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Wirtschaft Betreiber müssen Rücksicht auf Fledermäuse nehmen
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07:25 23.03.2019
Eine Fledermaus jagt am nächtlichen Himmel nach Insekten. Die Säugetiere sind streng geschützt. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
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Schwerin

Planungen für neue Windparks stehen Anwohner immer häufiger mit Skepsis oder Ablehnung gegenüber. Wie aus einer Stellungnahme des Kreises für die Fortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Westmecklenburg hervorgeht, lehnt der Landkreis Ludwigslust-Parchim jetzt zehn in Westmecklenburg geplante neue Windeignungsgebiete ganz oder teilweise ab. Als Grund werden Belange des Arten- und Naturschutzes sowie des Bodenschutzes angeführt. Der Landesverband Erneuerbare Energien reagiert mit Unverständnis. „Wir sind überrascht und werden das Gespräch mit dem Landkreis suchen“, sagte Verbandssprecher Peter Brauer.

Auswirkungen auf Vögel und Fledermäuse werden untersucht

Eine Debatte zur Umweltverträglichkeit von Windrädern haben auch jüngste Untersuchungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgelöst. Danach sterben an warmen Tagen in Deutschland bis zu 5,3 Milliarden Fluginsekten durch Kollision mit Rotorblättern. Dass der Flügelschlag von Windrädern auch Vögel und Fledermäuse tötet, wird bereits seit längerem wissenschaftlich untersucht.

Das Michael-Otto-Institut des Naturschutzbundes (Nabu) schätzt die Zahl verunglückter Vögel auf bis zu 100 000 pro Jahr. Was unter den Anlagen gefunden werde, sei nur ein geringer Teil der tatsächlich betroffenen Tiere. Füchse und Aasfresser würden getroffene Vögel schnell auffressen. „Greifvögel verunglücken an Windkraftanlagen tagsüber und bei bester Sicht“, weiß Institutschef, Dr. Hermann Hötker. „Sie rechnen wahrscheinlich nicht damit, in dieser Höhe auf Hindernisse zu treffen.“ Durch den schnellen Flügelschlag der Windräder könnten die Tiere die Anlagen möglicherweise nicht richtig wahrnehmen. Problematisch seien vor allem die Verluste von Schreiadlern und Rotmilanen, da der größte Teil dieser gefährdeten Arten in Deutschland leben – ein Großteil davon in Mecklenburg-Vorpommern.

Bei 80 Prozent der Windräder keine Probleme mit Vögeln

Trotzdem hält Hötker Windräder nicht generell für gefährliche „Vogel-Schredderanlagen“. Bei 80 bis 90 Prozent der Anlagen sei der sogenannten „Vogelschlag“ kein Problem. Kritisch werde es, durch die Nähe zu Nistplätzen und Beuteplätzen. Auch Umweltgutachter Klaus-Dieter Feige aus Matzlow-Garwitz (Ludwigslust-Parchim) bestätigt die Gefahr für Greifvögel. „Ich sehe aber deutlich mehr tote Milane an Straßen und Zugstrecken als unter Windrädern“, relativiert Feige.

Für Fledermäuse wird gestoppt: abends, morgens und bei wenig Wind

Auch Fledermäuse werden Opfer von Windkraftanlagen. Abendsegler, Zwerg- oder Mückenfledermäuse wurden zum Teil von Rotorblättern erschlagen oder durch die Druckunterschiede in Rotornähe schwer verletzt. Seit 2016 sinkt die Gefahr für Fledermäuse in MV. Eine Artenschutzregelung lege fest, dass Windkraftanlagen in den Flugzeiten der geschützten Flattertiere abschaltet werden. Dies gelte in bestimmten Abend- und Morgenstunden sowie bei wenig Wind. In den USA gibt es laut Feige in der Nähe von Windparks auch Radaranlagen, die den Vogelflug registrieren. Feige: „Wenn sich Schwärme nähern, schaltet der Windpark auf Stopp.“

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