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Wirtschaft Das sind Spielwaren-Trends zu Weihnachten in MV
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09:07 08.12.2018
Klassiker unter dem Weihnachtsbaum: Die Bausteine des dänischen Unternehmens Lego, dem größten Spielzeughersteller der Welt. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Rostock/Nürnberg

Der Advent ist für die Spielwarenhändler die wichtigste Zeit des Jahres. Das Weihnachtsgeschäft macht rund 40 Prozent des Jahresergebnisses aus. Da Heiligabend auf einen Montag fällt, ist die „heiße Phase“ in diesem Jahr eher kurz. Die Händler hoffen daher auf gutes Wetter ohne Glatteis und damit „Last-Minute-Einkäufe“. Allerdings hätten schon verschiedene Schnäppchen-Aktionen zuletzt viele Menschen zum Einkaufen in die Innenstädte gelockt.

Im Kinderzimmer besonders gefragt sind Klassiker: Spielzeug mit Pferden, Eisenbahnen, Bausteine, kleine Fahrzeuge und Puppen gehören weiter unter den Weihnachtsbaum, teilt der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) in Nürnberg mit. „Es muss nicht immer Elektronik dabei sein“, sagt Geschäftsführer Steffen Kahnt. Es gefalle auch den Eltern, „wenn die Kids nicht die ganze Zeit auf Bildschirme schauen“.

Im Rostocker Kaufhof wird derzeit das Rostock-Monopoly „sehr gut nachgefragt“, erklärt Geschäftsführer Johannes Hülsmann. Das weltbekannte, mit Sehenswürdigkeiten der Hansestadt gestaltete Brettspiel sei einer der Top-Seller zu Weihnachten. „Ansonsten sind auch Klassiker wie Lego, Playmobil und Schleich beliebt“, sagt Hülsmann.

Ein weltweiter Verkaufsschlager sind nach Angaben des BVS kleine Sammelfiguren für Mädchen, die als Überraschung eingepackt sind. 1,2 Millionen Stück wurden von Januar bis Oktober in Deutschland verkauft. „Wir Erwachsenen tun uns manchmal schwer mit den Themen und fragen uns: Funktioniert das? Es gibt aber geheimnisvolle Kräfte, die für Erwachsene nicht immer nachvollziehbar sind“, sagte Kahnt zur Frage, warum ein bestimmtes Spielzeug zum Hit wird. Auch ein kleines Chamäleon, das Futterstücke schnappt, verkaufe sich gut.

Baby-Puppen fühlen sich inzwischen realistischer an, und viele von ihnen können - dank eingebauter Sensoren - zudem auf die Kinder reagieren. Sie trinken und lernen sprechen. Selbst Bauklötzchen und Tierfiguren bewegen sich inzwischen oder geben Töne ab - je nachdem, was die Kinder tun - sie etwa anpusten oder anfassen.

Über Trends bei Spielzeugen möchte der Inhaber des Rostocker Spielzeugladens Wupatki, Mike Saul, hingegen nicht sprechen: „Das unkritische Hinterherjagen nach Trends, die durch intensive Werbung gesetzt werden, ist zu bedauern.“ Viele individuelle Bedürfnisse der Kinder würden durch den Kauf von trendigem Spielzeug „leider nicht gestillt“. Mike Saul: „Wir hören unseren Kunden lieber erst einmal zu und finden dann das passende Spielzeug.“

„Viele Spielzeuge aus der Werbung sind kurzlebig und bei Kindern schnell wieder unbeliebt“, sagt auch die Geschäftsführerin des Stralsunder Fachgeschäfts Spielzeugschachtel, Adelheid Block. „Wir empfehlen daher lieber kreative Spielsachen, die die Köpfe der Kinder anregen.“ Dazu gehörten beispielsweise Metallbaukästen von Eitech, Steinbaukästen von Teifoc oder Bastelperlen. Bei den Brettspielen sei derzeit „Azul“, das aktuelle „Spiel des Jahres“, beliebt.

Spielzeugbranche rechnet mit Umsatzplus

Die Spielwarenbranche profitiert von der guten Wirtschafts- und Beschäftigungslage sowie dem anhaltenden Babyboom in Deutschland. Für dieses Jahr erwarten die Händler stabile Umsätze. Sie gehen davon aus, dass die Deutschen im Jahr 2018 - wie schon in den beiden Vorjahren - 3,1 Milliarden Euro für Spielzeug ausgeben. Der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) rechnet mit einem kleinen Umsatzplus von bis zu einem Prozent. Die Branche beschäftigt in Deutschland rund 11 000 Mitarbeiter.

Für die Zukunft gibt sich BVS-Geschäftsführer Steffen Kahnt optimistisch: „Es sind jede Menge Kinder geboren worden. Das ist Rückenwind für die Branche.“

Weiter wichtig für die Branche sind Lizenzen - meist zu beliebten Figuren aus Filmen. Im Schnitt machten sie zuletzt 14,5 Prozent des Jahresumsatzes der Unternehmens aus. Die erfolgreichsten Lizenzspielwaren in Deutschland sind „Star Wars“ mit einem Umsatz von 40 Millionen Euro (Januar bis Oktober), gefolgt vom Pixar-Animationsfilm „Cars“ und Disneys Eiskönigin (Originaltitel: „Frozen“). Auch mit „Harry Potter“, „Jim Knopf“ und dem animierten Pferd „Spirit“ hätten die Hersteller richtig gelegen. Getrieben werden die Verkäufe hier stets, wenn neue Filme ins Kino kommen.

Auch für das nächste Jahr zeigt sich die Branche optimistisch, wie der Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie (DVSI), Ulrich Brobeil, sagte: „Die Hälfte der Unternehmen erwartet eine bessere Entwicklung.“ Auf geringem Niveau wollten die Firmen auch weiter Arbeitsplätze schaffen. Als Risiken sehen sie Wechselkursschwankungen und Handelsbeschränkungen. Die Entwicklung in den USA und in China sowie der Brexit könnten zu Belastungen werden.

Axel Meyer und Catherine Simon