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MV aktuell Zahl der Straftaten in MV ist weiter gesunken
Nachrichten MV aktuell Zahl der Straftaten in MV ist weiter gesunken
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22:19 26.03.2019
Ein „Einbrecher“ hebelt mit einem Brecheisen eine Tür im Keller eines Wohnhauses auf (gestellte Szene). Quelle: dpa
Schwerin

Die Zahl der Straftaten in MV ist erneut zurückgegangen. Wie Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Dienstag in Schwerin bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) mitteilte, wurden 2018 im Land 108 665 Straftaten registriert. Das waren etwa 1700 weniger als im Jahr davor. Damit setzte sich der rückläufige Trend fort. „Die Entwicklung ist ein Beleg dafür, dass sich die Bevölkerung in MV sicher fühlen kann“, betonte Caffier. MV gehöre mit durchschnittlich 6745 Straftaten pro 100 000 Einwohner zu den Bundesländern mit der niedrigsten Kriminalität. Die Aufklärungsquote lag mit 62,2 Prozent abermals über dem Bundesdurchschnitt von 57,1 Prozent. Das zeige, dass die Polizei in MV sehr gute Arbeit leiste, betonte der Minister.

Die Zahl der Straftaten in MV ist 2018 gesunken. Besonders Wohnungseinbrüche gingen deutlich zurück. Sexualdelikte nahmen dagegen zu – das hatte aber einen bestimmten grund.

Straftaten gegen das Leben

50 Straftaten gegen das Leben wurden 2018 registriert und damit fünf weniger als 2017. Dazu zählten drei Morde und fünf Mordversuche. Zudem wurden 22 Fälle von Totschlag registriert, in 18 Fällen handelte es sich um den Versuch. Die Aufklärungsquote stieg leicht auf 92,0 Prozent. Die Morde wurden laut Statistik alle aufgeklärt.

Rohheitsdelikte 

Körperverletzungen und Bedrohungsstraftaten nahmen zu. Die Polizei registrierte insgesamt 15 963 solcher Rohheitsdelikte und damit gut 400 mehr als 2017. Die Aufklärungsquote lag ebenfalls über 90 Prozent.

Sexualdelikte

Sexualdelikte nahmen mit 1,3 Prozent zwar nur einen geringen Anteil an der Gesamtkriminalität ein. Doch verzeichnete dieser Deliktbereich mit einem Zuwachs von 34 Prozent auf 1455 registrierte Fällen die höchste Steigerung. Als einen Grund nannte Caffier die Reform des Sexualstrafrechts. Danach würden Beleidigungen auf sexueller Grundlage nun als sexuelle Belästigung gewertet und auch häufiger angezeigt. Zudem schlage ein Einzelfall, bei dem sich ein erwachsener Mann im Internet als 13-jähriges Mädchen ausgab und Kinder zu Nacktfotos animierte, mit über 150 Vorwürfen zu Buche.

Diebstahl

Diebstähle machten fast ein Drittel aller Straftaten aus. Doch ging die Fallzahl im Vergleich zu vorhergehenden Jahr um fast 8 Prozent auf 31 990 zurück. Dieser Trend zeigte sich auch bei Wohnungseinbrüchen. Im Vorjahr wurden 1101 Einbrüche registriert. Das war noch gut ein Viertel von den Einbrüchen, die im Jahr 1993 verzeichnet wurden. Neben den polizeilichen Ermittlungen habe auch ein erhöhtes Bewusstsein für den Schutz vor Einbrüchen zu der Entwicklung beigetragen, betonte Caffier. Die Zahl der Fahrraddiebstähle habe sich in den letzten zehn Jahren auf nun 5437 nahezu halbiert.

Vermögensdelikte 

21 860 Vermögens- und Fälschungsdelikte wurden erfasst und damit 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. In drei Viertel der Fälle handelte es sich um Betrug. Erneut gehörte auch der sogenannte Enkeltrick dazu, bei dem vornehmlich ältere Menschen um ihre Ersparnisse gebracht werden sollen. In sieben Prozent der Fälle waren die Täter erfolgreich. „Lassen Sie sich von Unbekannten an Ihrer Tür immer den Ausweis zeigen, erst recht, wenn es sich um vermeintliche Handwerker oder Polizisten handelt“, mahnte Caffier.

Ausländerkriminalität 

Die Zahl nichtdeutscher Tatverdächtiger ist im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Prozent auf 6034 gestiegen. Sie machten damit 14 Prozent aller 42 112 Tatverdächtigen aus. Allerdings verzeichnete die Polizei bei ausländischen männlichen Jugendlichen als Tatverdächtigen einen Rückgang um 24,5 Prozent.

Rauschgiftkriminalität

Die Zahl der registrierten Rauschgiftdelikte stieg um gut elf Prozent auf 6633. Als ein Grund wurde die erhöhte Kontrolldichte genannt. Allerdings sei mit einer hohen Dunkelziffer unentdeckter Vergehen zu rechnen.

Kommentar: Sicherheit als Aushängeschild für MV?

Frank Pfaff