Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Wismar: Kreis untersagt Klima-Demo am Karfreitag
Nachrichten MV aktuell Wismar: Kreis untersagt Klima-Demo am Karfreitag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:01 18.04.2019
Die zweite Fridays-for-Future-Demonstration in Wismar: Etwa 120 Teilnehmer sind am Freitag vergangener Woche mit Schildern und Parolen rufend durch die Stadt gezogen. Quelle: Michaela Krohn
Wismar

Ihnen ist vorgeworfen worden, nur in der Schulzeit zu demonstrieren, nicht aber in den Ferien: Doch die Organisatoren von „Fridays for Future“ in Wismar wollten genau das tun – am Karfreitag für ein besseres Klima auf die Straße gehen. Aber der Kreis hat die Klima-Demo in der Hansestadt untersagt. Die Begründung: Der Karfreitag sei ein stiller Feiertag. Nach dem Feiertagsgesetz sind laute Veranstaltungen verboten – wenn sie den Gottesdienst stören oder der Unterhaltung dienen.

Andere Städte haben Klima-Demos erlaubt

Über die Absage ärgern sich die Schüler und Studenten, die zum dritten Mal in Wismar für ein besseres Klima demonstrieren wollten – und zwar ohne Krach zu machen: „Unsere Demonstration hätte so weder Gottesdienste gestört, noch dient sie der Unterhaltung“, so die Organisatoren in einem Schreiben an die OSTSEE-ZEITUNG.

Zweite Klimaschutz-Demo in Wismar

„Der Landkreis hat die Demo ,Fridays For Future’ am Freitag nicht untersagt, sondern es ist das Feiertagsgesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern, dass diese nicht zulässt. Der Landkreis hat deshalb gestern die Versammlungsanmelderin entsprechend informiert“, erklärt Petra Rappen, Sprecherin des Landkreises.

Dass Demonstrationen am Karfreitag durchaus möglich seien, würden andere Beispiele aus Deutschland zeigen. So hätten unter anderem die Städte Backnang, Berlin, Bochum, Bottrop, Dortmund, Essen, Hamburg, Köln, Landsberg am Lech, Lüneburg, Marburg, Mönchengladbach, München, Münster, Osnabrück, Stuttgart, Tübingen und Wolfsburg die Klima-Streiks am Karfreitag erlaubt. „Dort hat man die Wichtigkeit der Problematik erkannt. Wir bedauern, dass dies anscheinend im Landkreis Nordwestmecklenburg und in der Hansestadt Wismar nicht der Fall zu sein scheint“, so die Organisatoren der Demo in Wismar weiter.

Viele Aktivisten wollen still demonstrieren

Ausnahmen am Karfreitag können genehmigt werden, wenn zum Beispiel ein höheres Interesse der Kunst, Wissenschaft oder Volksbildung vorliegt. „Und zur Bildung gehören die Klima-Demos definitiv“, betonen die Organisatoren. Einige ihrer Hauptforderungen sind, die Klimaschutzziele des Pariser Abkommens einzuhalten, den Kohleausstieg durchzusetzen oder Monokulturen zu verbieten.

Aus Rücksicht auf die religiöse Bedeutung des Tages, an dem Christen der Kreuzigung Jesu gedenken, gilt am Karfreitag deshalb in ganz Deutschland ein Tanzverbot. Zudem sind laute Veranstaltungen in der Öffentlichkeit nicht erwünscht. Viele Fridays-for-Future-Aktivisten halten am Freitag deshalb stille Demonstrationen ab, so haben sie es mit den Städten vereinbart. In Stuttgart, der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg, soll anlässlich des Tags der Trauer eine Trauerfeier für die Erde abgehalten werden.

Auch gegen Tanzverbot wird demonstriert

Auch gegen das Tanzverbot wird demonstriert. In Hannovers Innenstadt ist eine „Tanzdemo“ geplant. Nach einem Gerichtsentscheid dürfen dabei keine Trillerpfeifen, Instrumente oder Verstärker verwendet werden. Zuvor hatte die Polizei dem Anmelder bereits ein Musikverbot erteilt, was durch das Gericht bestätigt wurde. Nach dessen Ansicht könnten Demonstranten ihr Anliegen „auch durch stillen Tanz und pantomimische Darstellungen hinreichend wahrnehmbar zum Ausdruck bringen".

Zur ersten Demonstration in Wismar sind im März rund 500 Schüler aus dem gesamten Landkreis zusammengekommen. Am Freitag vergangener Woche sind es 120 Teilnehmer gewesen.

Kritiker werfen den Demonstranten vor, nur die Schule schwänzen zu wollen. Deshalb würden sie die Veranstaltungen nicht an Feiertagen oder an den Wochenenden durchführen. Vor allem in der vergangenen Woche hatten viele Nutzer der Facebook-Seite von der OSTSEE-ZEITUNG Wismar vermutet, dass die Schüler am Karfreitag nicht streiken, sondern lieber frei machen würden.

Mehr zum Thema:

120 Schüler demonstrieren in Wismar für den Klimawandel

Tanzverbot an Ostern: In diesen Bundesländern gilt es

Landtag von MV debattiert über Schulschwänzen für „Fridays for Future“-Demos

Kerstin Schröder

So viel Sonne wie seit über 30 Jahren nicht mehr: Das Osterfest wird in diesem Jahr traumhaft. Deutschlandweit könnte sogar die 25 Grad-Marke geknackt werden. Und auch in MV wird’s fast sommerlich warm. Es gibt aber Unterschiede zwischen Mecklenburg und Vorpommern.

18.04.2019

Die Verhandlungen über einen Haustarifvertrag für die Unikliniken in Rostock und Greifswald werden am 23. Mai weitergeführt. Die Arbeitgeber hatten 3,2 Prozent mehr Lohn zugesagt, sowie weitere Erhöhungen in den kommenden Jahren. Der Gewerkschaft reicht dieses Angebot nicht aus.

18.04.2019

100 Tonnen Stahl, viel Erfahrung im Metallbau und Spaß stecken in der neuesten Konstruktion der Wusterhusener Anlagenbauers HAB. Im Herbst soll eine in Vorpommern produzierte Achterbahn auf dem Oktoberfest für wohliges Magengrummeln sorgen.

18.04.2019