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MV aktuell Wölfe vermehren sich weiter: 105 Rudel in Deutschland, 8 in MV
Nachrichten MV aktuell Wölfe vermehren sich weiter: 105 Rudel in Deutschland, 8 in MV
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22:41 02.12.2019
Die Wolfspopulation in Deutschland steigt. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa
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Bonn/Schwerin

In Deutschland leben inzwischen wieder mehr als 100 Wolfsrudel. Wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) am Montag in Bonn mitteilte, wuchs die Zahl der registrierten Rudel binnen eines Jahres um ein Drittel an. Während für das Monitoringjahr 2018/19 vom 1. Mai bis zum 30. April bundesweit 105 Wolfsrudel nachgewiesen wurden, waren es im vorhergehenden Überwachungszeitraum 2017/18 noch 77 gewesen. Den Angaben zufolge konzentriert sich das Vorkommen der streng geschützten Tiere weiter auf ein Gebiet, das von der sächsischen Lausitz in nordwestliche Richtung über Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen reicht.

Wie das Umwelt- und Agrarministerium in Schwerin mitteilte, gibt es in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen acht Wolfsrudel. Nicht alle sind aber bereits in dem jetzt vorgelegten Bericht für das Monitoringjahr 2018/19 aufgeführt. So gab es Nachwuchs auch bei Wolfspaaren, die sich in der Nähe von Grabow und in der Retzow-Jännersdorfer Heide an der Landesgrenze zu Brandenburg angesiedelt haben. Im Osten des Landes leben südlich des Stettiner Haffs inzwischen zwei Rudel. Nach Angaben des Ministeriums gehen Fachleute nach Auswertung der Fotofallen davon aus, dass in diesem Sommer im Nordosten mindestens 20 Welpen aufgezogen wurden.

Deutscher Jagdverband kritisiert Erhebung

Ein Wolfsrudel besteht meist aus drei bis elf Tieren - den Eltern und den Nachkommen der letzten zwei Jahre. Die meisten Wolfsverbände leben in Brandenburg (41), gefolgt von Sachsen (22) und Niedersachsen (21). Laut Bundesamt für Naturschutz sind für Deutschland insgesamt etwa 300 erwachsene Wölfe erfasst.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) kritisierte in einer Reaktion auf die vorgestellten Daten, dass in der Bilanz der Nachwuchs nicht zahlenmäßig aufgeführt werde. Nach DJV-Hochrechnungen lebten im Frühsommer 2019 rund 1300 Wölfe in Deutschland - erwachsene und Jungtiere. Für das Frühjahr 2020 prognostiziert der Verband knapp 1800 Wölfe in Deutschland. Im Nachbarland Frankreich sei eine Obergrenze von 500 Wölfen festgelegt, hieß es.

2019 knapp 40 Wolfsattacken in MV

Der Wolf ist nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union sowie nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Die zunehmende Anzahl von gerissenen Nutztieren lässt jedoch die Rufe nach einer Bestandsregulierung auch in Deutschland immer lauter werden. Der DJV fordert, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen.

Bis Ende Oktober waren in Mecklenburg-Vorpommern laut Umweltministeriums knapp 40 Wolfsattacken auf Schafe, Rinder sowie Damwild registriert worden. Dabei wurden 140 Tiere getötet und 46 verletzt. Für Schlagzeilen hatte zuletzt der aus Schleswig-Holstein eingewanderte Wolf mit der Registriernummer „GW924m“ gesorgt. Das Raubtier war nach mehreren Übergriffen in einer Region Schleswig-Holsteins dort zum Abschuss freigegeben worden. Doch gilt diese Anordnung nun nicht für Mecklenburg-Vorpommern. In der Nähe Schwerins hatte der Wolf eine Schafherde attackiert, was durch eine DNA-Probe bestätigt worden war.

Schäfern steht das Wasser bis zum Hals

Wie die Tierhalter selbst fordert auch die Naturschutzorganisation BUND mehr Hilfe für den Herdenschutz. Die Kosten für Elektrozäune und Herdenschutzhunde müssten vollständig erstattet werden, zudem müsse die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Weidetierhalter im Vordergrund stehen, mahnte Magnus Wessel vom BUND.

Vielen Schäfern stehe das Wasser schon seit Jahren wirtschaftlich bis zum Hals – auch ganz ohne Wölfe. Nach Einschätzung des BUND ist der Wolf in Deutschland noch immer weit von einem günstigen Erhaltungszustand von 1000 erwachsenen Tieren entfernt.

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Von RND/dpa

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