Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Stromrechnung soll transparenter werden
Nachrichten MV aktuell Wirtschaft Stromrechnung soll transparenter werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:49 18.07.2014
Das Bundeswirtschaftsministerium bereitet eine neue Verordnung vor, mit der Strom- und Gasrechnungen künftig transparenter werden sollen. Quelle: Jens Kalaene / Dpa
Anzeige
Rostock

Klingt gut: Das Bundeswirtschaftsministerium bereitet eine neue Verordnung vor, mit der Strom- und Gasrechnungen künftig transparenter werden sollen. Ab Herbst tritt sie in Kraft. Ziel der Aktion: Verbraucher sollen genau erkennen, wer für Preissteigerungen verantwortlich ist. Die Energieversorger werden verpflichtet, die einzelnen Preisbestandteile konkret auszuweisen. Bis zu 19 Millionen Haushalte in der Grundversorgung sollen von dieser Transparenz-Offensive profitieren.

Auf der Rechnung erscheinen neben dem eigentlichen Energiepreis (Kosten für Erzeugung und Beschaffung, Vertrieb, Service und Dienstleistung) auch sämtliche Steuern, Umlagen und Gebühren, die der Staat aufschlägt.

Vor allem bei Strom ist die Liste lang: Umsatzsteuer, Netzentgelt, Stromsteuer/Ökosteuer, Erneuerbare-Energien-Umlage, Umlage für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), Konzessionsabgabe, Offshore-Haftungsumlage, Umlage zur Unterstützung energieintensiver Unternehmen (§19-Umlage).

Ganz neu ist 2014 die Abschaltumlage, über die große Abnehmer einen Ausgleich erhalten, die sich bereiterklären, bei Engpässen zeitweise auf Strom zu verzichten. Zusammen machen diese „staatlich veranlassten Kosten“ im Bundesdurchschnitt derzeit 52 Prozent des Strompreises aus, fast zwei Prozent mehr als noch 2013.

Die Energieversorger haben mit der Neuregelung offenbar kein Problem. Wie eine OZ-Umfrage ergab, ist die Preisaufschlüsselung längst gängige Praxis. „Was die Behörde will, erfüllen wir für 90 Prozent unserer Kunden bereits“, sagt Thomas Schneider, Pressesprecher der Rostocker Stadtwerke. Auch die Schweriner Wemag AG weist schon seit 2012 die verschiedenen Preisbestandteile aus. In eigenem Interesse: „Damit der Kunde sieht, dass nicht wir der Preistreiber sind“, sagt Wemag-Prokurist Michael Hillmann. In den vergangenen beiden Jahren seien alle Preiserhöhungen Folgen politischer Entscheidungen gewesen.

Horst Frank, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale MV, bezweifelt, dass die Neuregelung dem Verbraucher mehr Klarheit bringt. „Eine Rechnung wird doch nicht dadurch transparent, dass man mehr Details draufschreibt“, sagt der Verbraucherschützer. „Viel wichtiger ist, dass der Kunde die Rechnung versteht.“ Als wirksame Hilfe für die Verbraucher betrachtet Frank einheitliche, besser nachvollziehbare Rechnungsformulare.



Elke Ehlers

21 Hersteller sollen Preise abgesprochen haben und nun 338 Millionen Euro zahlen. Auch zwei Standorte in MV sind betroffen.

16.07.2014

In MV ist die Wintergerste in einigen Landesteilen reif. Aber: Immer wieder müssen die Landwirte Unwetterpausen einlegen.

10.07.2014

2016 sollen die Gebühren zur Straßennutzung eingeführt werden. Die sollen aber laut Bundesverkehrsminister weder Mehrbelastungen noch größeren Aufwand bringen.

08.07.2014