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MV aktuell Zehntausende Pächter in MV dürfen in ihren Datschen bleiben
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00:00 14.06.2014
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Rostock

Gute Nachricht für Datschenbesitzer: Der Kündigungsschutz für ihre Wochenendhäuser wird voraussichtlich um drei Jahre bis 2018 verlängert. Für eine entsprechende Gesetzesänderung hat sich gestern der Bundesrat ausgesprochen. Nun muss nur noch der Bundestag zustimmen.

In Mecklenburg-Vorpommern hoffen Tausende Pächter auf die Neuregelung. Rund 100 000 Datschen stehen im Land, schätzt Holger Becker vom Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN). Für die auf fremdem Grund erbauten Lauben besteht seit DDR-Zeiten ein besonderer Kündigungsschutz. Der läuft am 3. Oktober kommenden Jahres aus. Dann dürfen die Grundstücksverpächter den Bungalownutzern kündigen und Grund und Haus einfordern. Um dies zu ändern, hat das Land Brandenburg eine Gesetzesinitiative angestoßen, wonach die Frist bis zum 3. Oktober 2018 verlängert wird.

Mecklenburg-Vorpommern hat gestern für die Verlängerung des Kündigungsschutzes gestimmt. „Gerade für die Älteren, die schon sehr lange Pächter sind, wären drei weitere Jahre eine wertvolle Hilfe“, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) nach der Bundesratssitzung in Berlin.

Ein Fristverlängerung sei vor allem für Datschennutzer im Küstengürtel wichtig, sagt VDGN-Experte Becker. Hier würden viele Grundstückseigentümer darauf hoffen, schnell vollen Zugriff auf ihre Fläche zu bekommen. In Urlaubszentren seien Datschen lukrative Ferienobjekte, die sich viele Verpächter durch die Kündigungen sichern wollen. Zwar müssten sie den derzeitigen Datschennutzer dann entschädigen, hätten die Kosten aber schnell wieder drin. „In diesen Gebieten bringen die drei Jahre extra eine Entspannung für die Pächter.“ Unzufrieden ist Becker mit der Abrissregelung im neuen Gesetzesentwurf. Sie besagt, dass Datschennutzer künftig zwar nur noch in Härtefällen einen Teil der Kosten zahlen müssten. „Das ist aber zu schwammig. So kann es zu zahlreichen Prozessen kommen, weil viele Eigentümer versuchen werden, die Kosten auf ihre Pächter abzuwälzen.“ Derzeit könnten Pächter, wenn sie den Vertrag selbst kündigten, mit mindestens der Hälfte der Abrisskosten belastet werden.

In den meisten Fällen aber würden die Grundstückseigentümer die Objekte ohnehin erhalten wollen. Grund: Das Gros der Ferienhäuser steht im Außenbereich, in dem nicht neu gebaut werden darf. „Werden diese Datschen abgerissen, haben die Grundstückseigentümer eine schöne grüne Wiese, aber keine Rendite mehr“, sagt Becker. Vor allem im Hinterland seien Eigner froh über jeden Pächter. Daher werde es weder 2015 noch 2018 eine flächendeckende Kündigungswelle geben. Seite 2

500 000 Wochenendhäuser in Deutschland

1,50 Euro Jahrespacht pro Quadratmeter im Durchschnitt zahlen Datschennutzer laut des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) in Mecklenburg-Vorpommern. 100 000 solcher Häuschen gibt es im Nordosten, bundesweit sind es etwa 500 000. Datschen-reichstes Bundesland ist Brandenburg.


Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, den besonderen Kündigungsschutz bis 3. Oktober 2018 zu verlängern. Bislang mussten die Laubenpieper mit ersten Kündigungen durch Grundstücksbesitzer ab dem 3. Oktober 2015 rechnen.



Als Datsche wurde im DDR-Alltag ein Grundstück mit einem Garten- oder Wochenendhaus bezeichnet. Das Wort stammt aus dem Russischen.



Antje Bernstein

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