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Wirtschaft Sparliste für Straßenbau bedroht möglicherweise B96n
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18:27 16.02.2013
Naturschützer hatten gegen die Fällung demonstriert. Foto: Stefan Sauer
Naturschützer hatten gegen die Fällung demonstriert. Foto: Stefan Sauer
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Samtens

Der Naturschutzbund (Nabu) Rügen stellte am Freitag einen Antrag auf einstweilige Verfügung zum gegen am Morgen begonnene Baumfällarbeiten, da die Finanzierung des Nordanschnitts auf unabsehbare Zeit nicht gegeben sei. Der Nabu forderte das Verkehrsministerium auf, die Planungen zur B96n der neuen Situation anzupassen.

Für den Straßenneubau müssen allein an der Landesstraße 30 rund 70 Bäume gefällt werden. In dem Bereich soll die neue Anschlussstelle Samtens Ost entstehen. Nach Angaben der Planungsgesellschaft Deges werden insgesamt 230 Bäume gefällt, die durch 750 Neuanpflanzungen ersetzt werden sollen. Rund 20 Naturschützer demonstrierten gegen die Arbeiten. Gegen die Demonstranten seien Platzverweise ausgesprochen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Die Arbeiten wurden am Mittag unterbrochen. Bei den Alleebäumen handelt es sich nach Angaben des Nabu um bis zu 100-jährige Rot- und Weißbuchen.

Insgesamt sollen die Planungen für 19 von 29 Straßenbauprojekten gestrichen werden. „Da der Bund die Straßen aus seinem Verkehrswegeplan streicht, ist es wenig sinnvoll, die vom Land zu leistenden Planungen weiter voranzutreiben“, zitierte das Blatt Verkehrs-Abteilungsleiter Rainer Kosmider aus dem Verkehrsministerium. Weil Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Investitionsmittel für den Straßenbau in Mecklenburg-Vorpommern um nahezu die Hälfte reduziere, müsse nun auch das Land handeln.

Das Verkehrsministerium hat dem Bericht zufolge den Landräten und Bürgermeistern eine neue Straßenbauplanung übersandt, bei der für 29 Bauvorhaben bei Bundesstraßen 19 Planungen vorerst wegfallen. Betroffen sind demnach ein Autobahnzubringer in Schwerin und Ortsumgehungen in Neubrandenburg, Hagenow, Dargun, Güstrow, Waren, Parchim, Plau-Süd und Pasewalk.

dpa