesvorsitzender Andreas Jesse.

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Gerald Kleine Wördemann

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