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00:00 26.07.2018
Jetzt bei der Hitze besonders begehrt: Glashäger Mineralwasser gibt es in vier verschiedenen Sorten. Quelle: Fotos: Glashäger Brunnen Gmbh (2), Anja Levien
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Bad Doberan

An der Schwaaner Chaussee in Bad Doberan herrscht Hochbetrieb. Für den Mineralwasserhersteller Glashäger Brunnen ist derzeit Hauptsaison. Die langanhaltende Hitze hat zudem die Nachfrage erhöht. Lieferschwierigkeiten gibt es laut Marketingleiter Axel Schümann aber nicht. In der Münsterstadt wird seit 1908 Mineralwasser produziert. „Wir sind Mecklenburg-Vorpommerns natürlichste Erfrischung“, sagt er.

Glashäger Brunnen GmbH: 50 Millionen Füllungen gehen jährlich in Bad Doberan über die Rampe

50 Millionen Füllungen gehen im Jahr über die Rampe in Bad Doberan. In den Flaschen: Mineralwasser, Limonaden, Fruchtsaftgetränke, Schorlen. Die Grundlage ist das Mineralwasser aus einer Quelle auf einem Feld bei Bad Doberan. Die erste Quelle befindet sich jedoch in einem Wald im Glashäger Quellental nahe der Münsterstadt. Diese sei bis in die 1970er Jahre hinein genutzt worden, bis die gewonnene Wassermenge nicht mehr ausreichte.

„Das Mineralwasser ist ein Naturprodukt und darf nicht verändert werden“, sagt Axel Schümann. Dem Wasser werde einzig das Eisen entzogen, da sich in Verbindung mit Sauerstoff sonst Rost bilden würde.

Und nach der Mineral- und Tafelwasserverordnung dürfe Kohlensäure hinzugefügt oder entfernt werden. „Jedes Mineralwasser hat von Natur aus Kohlensäure. Bei uns ist dieser Gehalt sehr gering.“

Der Trend geht laut Axel Schümann in Richtung weniger Kohlensäure. Und: Der Verbraucher setze wieder mehr auf Glasflaschen. „Die Nachfrage steigt seit vier bis fünf Jahren im zweistelligen Bereich.“

Auch die PET-Einweg-Flaschen seien mehr gefragt, weil sie klein und handlich seien. „Die Vorlieben ändern sich beständig. Wir müssen immer die Augen offen halten“, sagt Axel Schümann.

Früher sei Glashäger das Wasser der Könige und Fürsten gewesen, erzählt der 40-Jährige. 1908 hatte Hans von Blücher die Gesellschaft Mineralquelle Glashagen GmbH gegründet. Durch den Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise wurde der Aufschwung gestoppt. 1939 ging die GmbH in eine Kommanditgesellschaft über und wurde von Gerolsteiner übernommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Glashäger als Volkseigener Betrieb (VEB) verstaatlicht. „Wir waren Teil verschiedener Kombinate, gehörten auch zur Rostocker Brauerei“, sagt Axel Schümann.

Nach der Wende stieg Gerolsteiner wieder bei Glashäger ein. „Wir stiegen im Nordosten zur Nummer eins auf, sind führend im Bereich der Mineralwasser“, so der Marketingleiter. 2002 wird Glashäger an die Brau und Brunnen AG abgegeben, die insolvent ging. Seitdem zählt Glashäger zur Hassia-Gruppe. „Die hat investiert und das Überleben gesichert.“

63 Mitarbeiter zählt das Unternehmen heute, darunter drei Auszubildende. In zwei Schichten laufe die Produktion. Vergrößern möchte sich das Unternehmen derzeit nicht. „Der Standort ist ausreichend.

Bei einem starken Sommer wie dieses Jahr wünschen wir uns hin und wieder mehr Lagerkapazitäten, um die Spitzen abzufangen“, so Schümann. Das Unternehmen sei zwar auch bei derzeitiger Hitze immer lieferfähig, „es kann aber passieren, dass eine Sorte mal verzögert ausgeliefert wird. Doch was bestellt wird, kommt.“

99 Prozent der Ware bleibe in MV. Vereinzelt werde Glashäger außerhalb des Bundeslandes an Hotels und Geschäfte geliefert. „MV ist unsere Heimat. Das ist auch ein Grund, warum unser Wasser gekauft wird. Das Wasser kommt von hier und die Transportwege sind kurz.“

Wenig Mineralien

1908 wurde das Unternehmen von Hans von Blücher gegründet. Zwei Jahre

später erhob das kaiserliche Patentamt Glashäger zum Markenzeichen. Die erste Quelle im Quellental bei Glashagen gibt es bereits seit 1906. Damals hatte die Quelle einen hohen Siliziumgehalt. An sich habe das

Wasser aber eine geringe Mineralisierung. Laut Marketingleiter Axel

Schümann sei der Natriumgehalt

des Mineralwassers heute unter

20 Milligramm pro Liter und daher für Babynahrung geeignet.

Anja Levien

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