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MV aktuell Zahl der Arbeitslosen in MV steigt im Januar deutlich
Nachrichten MV aktuell Zahl der Arbeitslosen in MV steigt im Januar deutlich
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14:34 31.01.2019
Die Zahl der Erwerbslosen ist in Mecklenburg-Vorpommern im Januar um 10,6 Prozent gestiegen. (Symbolfoto) Quelle: Sonja Wurtscheid / dpa
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Kiel/Schwerin,

Die Winterruhe am Bau, im Tourismus und in der Landwirtschaft hat die Zahl der Erwerbslosen in Mecklenburg-Vorpommern im Januar um 10,6 Prozent steigen lassen. Am Monatsende waren 69 400 Menschen arbeitslos registriert, wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Die Quote liege bei 8,5 Prozent.

Der Anstieg im Vergleich zum Dezember sei saisonal bedingt, erklärte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann. Er sei aber in diesem Jahr deutlich geringer ausgefallen als zuvor. Noch nie seit der Wiedervereinigung seien in einem Januar in MV weniger als 70 000 Menschen ohne Job gewesen. Im Vergleich zum Januar 2018 sank die Zahl der Erwerbslosen um 9,7 Prozent. „Wir haben einen guten Start ins Jahr hingelegt“, resümierte Haupt-Koopmann.

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„Man kann wirklich erkennen, dass die Arbeitgeber ihre Mitarbeiter halten.“ Dies sei schon 2018 deutlich geworden und setze sich in diesem Jahr fort. „Wir haben nach wie vor eine gute, robuste Lage, was die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Arbeitskräftenachfrage angeht.“ Sie gehe davon aus, dass die Arbeitslosenzahlen in MV von März an wieder sinken werden.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe (CDU) warb dafür, dass Unternehmen in saisonabhängigen Branchen den Winter für die Qualifizierung nutzen könnten - statt Menschen zu entlassen. „Hier haben wir ein breites Unterstützungsangebot.“ In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 könnten etwa 6,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) für Bildungsschecks und unternehmensspezifische Projekte eingesetzt werden.

Die Regionaldirektion gab für Januar neben den Arbeitslosenzahlen auch die sogenannte Unterbeschäftigung an: Danach sind 92 100 Menschen im Nordosten auf Jobsuche - 9,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch jene erfasst, die an einer Maßnahme teilnehmen oder zum Beispiel schon 58 Jahre alt sind und deshalb in der Statistik nicht als arbeitslos erfasst werden.

Eine wichtige Aufgabe ist 2019 laut Haupt-Koopmann, die Langzeitarbeitslosigkeit in MV zu bekämpfen. Sie warb für das neue Teilhabe-Chancengesetz. „Wir haben zehn Millionen Euro extra in den Jobcentern, um Langzeitarbeitslose in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen“, sagte sie. „Wir wollen das mit den Arbeitgebern umsetzen.“

Die Arbeitsagentur kann für zwei Jahre den Lohn übernehmen, wenn ein Langzeitarbeitsloser eingestellt wird. Das Programm sei gut angelaufen, sagte Haupt-Koopmann. „Wir haben im ersten Monat schon 100 Langzeitarbeitslose in Jobs gebracht. Wir wollen aber noch viel mehr.“

Im Vergleich zum Januar 2018 sank die Zahl der Erwerbslosen um 9,7 Prozent.

Iris Leithold / dpa