Wirtschaft in MV wächst im ersten Halbjahr 2019 um 1,5 Prozent
Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Wirtschaft in MV wächst im ersten Halbjahr 2019 um 1,5 Prozent
Nachrichten MV aktuell

Wirtschaft in MV wächst im ersten Halbjahr 2019 um 1,5 Prozent

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:21 27.12.2019
Nach einem für dieses Jahr erwarteten Plus von 1,0 bis 1,5 Prozent gehe Minister Glawe auch für 2020 von einer ähnlichen Steigerungsrate aus, sagte er am Freitag in Schwerin.
Nach einem für dieses Jahr erwarteten Plus von 1,0 bis 1,5 Prozent gehe Minister Glawe auch für 2020 von einer ähnlichen Steigerungsrate aus, sagte er am Freitag in Schwerin. Quelle: Jens Büttner/zb/dpa
Anzeige
Schwerin

Trotz internationaler Handelskonflikte und absehbarer Brexit-Folgen rechnet Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) mit einem weiterhin stabilen Wirtschaftswachstum in Mecklenburg-Vorpommern. Nach einem für dieses Jahr erwarteten Plus von 1,0 bis 1,5 Prozent gehe er auch für 2020 von einer ähnlichen Steigerungsrate aus, sagte Glawe am Freitag in Schwerin.

Er räumte ein, dass die Abkühlung der Weltwirtschaft gerade Industrienationen wie Deutschland zu spüren bekämen. Doch würden die Auswirkungen im Nordosten weniger durchschlagen. „In unserem Land dominieren die überwiegend binnenwirtschaftlich ausgerichteten klein- und mittelständischen Bereiche. Sie weisen eine gute Auslastung auf“, konstatierte der Minister.

„2019 war ein stabiles Wirtschaftsjahr“

Seine Bilanz für das zu Ende gehende Jahr fällt positiv aus: „2019 war ein stabiles Wirtschaftsjahr. Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter. Unternehmen investieren und schaffen Arbeitsplätze“, betonte Glawe. Für 88 Investitionsvorhaben der gewerblichen Wirtschaft im Umfang von insgesamt 183 Millionen Euro seien Zuschüsse in Höhe von knapp 30 Millionen Euro bewilligt worden. Neben der Gesundheitswirtschaft, dem Tourismus mit erneut hohen Übernachtungszahlen und dem Einzelhandel habe auch das produzierende Gewerbe maßgeblich zum Wachstum beigetragen.

Erfreulich sei insbesondere die Entwicklung in einer traditionsbeladenen Branche: „Der Bau von Schiffen boomt auf den Werften bei uns im Land“, konstatierte der Minister. Beim Bau von zwei Kreuzfahrtschiffen hatten die zum malaysischen Genting-Konzern gehörenden MV-Werften in Wismar, Rostock und Stralsund kurz vor dem Jahreswechsel zwei wichtige Etappenziele erreicht. Zudem kündigte Genting-Vorstandschef Tan Sri Lim Kok Thay den Bau einer neuen Schiffsreihe an, mit der Beschäftigung bis 2024 gesichert werde. Aktuell sind auf den MV-Werften rund 3000 Mitarbeiter tätig.

Fachkräftesicherung große Herausforderung

Wie viele andere Unternehmen suchten auch die Werften weiter nach qualifiziertem Personal. Somit bleibe die Fachkräftesicherung eine der größten Herausforderungen auch im neuen Jahr, erklärte Glawe. Er ermunterte die Unternehmen, vorhandene Potenziale noch besser zu nutzen. „Wir wollen, dass mehr Menschen das ganze Jahr in Arbeit sind. Wichtig ist, dass noch mehr Langzeitarbeitslose eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Hier haben wir durch Unterstützung Anreize gesetzt“, sagte Glawe.

Mit gezielter Investorengewinnung solle die wirtschaftliche Basis des Landes weiter gestärkt werden. Die Weiterentwicklung vorhandener Gewerbeflächen wie das Pommerndreieck oder Mukran auf Rügen spiele dabei eine wichtige Rolle. „Die Vermarktungsinitiative für die Großstandorte soll dem östlichen Landesteil einen zusätzlichen Schub geben“, kündigte Glawe an. Als Beispiele für zukunftsträchtige Neuansiedlungen nannte er die Vilua IT Solutions GmbH & Co. KG, die in Greifswald Medizinprodukte herstelle. In Schwerin habe im August die Schweizer Medizintechnik-Firma Ypsomed ihr neues Werk eröffnet.

Prognose für 2020 höher als 2019

Einer Prognose des Dresdner Ifo-Instituts zufolge wächst das Bruttoinlandsprodukt in Ostdeutschland insgesamt 2019 um voraussichtlich 0,8 Prozent. Für 2020 sagen die Ökonomen dann ein Plus von 1,4 Prozent voraus. Das Wirtschaftswachstum liegt damit leicht über der Deutschland-Prognose für dieses und nächstes Jahr.

Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern nur um 0,7 Prozent gewachsen und damit deutlich hinter der bundesweiten Entwicklung zurückgeblieben. Für dieses Jahr zeichnet sich ein besseres Ergebnis ab: Im ersten Halbjahr war die Wirtschaft im Nordosten um 1,5 Prozent gewachsen. Das Plus war damit höher als in den meisten anderen Bundesländern.

Lesen Sie mehr:

Von RND/dpa