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Wirtschaft Gewerkschaft: Meisterbrief soll wieder Pflicht werden
Nachrichten MV aktuell Wirtschaft Gewerkschaft: Meisterbrief soll wieder Pflicht werden
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06:00 05.03.2016
Anika Oesterreich (18) lernt in einem Meisterbetrieb, dem Rostocker Dentallabor Ro-Dent GmbH, den Beruf der Zahntechnikerin.
Anika Oesterreich (18) lernt in einem Meisterbetrieb, dem Rostocker Dentallabor Ro-Dent GmbH, den Beruf der Zahntechnikerin. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Meisterpflicht statt Freibrief: In Mecklenburg-Vorpommern werden Forderungen laut, die Meisterqualifikation wieder zur Pflicht zu machen. „Meisterbriefe schaffen dauerhaftere und sicherere Arbeitsplätze“, sagt der Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, Hans-Peter Siegmeier. Als „wichtiges Mittel gegen Fachkräftemangel“, sieht auch der Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft IG Bau Mecklenburg, Manfred Scharon, den Meisterbrief, und fordert, die Meisterpflicht wieder einzuführen.

Durch die Reform der Handwerksordnung im Jahr 2004 unter der damaligen rot-grünen Bundesregierung sollte es einfacher werden, Firmen zu gründen und somit Arbeitsplätze zu schaffen. Im Zuge der „Agenda 2010“ war daher die Anzahl der meisterpflichtigen Handwerke von 94 auf 41 reduziert worden.

„Rückblickend erweist sich die Abschaffung der Meisterpflicht als durchaus kritisch“, räumt die Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion für das Handwerk, Sabine Poschmann, ein. Die Reform habe zwar kurzfristig zu einem Gründerboom im Handwerk geführt. Dabei habe es sich aber „meist um Kleinbetriebe – oft Solo-Selbstständige – mit geringer Wettbewerbsfähigkeit und wenig Personal“ gehandelt. Von denen sei mehr als die Hälfte innerhalb von fünf Jahren wieder vom Markt verschwunden. 

Von Axel Meyer