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MV aktuell Wölfe im Nordosten rissen 2019 deutlich mehr Nutztiere
Nachrichten MV aktuell Wölfe im Nordosten rissen 2019 deutlich mehr Nutztiere
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09:53 13.11.2019
In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Wölfe weiter gestiegen und sie reißen immer mehr Nutztiere. Quelle: Kollage OZ/dpa
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Schwerin/Borken

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Wölfe weiter gestiegen und sie reißen immer mehr Nutztiere. Wie eine Sprecherin des Schweriner Umweltministeriums am Mittwoch sagte, wurden 2019 bisher 37 Wolfsattacken auf Schafe, Rinder sowie Damwild registriert. Dabei wurden 140 Schafe und andere Nutztiere getötet und 46 Tiere verletzt.

Das sind deutlich mehr Wolfsattacken als 2018. Damals waren 23 „Rissvorfälle“ mit 120 getöteten und 42 verletzten Nutztieren gezählt worden, so viele wie noch nie. 2017 waren es 28 Wolfsangriffe gewesen, denen 88 Nutztiere zum Opfer gefallen waren. Zu den Besonderheiten 2019 gehörte, dass einer oder mehrere Wölfe bei Borken in Vorpommern einen 1,80 Meter hohen Zaun überwanden und Damwild töteten.

Landkreise Ludwigslust-Parchim und Rostock gefährdet

Schwerpunkte waren 2019 bisher ganz Vorpommern sowie die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Rostock. Als Hauptgründe für die Zunahme sieht das Ministerium fehlende Schutzmaßnahmen bei den Haltern. Bei der Hälfte der Angriffe durch die Raubtiere habe der Grundschutz gefehlt, bemängelte das Ministerium. Bauern und Tierzüchter dagegen kritisieren den wachsenden Wolfsbestand seit Monaten und fordern eine echte Bejagung.

Laut Ministerium gibt es jetzt acht Wolfsrudel, doppelt so viele wie vor einem Jahr. Sie leben im Süden des Landes ziehen 2019 mindestens 20 Welpen auf. Das sei durch Fotofallen belegbar. Die Rudel leben - von West nach Ost gesehen - in Jasnitz, Grabow, Kaarzer Holz und der Retzow-Jännersdorfer Heide in Westmecklenburg, im Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide, im Müritz-Nationalpark sowie in Torgelow und Ueckermünde (Vorpommern-Greifswald). Dazu kommen mehrere Wolfspaare und Einzeltiere, die im ganzen Land auftauchen können.

1,80-Meter-Zaun übersprungen

Allein im Oktober mussten Schafhalter mehrere Wolfsangriffe auf Schafherden zwischen Rostock und Güstrow hinnehmen, erklärte die Sprecherin. Diesen fielen 32 Schafe zum Opfer. In der Folge konnten weitere Übergriffe vermieden werden, weil aus Landesmitteln ein Notfallset und eine Erhöhung des Schutzzauns finanziert und schnell umgesetzt wurden.

Tierhalter Sven Grumbach aus Borken, wo Wölfe im März den 1,80-Meter-Zaun übersprangen, hat innerhalb von sechs Monaten eine Entschädigung erhalten. Er hatte acht Damwildtiere eingebüßt. „So etwas haben wir noch nicht erlebt“, sagte der Betriebsleiter, zumal extra ein Untergrabeschutz in die Erde und eine Elektroleitung oben auf dem Zaun installiert waren. Grumbach sorgt sich, dass die bisher geltenden Schutzzaunhöhen von 90 bis 120 Zentimeter auch in anderen Fällen kein echtes Hindernis für Wölfe sein könnten.

Bundesweit leben nach den Zahlen der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf aktuell 78 bestätigte Rudel, 9 Paare und 12 territoriale Einzeltiere. Nach wie vor leben die meisten Tiere in Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen.

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Von RND/dpa

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