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MV aktuell Zehn Gründe, warum die Fusion so megageil ist
Nachrichten MV aktuell Zehn Gründe, warum die Fusion so megageil ist
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18:16 25.06.2019
Besucherinnen auf dem 19. Fusion Festival in Lärz in MV. Quelle: Kopp, Vanessa
Lärz

Am 26. Juni öffnet die 22. Fusion auf dem alten Militärflugplatz in Lärz. Um acht Uhr werden die Tore geöffnet. Um 18 Uhr beginnt das Programm.

70 000 Fans aus aller Welt erwartet die Fusion auch in diesem Jahr. Obwohl es zuvor Mega-Ärger mit der Polizei gab.

Nun hat man mit dem Neubrandenburger Polizeipräsidium einen Kompromiss gefunden. Und die Fusion kann starten.

Bis 30. Juni bietet der Kulturkosmos in Lärz Konzerte, Kultur jeglicher Art, politische Diskussionen und Klamauk. Zehn Gründe, warum sie so megageil ist.

Die schönsten Bilder von vergangenen Fusion-Festivals:

Seit 1997 veranstaltet der Kulturkosmos in Lärz die Fusion auf dem alten russischen Militärflugplatz nahe Mirow. Die schönsten Impressionen aus den vergangenen Jahren

Erstens – Parallelgesellschaft

Indianermädchen, Wichtel, Clowns, Jongleure, Zirkusdirektoren, federleichte Feen mit superechten oder angeklebten Feenflügeln, Glücksglitterritter mit Glücksglitzer im Gesicht und Astronauten, Kosmonauten, Aliens. Auf der Fusion trifft man Phantasiefiguren, die uns an unsere Kindheit erinnern. Das Festival funktioniert nicht nach dem Konzept: Die da oben auf der Bühne kaspern sich einen ab und wir da unten im Publikum konsumieren das mal brav. Auf der Fusion darf jeder alles sein, nur nicht böse, rechts oder Tiereaufesser.

Zweitens – Wir und ihr

Die Fusion teilt die Welt in wir hier drinnen und ihr da draußen. Die Wir-hier-drinnen-Menschen sind alle, die dabei sein dürfen: Veranstalter, Musiker, DJs, Besucher, Helfer. Die Wir-hier-drinnen-Typen sind die Guten, die sich vegan ernähren, megahip und megalässig tanzen, Matetee zum Joint trinken und überhaupt. Die Die-da-draußen-Typen sind all die Spießer, Spießbürger, Konservativwähler, Politiker, Karrieristen, Journalisten, Polizisten, Fleischfresser, SUV-Fahrer und vor allem Nazis. Auf der Fusion fühlt man sich einfach als besserer Mensch. Ist man ja auch – kurz. Bevor man wieder in seinen tristen Alltag im Büro oder im Hörsaal zurücktaucht.

Drittens – Größtes Ferienlager der Republik

„Das war die schönste Zeit . . .“, singt Bosse und meint: die Jugend. Und was war am schönsten? Ferienlager! Während die Eltern meinten, man würde Erste Hilfe lernen und Sport treiben, hat man erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gemacht, Erste Hilfe gelernt, erste Erfahrungen mit Drogen und/oder Alkohol gemacht, zum ersten Mal nachts durchgemacht, geknutscht, Sport gemacht, ist geschwommen, hat wieder geknutscht und so weiter. So ist das auf der Fusion. Nur mit Musik. Und natürlich, dass die Eltern jetzt wissen, dass wir knutschen, aber immer noch glauben, wir hätten noch nie gekifft.

Viertens – Die Musik, natürlich

Die Fusion ist so eine Art Woodstock-Reunion für Althippies, Halbaltraver und Großstadthipster, die sich ja sowieso für biologisch zeitlos halten. Nur dass statt Hendrix, Cocker und Joplin Techno-DJs auflegen, die kein Mensch über 40 aussprechen kann, die aber so was von Dancefloor hinlegen, dass man sich selbst hinlegen mag. Dazu Reggae, Elektro und House. Also geil und sehr tanzbar.

Fünftens – Apropos hinlegen

Vor dem Festivalgelände gibt es zwar einen riesigen Campingplatz voller Zelte und zeltähnlicher Gebilde. Aber doch nicht zum Schlafen! Hinlegen, ja, kurz mal! Aber bitte nicht schlafen, sondern chillen – und knutschen natürlich.

Sechstens – Vegan und Öko

Die Fusion-Menschen sind die Gut-Menschen. Die ernähren sich vegan, machen also für ihr Weiterleben keine Tiere tot, bringen auch keine Haustiere, wie Goldfische, Hunde, Hamster, Katzen oder Gibbonäffchen, mit aufs Gelände und fahren mit ’ner 1-A-Ökobilanz mit der Bahn zum Gelände. Dass sich der eine oder andere auf dem Campingplatz zwischen Matetee, Rucolapesto und Musik mal ein Glas kalte Bockwürstchen hinter die Kiemen schiebt – so what!

Siebtens – Ferienkommunismus

Das Motto der Fusion ist Kommunismus auf Zeit. Hier sind alle gleich und die meisten Musiker spielen für lau. Ein Ort ohne Zeit und ein Karneval für die Sinne. Klingt zwar wie ein Mix aus Herr der Ringe und Roncalli, ist aber trendy, wie wir analogen Menschen sagen würden.

Achtens – lustig, kreativ, politisch unkorrekt

Auf der Fusion haben die Bühnen, Hangars und Zelte so lustige Namen wie „Datsche“ oder „Palast der Republik“. Die Straßen sind nach Personen des politischen Zeitgeschehens, wie „Lenin-Allee“, benannt. Eine heißt sogar „Ulrike-Meinhof-Straße“, nach der RAF-Terroristin. Nun ja. Muss man nicht mögen. Auf den Trouble mit der Polizei reagieren die Veranstalter so, dass sie in diesem Jahr Vorträge mit Titeln wie „Schöne neue Polizeigesetze“ und „Drogen und Verkehrssicherheit“ anbieten und erwarten, dass einige Besucher mit Polizeimützen kommen. Das muss man mögen.

Neuntens – Jetzt wird’s ernst: Drogen

Die Fusion ist mit Sicherheit nicht das einzige Festival, auf dem Drogen konsumiert werden. Babys aus dem Großraum Woodstock konnte man noch Jahre nach dem Festival keine Milch von Kühen aus der Region dort geben, weil die sonst hackestoned gewesen wären. Aber die Fusion ist das erste Festival, das offensiv mit dem Thema Drogen umgeht. Auf der Homepage des Kulturkosmos finden sich Tipps zum Umgang mit Drogen, auf dem Festival werden offen Drogen vertickt und konsumiert und am Ende fordern die Veranstalter ihre Besucher auf, ihre Drogen am Ausgang abzugeben, weil sie sonst von der Polizei gekascht werden. Tja, auch ein Diskursbeitrag zu einem gesellschaftlich heiklen Thema.

Zehntens – Medizinstudenten

Die medizinische Versorgung übernehmen Medizinstudenten freiwillig und auch für lau. Sie kleben Pflaster, tapen umgeknickte Knöchel und machen Du-du-du wegen des Drogenkonsums. Wichtigster Tipp in diesem Jahr bei 30 bis 40 Grad: Trinken! Trinken! Trinken! Und zwar Wasser – und lasst die synthetischen Pillen weg, Leute!

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