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MV aktuell Fall Maria K.: Hier sucht die Polizei mit Tauchern nach der Mordwaffe
Nachrichten MV aktuell Fall Maria K.: Hier sucht die Polizei mit Tauchern nach der Mordwaffe
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19:28 25.04.2019
Suche nach der Tatwaffe im Mordfall Maria K. an der Zinnowitzer Seebrücke. Quelle: Tilo Wallrodt
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Wolgast

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Donnerstag in Zinnowitz nach der Mordwaffe im Fall Maria K. gesucht. Dabei kamen drei Polizeitaucher, darunter eine Taucherin, aus Schwerin zum Einsatz. Die Wasserschutzpolizei und mindestens sechs Ermittler der Sonderkommission „Maria“ der Polizei waren vor Ort. Die Suche der Taucher erstreckte sich rund um die Zinnowitzer Seebrücke und bis zu 50 Meter in die Ostsee hinein. Zahlreiche Schaulustige beobachteten rund um die Tauchgondel die Suchaktion.

Zuvor hatten die beiden Beschuldigten in Befragungen den Hinweis gegeben, dass das Tatwerkzeug dort im Wasser liegen könnte.

Bildergalerie: Suche nach der Tatwaffe im Fall Maria K. mit Tauchern in der Ostsee

Die Polizei sucht mit mehreren Tauchern an der Seebrücke in Zinnowitz nach der Tatwaffe im Fall Maria K.

Die beiden Zinnowitzer Nicolas K. (19) und Niko G. (21) sind dringend verdächtig, gemeinschaftlich in der Nacht zum 19. März die 18-jährige Maria K. aus Zinnowitz ermordet zu haben. Die mutmaßlichen Täter sind laut Staatsanwaltschaft beide teilgeständig – das bedeutet, einer schiebt dem anderen immer die größere Tatbeteiligung zu. Beide sollen verschiedenes Tatwerkzeug benutzt haben. Bislang fehlte jede Spur davon.

Eine 18-jährige Frau ist am Dienstagabend in ihrer Wohnung in der Zinnowitzer Waldstraße (Insel Usedom) tot aufgefunden worden.

Beide Männer sollen in der Nacht zum 19. März die junge Frau auf brutale Weise in ihrer Wohnung in der Zinnowitzer Waldstraße erstochen haben. Maria K., die im dritten Monat schwanger war von einem 16-Jährigen aus dem Raum Anklam, wohnte dort seit Juli vergangenen Jahres allein. Marias Familie, ihre Mutter und die beiden zehn und fünf Jahre alten Brüder, lebt auf dem Gelände des christlichen Jugenddorfwerkes in Zinnowitz und wird dort betreut.

Der Mord hatte in Zinnowitz und auf der gesamten Insel Usedom für Entsetzen und Angst gesorgt. Die Tatsache, dass die mutmaßlichen Täter sogar die Abgebrühtheit besaßen, die Gedenkandacht für Maria K. am 3. April in der Zinnowitzer Kirche zu besuchen, machte besonders die Zinnowitzer Jugendlichen sprachlos. Viele kannten sich aus regelmäßigen Treffen im Jugendclub des Ortes bzw. waren sogar mit Maria persönlich befreundet.

Die beiden Tatverdächtigen, Nicolaus K. und Niko G., sitzen seit ihrer Festnahme am 16. April in Untersuchungshaft – der eine in der JVA Neustrelitz, der andere in der JVA Stralsund. Die Staatsanwaltschaft Stralsund möchte möglichst so schnell es geht Anklage erheben, hatte in der Vorwoche der stellvertretende Behördenleiter, Oberstaatsanwalt Sascha Ott, gesagt. Spätestens sechs Monate nach Beginn der U-Haft muss laut Gesetz der Prozess begonnen haben. Im Mordfall Maria K. wäre das Mitte Oktober. Um die vorgeschriebenen Ladungsfristen einzuhalten, müsste spätestens Ende August/Anfang September die Anklage erhoben werden.

Noch keine Aussage gibt es zum Prozess selbst, also ob sich beide Tatverdächtige in einem Verfahren vor dem Schwurgericht verantworten müssen. Denkbar wäre, dass der Prozess des 19-jährigen Festgenommenen, der vom Alter her in der Rechtsprechung noch als Heranwachsender gilt, möglicherweise abgetrennt wird.

Gegenwärtig werden die beiden mutmaßlichen Täter in der U-Haft weiter intensiv vernommen. Auch die Befragung zahlreicher Zeugen geht weiter. Die Vernehmungen seien so wichtig, um weitere Hintergründe zum Tatmotiv zu erfahren, heißt es aus Polizeikreisen. Besonders wichtig ist es für die Ermittler herauszufinden, ob neben den bislang bekannten niederen Beweggründen – vieles deutet auf pure Mordlust hin – für die Tat auch noch Heimtücke hinzukomme.

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Cornelia Meerkatz

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