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Wirtschaft „Badejunge“-Molkerei auf Rügen: „Starrköpfiger Arbeitgeber“
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05:00 17.11.2018
In der Sackgasse: Das Deutsche Milchkontor hat die Schließung der „Rügener-Badejunge“-Molkerei in Bergen angekündigt. Der Betriebsrat will das verhindern. Quelle: Norbert Fellechner
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Rostock/Bergen

Mit der Zukunft der „Rügener-Badejunge“-Molkerei in Bergen (Vorpommern-Rügen) beschäftigt sich in den kommenden Wochen eine Einigungsstelle. Das teilte das Hamburger Rechtsanwaltsbüro Dr. Bertelsmann und Gäbert auf Nachfrage der OSTSEE-ZEITUNG mit. Deutschlands größter Milchkonzern, das Deutsche Milchkontor (DMK) Everswinkel (Nordrhein-Westfalen), will die kleine Inselmolkerei Mitte 2019 schließen. Um die 60 Arbeitsplätze zu retten, verlangt der Betriebsrat, mit Hilfe einer Einigungsstelle alle Möglichkeiten des Weiterbetriebs zu prüfen. Das Arbeitsgericht Stralsund hatte dafür bereits im Sommer den Weg frei gemacht, der Molkereikonzern hatte dem jedoch widersprochen.

Arbeitsgericht: Einigungsstelle ist für Rügener Molkerei zuständig

Laut Rechtsanwalt Dr. Klaus Bertelsmann hat das Landesarbeitsgericht in Rostock jetzt „die Zuständigkeit einer Einigungsstelle für Interessenausgleich und Sozialplan“ im Bergener Werk bestätigt. Den Vorsitz übernimmt der Direktor des Arbeitsgerichts Stralsund, Rainer Rückert. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sind durch jeweils drei Beisitzer und einen Anwalt vertreten. Für den Betriebsrat agiert das Hamburger Büro Bertelsmann als Rechtsbeistand, das DMK beauftragte den Münchner Fachanwalt für Arbeitsrecht, Prof. Paul Melot de Beauregard.

Betriebsrat: Bester Weg ist Verkauf an Investor aus Milchbranche

Oberstes Ziel des Betriebsrates ist der Erhalt der Traditionsmolkerei, die seit 1953 den Kult-Camembert „Rügener Badejunge“ herstellt. Der beste Weg dazu sei der Verkauf an einen Investor aus der Milchbranche, betont Betriebsrat Sven Sprenger. Schon im Herbst 2017 hatte ein Berliner Unternehmen Interesse signalisiert. Der Milchriese DMK lehnte den potenziellen Käufer aber vehement ab.

„Wir hatten noch nie eine Situation, in der ein Arbeitgeber so starrköpfig den Weiterbetrieb aus vermeintlichen Konkurrenzgründen ablehnte“, sagt Anwalt Bertelsmann. Betriebsübergänge, bei denen ein Käufer die Belegschaft übernehme, seien für den Verkäufer ja meistens billiger, meint der Arbeitsrechtler, dessen Kanzlei bereits „in mehreren hundert ähnlichen Fällen“ Betriebsräte vertrat.

In der Einigungsstelle soll das Milchkontor nun darlegen, was es unternimmt, damit 60 Leute nicht ihren Job verlieren. „Wenn der Arbeitgeber den Verkauf weiter boykottiert, werden wir deutlich höhere Abfindungen fordern“, kündigt Bertelsmann an.

Elke Ehlers

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