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Wirtschaft Endlich grünes Licht für die Marina Hohen Wieschendorf
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00:00 14.09.2018
Blick von oben auf die Ferienanlage „Bades Huk“ am Strand von Hohen Wieschendorf: Zum Areal gehören zurzeit eine Marina, ein Anleger mit Gastronomie, ein großer Parkplatz und Ferienhäuser, die seit Jahren leer stehen (links oben). Quelle: FOTO:
Hohen Wieschendorf

Der Stillstand hat ein Ende: Nach mehrjährigem Baustopp darf die Ferienanlage mit Marina in Hohen Wieschendorf bei Wismar endlich fertiggestellt werden. Die bereits bestehenden Häuser sollen so schnell wie möglich neugestaltet werden, etwa 70 moderne Ferienwohnungen entstehen. Das kündigt Investor Oliver Soini an. Der Salzburger kann sein Glück kaum fassen, als Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiß (SPD) auf ihrem Jahresempfang am Mittwochabend der Gemeinde grünes Licht gibt. Seit 13 Jahren ist die Marina die größte Investitionsruine des Landes in allerbester Lage. Es ist eine Geschichte mit Schulden in Millionenhöhe, zu Unrecht in Anspruch genommener Subventionen und Schwarzbauten.

Kreis erteilt nach fünf Jahren Baurecht / Feriendomizil bei Wismar geplant

Unternehmer Oliver

Soini ist seit 2011

Eigentümer der Ferienhausanlage.

Rückblick: Häuser und Marina sind fast fertig, als 2005 der damalige Investor Michael Veit Iwanschitz in die Pleite geht. Der Hotelier aus Lübeck wollte die Anlage mit 17 Millionen Euro aufbauen – 7,1 Millionen sollten als Fördermittel vom Land kommen. Das Landesförderinstitut bewilligte die Summe und zahlte davon 3,7 Millionen für die Marina aus. Das Geld steckte der Investor aber in zusätzliche Ferienwohnungen, die nicht förderfähig waren. Deshalb forderte das Land sein Geld zurück und Iwanschitz bekam wegen Subventionsbetrugs vom Schweriner Landgericht eine Bewährungsstrafe.

Oliver Soini will nun endlich eine Erfolgsgeschichte aus dem Ostsee-Areal machen. Der Salzburger ersteigerte die Marina und das Feriendorf Ende 2011 aus der Insolvenzmasse für 3,5 Millionen Euro. Zwei Jahre später spricht der Landkreis einen Baustopp aus. Die baurechtlichen Verhältnisse seien ungeklärt, der alte Bebauungsplan ungültig. Fünf Jahre hat es gedauert, das zu ändern. Zum Neustart setzt der Investor auf einen neuen Namen. Aus der mit Negativschlagzeilen behafteten Marina Hohen Wieschendorf wird das Urlaubsparadies „Bades Huk“. „Der Name ist ein neuer Anfang und er hat einen Bezug zur Region“, sagt Soini. „Bades Huk“ soll an den Seefahrer aus Hohen Wieschendorf Wilhelm Bade erinnern, der Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Polarkreuzfahrten anbot, und schon damals gewusst habe, „wie heilsam das Reisen und das Leben an der Ostseeküste sind“. Das künftige Feriendomizil hat schon eine eigene Internetseite. Soini ist sicher: In „Bades Huk“ finden Feriengäste ihr „zweites Zuhause“.

Bürgermeister Jan van Leeuwen (CDU) hat in den vergangenen drei Jahren weitere Diskussionen um die Marina bewusst aus der Öffentlichkeit herausgehalten. „Es war ein jahrelanges Auf und Ab, deswegen haben wir hinter verschlossenen Türen lieber konzentriert an dem Ziel gearbeitet, Baurecht zu bekommen.“ Am 22. August fassen die Gemeindevertreter den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 27 „Marina Hohen Wieschendorf“. Den hat der Kreis am Mittwoch genehmigt.

Oliver Soini würde mit seiner Firma Soini Asset Immobilien nach „den harten, langen Jahren des Wartens“ am liebsten sofort loslegen: „Die Bauanträge sind bereits gestellt, die Arbeiten sollen im ersten Quartal 2019 beginnen“, sagt der Investor. Einen maritimen Hintergrund habe er nicht, „aber einen alpinen“, sagt Soini und lacht. Immer, wenn er in Hohen Wieschendorf sei, erfahre er „die totale Entspannung“. Das werde auch die Feriengäste überzeugen. Unmengen von Anfragen für die Wohnungen gebe es bereits. Doch die Vermarktung beginne erst Anfang 2019.

Trotz des Baustopps durch den Kreis hat im halb fertigen Urlaubsdorf nicht alles brach gelegen. Auf dem Anleger mit den 120 Schiffsliegeplätzen durfte eine Gastronomie entstehen. Dort öffnet von April bis Oktober immer ein Italiener – dessen Angebot schätzen auch viele Einheimische, berichtet Bürgermeister Jan van Leeuwen.

Die Geschichte der Marina

2002 erhält Investor Michael Veit Ivanschitz den Bescheid über Fördermittel von Land und EU zum Bau der Marina in Höhe von 7,1 Millionen Euro.

2004 ist die Baufirma insolvent. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Ivanschitz wegen des missbräuchlichen Einsatzes von Fördermitteln.

2008 soll Ivanschitz laut Gerichtsurteil 3,7 Millionen Euro an das Land zurückzahlen. Die Marina bleibt eine Investruine.

2011 erhält Oliver Soini aus Salzburg den Zuschlag für die Marina. 2012 eröffnen er und Reinhold Dierkes feierlich die Marina.

2013 verhängt der Kreis Baustopp für die Ferienhäuser, weil die baurechtlichen Voraussetzungen fehlen.

2016 werden vier Häuser abgerissen. 2018 gibt es Baurecht.

Kerstin Schröder

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