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MV aktuell Wütende Proteste vor Volkswerft: Druck auf Sellering wächst
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02:25 01.02.2014
Guido Fröschke IG Metall Stralsund
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Stralsund

Im Ringen um die Zukunft der insolventen Volkswerft Stralsund geraten Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) immer stärker unter Druck. Erstmals wenden sich Gewerkschaften und Schiffbauer in scharfem Ton von der Landesregierung ab. Die IG Metall forderte Sellering gestern dazu auf, die Rettung der Werft endlich „zur Chefsache zu machen“.

Vor dem Werfttor zogen 250 wütende Demonstranten auf. Sie kündigten radikale Proteste an, sollte die Landesregierung ihren Kurs nicht ändern. „Dann machen wir hier richtig Rambazamba“, drohte Guido Fröschke von der IG Metall Stralsund. Am Abend endete indes der Verkaufspoker um die beiden Fähren: Der Zuschlag ging an die Reederei Scandlines.

Sellering muss sich seiner Verantwortung für die Beschäftigten und den Standort stellen“, sagt Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Anderthalb Jahre nach der Insolvenz stehen wir vor dem denkbar schlechtesten Ergebnis.“

Der Rostocker CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg nannte Sellering eine „traurige Figur“. Der Ministerpräsident kümmere sich zu wenig um die Schiffbauer und habe es monatelang versäumt, eine klare Position zu beziehen. Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) ist ebenso sauer auf die Landesregierung und sagte: „Ich habe Wut.“

Am Donnerstag hatten führende Politiker der rot-schwarzen Koalition im Landtag erklärt, der Schiffbau in Stralsund habe kaum Aussicht auf Bestand. Bezirksleiter Geiken sagte: „Es ist unverantwortlich, dass die Landesregierung die Zerschlagung des Standortes im Landtag ankündigt.“ Er habe den Eindruck, dass sie sich vom Schiffbau im Land verabschiedet. „Die Ankündigung treibt die Menschen aus der Region weg“, sagte Fröschke.

Die Fähren „Berlin“ und „Copenhagen“ sollen künftig nun doch zwischen Rostock und dem dänischen Gedser pendeln. Am Abend gab Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann den Verkauf der beiden Schiffe an die Reederei Scandlines bekannt. Der Kaufpreis soll bei 31,6 Millionen Euro liegen. Die Werftengruppe Nordic Yards hatte 30,5 Millionen Euro geboten.

Das Bieterverfahren war gestern noch spannend geworden, nachdem eine Beteiligungsgruppe um Ex-Vulkan-Chef Friedrich Hennemann und den Stralsunder Anwalt Hans-Jörg Schüler ein separates Angebot von 31 Millionen Euro für die Fähren vorgelegt hatte. Zudem soll es einen weiteren, unbekannten Bieter gegeben haben. Nordic wollte Werft und Schiffe ursprünglich im Paket kaufen.

Die Schiffe werden nun voraussichtlich in Bremerhaven, Hamburg oder bei Nordic Yards fertig gebaut. Scandlines hatte der Volkswerft den Auftrag wegen Baumängeln im Sommer 2012 storniert. Ursprünglich sollten sie 184 Millionen Euro kosten. Der Kaufpreis geht an das Land und die Banken NordLB und KfW Ipex. Seite 2

Paketverkauf gescheitert
3 Millionen Euro will die Werftgruppe Nordic Yards des Russen Witali Jussufow für die Stralsunder Volkswerft bieten.
Gestern reichte das Unternehmen aus Wismar und Warnemünde den Finanzierungsnachweis für einen Paketkauf von Volkswerft und den beiden Fähren ein. Ob das Angebot nach dem Verkauf der Schiffe an Scandlines noch gilt, ist offen.



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